Chancen in der Pflegeausbildung

Eine Ausbildung, die flexible Möglichkeiten schafft, zudem die Chance, begleitend zu studieren: Die SLK-Kliniken Heilbronn GmbH setzt in der Pflege nachhaltig auf den eigenen Nachwuchs und bietet erstmals ab Oktober 2020 auch ein „Bachelorstudium Pflege“ an.

Was früher die Gesundheits- und Krankenpflege und bis 2003 die Krankenschwester war, ist heute die Pflegefachfrau oder der Pflegefachmann. Was früher die Gesundheits- und Kinderkrankenpflege und zuvor die Kinderkrankenschwester war, ist heute die Pflegefachfrau oder der Pflegefachmann. Und auch bei der Pflege in der ambulanten oder stationären Altenhilfe verhält es sich gleich: Früher Altenpflege, heute Pflegefachfrau oder Pflegefachmann. Was bis 2019 getrennt wurde, ist seit 2020 vereint. „Diese Neuausrichtung der Ausbildung in der Pflege war notwendig“, sagt Gisela Jenkner, Leiterin der SLK-Gesundheitsakademie und erklärt: „Die Versorgung und Betreuung kranker oder pflegebedürftiger Menschen, egal welchen Alters, hat sich in den vergangen Jahrzehnten spürbar verändert, die Ansprüche an Pflegekräfte, auch bei SLK, steigen.“

Generalistisch

Bereits 2017 wurde das sogenannte Pflegeberufegesetz (PflBfG) vom Bundestag verabschiedet. Seit 2020 wird die generalistische und somit bundesweit einheitliche Pflegeausbildung mit europaweiter Anerkennung und einheitlicher Ausbildungsvergütung umgesetzt. Das Neue daran: Alle Azubis, die diesen dreijährigen Ausbildungsweg wählen, entwickeln über die gesamte Ausbildungszeit gleichermaßen Kompetenzen für eine entwicklungsorientierte und lebensphasengerechte Pflege von Menschen aller Altersgruppen. Sie qualifizieren sich für den Einsatz in den vielfältigen Versorgungsbereichen der Pflege, wie ambulante Pflegedienste, akut- oder langzeitstationäre Gesundheitseinrichtungen, Bereiche der Rehabilitation oder Palliativversorgung. Mit dem Abschluss „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“ ist es im Laufe eines Berufslebens dann möglich, in verschiedenen Pflege- und Versorgungsbereichen zu arbeiten. Zudem qualifizieren sich die Schülerinnen und Schüler damit für bestimmte berufliche Aufgaben, die zukünftig nur noch von qualifizierten Pflegefachpersonen ausgeführt werden dürfen. Dazu zählen die Erhebung und Feststellung des individuellen Pflegebedarfs, Organisation, Gestaltung und Steuerung des Pflegeprozesses sowie Analyse, Evaluation, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege.

Um den Erfordernissen in der Pädiatrie und Altenpflege gerecht zu werden, können Vertiefungseinsätze mit deutlich längeren Praxisphasen beim jeweiligen Träger – Kinderklinik, Altenheim oder ambulante Pflege – gewählt werden. Während der drei Ausbildungsjahre verbringen Azubis mit einem dieser beiden Ausbildungsschwerpunkte dann etwas mehr als die Hälfte der praktischen Ausbildungszeit im Bereich der Pädiatrie oder Altenpflege. Der Gesetzgeber ermöglicht diesen Auszubildenden – für einen Übergangszeitraum von fünf Jahren – noch die Option, einen „alten Abschluss“ in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege oder Altenpflege zu absolvieren. Die Entscheidung dazu muss am Ende des zweiten Ausbildungsjahres erfolgen. Wichtig zu beachten ist dabei aber, dass dieser Abschluss europaweit nicht anerkannt und bereits jetzt schon von einigen Pflegeschulen auch nicht mehr angeboten wird.

Praxisnah

Bei SLK haben zum 1. Juni dieses Jahres 25 Azubis eine generalistische Pflegeausbildung begonnen, davon sieben mit der Vertiefung Pädiatrie in der Praxis. „Um den Bedürfnissen von kranken und pflegebedürftigen Menschen in der heutigen Zeit gerecht zu werden, benötigen wir hoch qualifiziertes und bestens ausgebildetes Fachpersonal“, erläutert Gisela Jenkner. Neben universellen theoretischen Inhalten wurden im PflBfG auch die Praxisphasen neu gestaltet: Demnach müssen Azubis verpflichtend je 400 Praxisstunden in der Altenpflege, in der Akutpflege in einem Krankenhaus und in der ambulanten Langzeitpflege ableisten. Im Bereich der Pädiatrie (Kinderheilkunde) sind es 60 bis 120 Stunden. Jenkner hebt einen weiteren positiven Aspekt, der durch die Reform entstanden ist, hervor: „Wir haben bislang über 50 Kooperationsverträge mit verschiedenen Kooperationspartnern der Altenpflege und ambulanter Pflegeeinrichtungen abgeschlossen. Dadurch ist bereits jetzt ein toller Geist des gegenseitigen Unterstützens entstanden, der letzten Endes nicht nur unseren Azubis, sondern auch allen pflegebedürftigen Menschen zugutekommt.“

Mit einer landesweit einmaligen Kooperation von Trägern der praktischen Ausbildung und Pflegeschulen möchte SLK dazu beitragen, die Ausbildungszahlen im Bereich der Pflege im Stadt- und Landkreis Heilbronn zu steigern. Gemeinsam mit den Pflegeschulen des Zentrum für Psychiatrie Weinsberg, dem Diakonischen Institut Heilbronn, der USS Pflegeakademie Heilbronn, der Peter-Bruckmann Schule Heilbronn und dem Kolping Bildungswerk Heilbronn, wurde 2019 die Kooperation „geHNial“ gegründet. Dabei steht vor allem die Ausarbeitung eines Ausbildungshandbuchs, in dem sowohl praktische Ausbildungserfordernisse als auch Bewertungsformulare festgehalten sind, im Fokus. SLK fungiert dabei als größte Ausbildungsstätte im Stadt- und Landkreis.

Um den bundesweit festgelegten einheitlichen Rahmenausbildungsplan adäquat umzusetzen, schafft SLK derzeit auf verschiedenen Stationen die organisatorischen Voraussetzungen. „Die praktische Ausbildung auf den Stationen braucht künftig einen verlässlicheren Rahmen. Deshalb werden wir auf den Stationen Patientenzimmer separat als Ausbildungsbereich ausweisen. In den sogenannten Clinical Education Units (CEU) arbeiten durch eine Weiterbildung qualifizierte Praxisanleiter gemeinsam mit internen und externen Auszubildenden aller Ausbildungsstufen. Sie erlernen hierbei entsprechend ihres Ausbildungsstandes eine personenorientierte sowie fach- und situationsgerechte Pflege. Besonderes Augenmerk wird auf die Kommunikation und Beziehungsgestaltung mit dem Patient und seinen Angehörigen, das Erfassen der individuellen Situation und des Pflegebedarfs des Patienten, auf ein geplantes und reflektiertes Handeln, sowie enge interprofessionelle Zusammenarbeit mit den anderen Berufsgruppen gelegt“, erklärt Christiane Matzke, Direktorin für Unternehmensentwicklung und Pflegemanagement.

Akademisch

Stichwort Weiterentwicklung: Für Auszubildende, die auch über ein Studium nachgedacht haben, bietet SLK ab dem Wintersemester 2020 in Kooperation mit der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg den ausbildungsintegrierten „Bachelorstudiengang Pflege“ an. Das Profil des viereinhalb Jahre andauernden Studiums mit dem Abschluss „Bachelor of Arts“ verknüpft Berufsausbildung mit staatlich anerkannten Abschlussprüfung und Studium. Nach zunächst drei Jahren, in denen die praktische Berufsausbildung im Vordergrund steht und Lehrveranstaltungen an der Hochschule den geringeren Anteil bilden, folgen noch einmal eineinhalb Jahre, die ausschließlich an der Hochschule absolviert werden. Während der Studienzeit nach der Ausbildung zahlen die SLK-Kliniken weiterhin ein Studienentgelt und bieten den Studierenden, nach erfolgreichem Abschluss, einen Einstellungsvertrag an Das Bachelorstudium Pflege qualifiziert ebenso wie die dreijährige Ausbildung für die direkte Patientenversorgung. Die Studierenden werden mit einer erweiterten Fach- und Methodenkompetenz besonders auf zunehmend komplexer werdende Pflegesituationen, beispielsweise durch die Zunahme an chronischen Erkrankungen, Mehrfacherkrankungen, kulturelle Vielfalt, komplexen Familiensituationen oder hochaltrige Menschen vorbereitet. In der unmittelbaren Patientenversorgung übernehmen sie darüber hinaus Aufgaben in der Patientenedukation, Theorie-Praxis-Transfer oder Qualitätssicherung.

Quelle: SLK-Kliniken Heilbronn GmbH