Kein Run auf freie Stellen

Inzwischen bleiben viele Ausbildungsplätze frei. Foto: Adobe Stock/fotomek

Azubis fehlen an allen Ecken und Enden. Welche Möglichkeiten es für Kurzentschlossene gibt, erklärt Claudia Scheunpflug, Leiterin Berufsbildung bei der Industrie-und Handelskammer Heilbronn-Franken.

Wie viele Ausbildungsstellen gibt es dieses Jahr in der Region?

Claudia Scheunpflug: In den vergangenen zwei Jahren lag die Zahl der neu eingetragenen Ausbildungsplätze immer bei knapp 4000. Wichtig ist, dass sich die Angaben nur auf den IHK-Bereich beziehen. Das Handwerk oder die freien Berufe sind nicht dabei. Für dieses Jahr können wir noch keine verlässlichen Daten liefern.

In welchen Berufen werden Azubis am meisten gesucht?

Scheunpflug: Mittlerweile in nahezu allen Bereichen – von der IT bis zum Hotel- und Gaststättengewerbe.

Wie finden junge Menschen eine Ausbildung, die für sie geeignet ist?

Scheunpflug: Die jungen Menschen müssen sich zuerst fragen: Was interessiert mich? Wo liegen meine Stärken? Dann hilft es, sich im Umfeld nach Unternehmen zu erkundigen, die ausbilden. Die IHK hilft ebenfalls bei der Entscheidung. Wir beteiligen uns am Projekt „Ausbildungsbotschafter“. Von uns geschulte Auszubildende gehen in den Unterricht und berichten von ihren Erfahrungen. Natürlich ist die IHK auch bei Ausbildungsmessen und
Berufsinformationstagen vertreten.

Können sich Schulabgänger auch noch kurz vor knapp auf Ausbildungsstellen bewerben?

Scheunpflug: Ja, heutzutage auf jeden Fall. Früher war es so, dass man sich ein Jahr im Vorfeld bewerben musste, um eine Stelle zu bekommen. Die Zeiten sind vorbei. Es gibt immer die Gelegenheit, auch jetzt noch einzusteigen. Das Berufsschuljahr ist im September ja erst gestartet. Das heißt, es ist gut möglich, noch nachzurücken.

Interview: Yannis Gaukel

 

Zur Person:

Claudia Scheunpflug leitet seit Oktober 2021 die Berufsbildung der Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken und ist Mitglied der Geschäftsleitung.