Auch Sparen will gelernt sein

Schon ab der Geburt der Kinder lohnt es sich, etwas für sie mit der richtigen Strategie anzusparen. Foto: Syda Productions

Fondssparpläne, Bausparverträge, Sparbücher – Möglichkeiten, sein Geld anzulegen gibt es viele. Gerade für ihren Nachwuchs wollen Eltern oft frühzeitig beginnen, etwas zur Seite zu legen. Das sollten sich auch tun, denn mit der richtigen Anlagestrategie kann sich das lohnen, erklärt Experte Wilfried Blind.

Ein Sprichwort lautet: „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Das gilt auch in Sachen Geldanlage und Sparen. Eltern und Großeltern sollten frühzeitig – zum Beispiel schon mit der Geburt des Kindes – Geld sinnvoll anlegen. Oftmals besteht hier die Frage nach einer sinnvollen Methode, bei welcher das Geld später ausschließlich den Kindern zugute kommen soll.

Geldanlagen für Kinder haben meist das Ziel, finanzielle Polster für Ausbildung und Studium sowie Führerschein und Auto oder sogar die erste eigene Wohnung zu schaffen. In der heutigen Niedrigzinsphase ist es dabei schwierig, vernünftige Renditen zu erwirtschaften, welche der Inflation Paroli bieten können.

Bei kurzfristigen Geldanlagen mit einem Anlagezeitraum von bis zu drei Jahren sollte auf verzinsliche Anlagen zurückgegriffen werden, welche rechtzeitig wieder zur Verfügung stehen. Daher sollte man bei Banken, Sparkassen und gegebenenfalls auch bei Bausparkassen nach geeigneten Produkten fragen. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass das Guthaben durch die deutsche Einlagensicherung gesichert ist. Mit diesen Anlagen können Kaufkraftverluste durch die Inflation allerdings nicht ausgeglichen werden.

Bei längeren Anlagezeiträumen, ab vier Jahren, sind Anlagen in Fonds und Fondssparpläne deutlich attraktiver als verzinsliche Anlagen. So konnten in den vergangenen 40 Jahren, bei einer Anlage in den Deutschen Aktienindex (Dax), nach einer Anlagedauer von 13 Jahren immer Gewinne erzielt werden, egal, ob vor einem Crash oder zu Höchstkursen eingekauft wurde.

Das Sparen in Fonds lohnt sich

Ein Kind im Alter von 16,5 Jahren hätte heute über 58.000 Euro zur Verfügung, wenn dessen Eltern ab der Geburt des Kindes 100 Euro monatlich beispielsweise in den Aktienfonds DWS Deutschland angelegt hätten. Davon zu subtrahieren sind die anfallenden Kapitalertragssteuern. Ein Freistellungsauftrag kann erteilt werden, um diese zu verringern. Damit erwirtschaftete der Fonds durchschnittlich 11,9 Prozent vor Abzug der Kapitalertragssteuer pro Jahr.

Damit hat diese Investitionsart fast doppelt so viel erwirtschaftet als ein Sparplan, der den Dax im gleichen Zeitraum abbildet. Es zeigt sich auch, dass sich trotz der Schwankungen Geduld und Gelassenheit auszahlen. Für kurzfristige Anlagezeiträume sind Fondsanlagen und Fondssparpläne nicht geeignet.

Deshalb gilt für den Nachwuchs: Früh beginnen, in gute Fonds zu sparen. Neben der richtigen Fondsauswahl gilt es darauf zu achten, ein Depot für das Kind auszuwählen, welches keine Depotführungsgebühren erhebt. Außerdem sollten die Fonds schon über einen längeren Zeitraum erfolgreich sein. Ebenso wichtig ist es, dass das aktuelle Fondsmanagement über die notwendige Erfahrung sowie das Know-how verfügt. Neuauflagen dieser Anlagemöglichkeiten sind eher mit Vorsicht zu genießen. Die Empfehlung geht dahin, unter anderem in Fonds zu investieren, welche wiederum in Unternehmen investieren, deren Produkte der Anleger täglich nutzt und selbst von diesen Produkten überzeugt ist.

Wilfried Blind

Zur Person
Wilfried Blind ist Finanz- und Versicherungsmakler für die Financial Architects AG und hat sich auf Finanzierungen und Geldanlagen spezialisiert. Nach seiner Ausbildung zum Bankkaufmann im Jahr 1988 arbeitete Blind in verschiedenen Filialen der Kreissparkasse Heilbronn, zuletzt als Filialleiter, bevor er sich 1991 selbstständig machte.