Ausrüster der Energiewende

Wo wird im Wohnobjekt die meiste Energie verbraucht? Das können Gebäudeenergieberater herausfinden. Fotos: Shutterstock/Dario Sabljak, privat

Energie geht als eines der großen Themen des 21. Jahrhunderts. Vor allem auf das Energiesparen kommt es an. Doch wie funktioniert das? Und wie kann jeder Haushalt einfach Strom und Wärme sparen? Auf diese Fragen haben die Gebäudeenergieberater eine Antwort. Die Handwerksammer Heilbronn-Franken bildet die Spezialisten aus.

Das Handwerk ist der offizielle Ausrüster der Energiewende. Denn es sind die Handwerker, die Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien, allen voran Fotovoltaik- und Solarthermieanlagen zur Nutzung der Sonnenenergie, installieren. Dazu kommt die Nutzung von Kraft-Wärme-Koppelung, Biomasse und Wärmepumpen. Auch bei der Energieeinsparung durch Wärmedämmung und Lüftungsanlagen werden Handwerker gebraucht. Die Spezialisten für diese Themen sind die von der Handwerkskammer ausgebildeten Gebäudeenergieberater.

Im praxisorientierten Unterricht werden die Teilnehmer auf die tägliche Arbeit als Energieberater für die energetische Bewertung und die Beurteilung von Wohngebäuden vorbereitet. Mit Hilfe der modernen Energieberatungssoftware führen sie bei einem Wohngebäude die energetische Bestandsaufnahme durch und planen die Modernisierungen detailliert und energetisch optimiert.

Die Grundlage dafür wird in umfassendem Unterricht in Anlagentechnik wie Heizungs- und Lüftungsbau, in Bautechnik und Bauphysik gelegt. Insgesamt dauert die Weiterbildung 240 Unterrichtstunden, die mit viel Praxisanteil berufsbegleitend im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Heilbronn-Franken durchgeführt wird.

Besonders geeignet für diese Weiterbildung sind Meister der Bau- und Ausbaugewerke wie Dachdecker, Stuckateure oder Schornsteinfeger. Dazu kommen staatlich geprüfte Techniker vom Bau und aus der Anlagentechnik. Selbstverständlich nehmen auch regelmäßig Architekten und Ingenieure zu ihrer Wissenserweiterung teil.

Eintrag auf Expertenliste

Ziel ist für alle Teilnehmer die Eintragung in die Energieeffizienz-Expertenliste der Deutschen Energieagentur. Mit dieser Eintragung können die Gebäudeenergieberater durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau staatlich geförderte Modernisierungsarbeiten an Wohngebäuden anbieten und durchführen. Durch diese Fördermittel können zahlreiche Sanierungsmaßnahmen günstiger durchgeführt werden. Zudem ist die Energieeffizienz-Expertenliste für Kunden auf der Suche nach Handwerkern das optimale Werkzeug, um in ihrer Nähe die entsprechenden Fachleute zu finden. Außerdem können die Gebäudeenergieberater den bei Verkauf und Vermietung seit vielen Jahren vorgeschriebenen Energieausweis ausstellen. Seit kurzer Zeit ist auch die staatlich geförderte Durchführung der Vorort-Beratung des Bundesamtes für Ausfuhrkontrolle für Handwerker mit der Zusatz-ausbildung zum Gebäudeenergieberater möglich.

Ihr Wissen halten die Gebäudeenergieberater durch regelmäßige Weiterbildung auf dem neuesten Stand. Nur wer alle drei Jahre 24 Unterrichtsstunden im Bereich energetischer Sanierung und den Praxisnachweis erbringt, bleibt weiterhin in der Energieeffizienz-Expertenliste eingetragen.

Ein Handwerker und Gebäudeenergieberater wird sich kaum ausschließlich auf dem Bereich der Energieberatung betätigen. Üblicherweise wird das Kerngeschäft des jeweiligen Berufs durchgeführt. Das Thema Energieberatung ist eine Erweiterung des Angebots für den Kunden. Finanzielle Vorteile durch Förderung können in Anspruch genommen werden. Zudem hat der Gebäudeenergieberater durch die umfassende Weiterbildung das Know-how, als Schnittstelle zu anderen Gewerken zu wirken.

Martin Goedeckemeyer

Zur Person
Martin Goedeckemeyer ist 47 Jahre alt und wohnt in Massenbachhausen. Seit 2000 ist er im Bildungs- und Technologiezentrum der Handwerkskammer Heilbronn-Franken als Beauftragter für Innovation und Technologie (BIT) verantwortlich für technische Weiterbildung und für Informationsveranstaltungen über neue Technologien im und für das Handwerk.