Da tut sich richtig was!

Crailsheim hat sich für die Landesgartenschau beworben, um die Stadtentwicklung voranzutreiben. Foto: Stadt Crailsheim

Stillstand gibt es nicht. Die Städte im Landkreis Schwäbisch Hall bauen eifrig an ihrer Zukunft. Unser City-Special gibt einen Einblick in aktuelle und geplante Projekte. Die Großen Kreisstädte Schwäbisch Hall, Crailsheim und die sieben weiteren Städte im Landkreis meistern die Krise und treiben den Ausbau von Infrastruktur und Gewerbegebieten voran.

Crailsheim

Ende Juli besichtigt eine Fachkommission die Entwicklungsflächen der Landesgartenschau in Crailsheim. Die Jagststadt hat sich als eine von mehreren Kommunen für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2031-2036 beworben. Unter dem Motto: „Wächst. Blüht. Verbindet.“ soll das Projekt dazu beitragen, die Stadtentwicklung voranzutreiben.

Per Autokino am Volksfestplatz konnten Bürger vor Kurzem verfolgen, wie der Gemeinderat in einer Sondersitzung über Pläne zum Bau einer neuen Stadthalle diskutiert, in der Vereine und Kulturschaffende eventuell eine neue Anlaufstelle finden könnten.

Auf dem Kreuzberg setzen die Stadt Crailsheim und die Reha-Südwest Ostwürttemberg-Hohenlohe einen dreistöckigen Neubau um: Die Bindung zwischen der städtischen Grundschule und der Konrad-Biesalski-Schule soll dadurch enger werden.

Die Bürger im Stadtteil Westgartshausen dürfen sich freuen: Der Netzbetreiber NetCom BW GmbH hat seine Aktivitäten aufgenommen. Seit Mitte Juni gibt es daher für alle Haushalte mit Glasfaseranschluss schnelles Internet in den Ortsteilen Lohr, Oßhalden, Schüttberg und Wegses.

Gaildorf

Mit ambitionierten Bau- und Änderungsvorhaben will sich die Stadt am Kocher für die Zukunft rüsten. Die Bebauungspläne von „Flürle III“ und vorgesehene Umgestaltungen für das Gewerbegebiet im Stadtteil Münster liegen vor. Weitere Ausschreibungen für Projekte sind in Gaildorf im Gange oder wurden vor Kurzem abgeschlossen. Dazu gehören die General­sanierung des Schenk-von-Limpurg-Gymnasiums und der Schloss-­Real­schule. Baumaßnahmen stehen auch bei der Feuerwache an. An- und Umbauaktivitäten finden zudem rund um den Kindergarten im Ortsteil Ottendorf statt. Zudem soll ein neuer Treppenzugang zur Kirche und dem Weg zwischen altem und neuem Friedhof in Ottendorf die örtliche In­frastruktur aufwerten.

Gerabronn

Das Gewerbegebiet „Winterhöhe“ wird derzeit im Stadtteil Dünsbach erschlossen. Bei planmäßigem Verlauf der Bauarbeiten sollen ab Herbst 2020 insgesamt 10 000 Quadratmeter für neue Gewerbeflächen in verkehrsgünstiger Nähe zur Autobahn A6 entstehen.

Auch beim Wohnbau geht es voran. Begehrt und größtenteils schon reserviert sind Wohnbauplätze in der Kernstadt und in den Ortsteilen. Im Lindenbronner Weg in Gerabronn sind die knapp 20 zur Verfügung stehenden Bauplätze schon vergeben. Hoch ist auch die Nachfrage in den neuen Wohnbauplätzen „Im Ort“ und „Lehen“ im Stadtteil Amlishagen. Auch in den Wohnbaugebieten „Sandäcker“ in Dünsbach und „Steinäcker II“ in Michelbach an der Heide gibt es bereits viele Reservierungswünsche. Wenige Plätze sind noch frei.

Ilshofen

In Ilshofen werden aktuell Sanierungsprojekte und Bauvorhaben vorangetrieben. „Das Freibad in Unteraspach wird gerade mit großem Aufwand saniert. Das bestehende 50-Meter-Betonbecken wird umgebaut zum Edelstahl- und Folienbecken“, erklärt Bürgermeister Martin Blessing. „Es kommt eine Sprunganlage und eine Breitwellenrutsche neu dazu. Außerdem wird ein völlig neues Kinderplanschbecken mit Wasserspiellandschaft gebaut“, ergänzt der Rathauschef. Der Kostenrahmen für die Schwimmbadsanierung beläuft sich auf zweieinhalb Millionen Euro. Für einen verbesserten Wasserschutz wird derzeit auch die Kläranlage erweitert und saniert. Für das rundum erneuerte Kläranlagensystem in Ilshofen werden rund sieben Millionen Euro bereitgestellt.

Im Frühsommer 2020 soll auch die Erschließung des neuen Gewerbegebietes im Ortsteil Großallmerspann fertig werden. Noch ein Stückchen weiter ist die Stadtverwaltung bei der Wohngebietserschließung im Elberweg und Buchenweg im Ortsteil Obersteinach. Ebenfalls fest im Blick hat das Rathausteam ein Wohnbaugebiet auf der Ilshofener Höhe, das 2021 erschlossen werden soll. Momentan wird auch ein privates Nahwärmenetz im Gewerbegebiet Südost in Ilshofen im Bereich der Eckartshäuser Straße angelegt, das mit Biomasse (Holzhackschnitzel) betrieben werden soll. Von dem neuen Nahwärmenetz sollen künftig neben Privathaushalten und kommunalen Einrichtungen auch Gewerbebetriebe profitieren.

Kirchberg/Jagst

Die Erschließungsarbeiten im dritten Erweiterungsabschnitt im Gewerbegebiet „Gewerbepark A6 Kirchberg-Ilshofen“ schreiten voran. Als eines der ersten Unternehmen wird dort die Firma „Kraft Lernen“ einziehen.

Für einen flüssigeren Durchgangsverkehr soll der Kreisverkehr in der Haller Straße sorgen. Attraktive Wohnungen werden im neuen Wohnbaugebiet „Im Stück“ entstehen. Mit dem Beginn der Sanierungsarbeiten

in der August-Ludwig-Schlözer-Schule steht ein großes Bauprojekt in Kirchberg/Jagst unmittelbar bevor. Im Rahmen der Bauarbeiten soll gleichzeitig auch eine neue Holz-Pellets-­Heizung eingebaut werden, die für einen Wärmeverbund mit dem „Lindenquartier“, der Schloss-Schule in Kirchberg, vorgesehen ist.

Zudem soll Solarenergie künftig stärker im Fokus stehen. Der Gemeinderat will ein Konzept erstellen, um das Potenzial für die Entwicklung von Freiflächenfotovoltaik in den Ortsteilen von Kirchberg auszuloten.

Langenburg

Mit knapp 2000 Einwohnern zählt Langenburg zu den kleinsten Städten in Baden-Württemberg. Doch kulturell und wirtschaftlich trumpft die Kleinstadt oberhalb der Jagst auf. Sie ist nicht nur bei Ausflüglern sehr beliebt.

Im Gewerbegebiet „Äußerer Seeacker“ wird aktuell der Neubau einer CO2-neutralen Produktionshalle mit Bürogebäude realisiert. „Bauherr ist die Firma Rokla mit Sitz in Langenburg“, verrät Bürgermeister Wolfgang Class. Das Bauvorhaben wird durch das Förderprogramm „Spitze auf dem Land“ unterstützt.

Über das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) wird der Neubau einer weiteren Produktionshalle gefördert, sodass ein ansässiger Metallverarbeitungsbetrieb seine Kapazitäten deutlich vergrößern kann. „Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen ruht das bereits genehmigte Bauvorhaben vorerst“, bestätigt Class. Es soll aber baldmöglichst wieder aufgenommen werden.

Ebenfalls angepackt wird der Neubau eines Zehn-Familien-Hauses in der Michelbacher Straße durch einen privaten Bauherren. „Dadurch soll der angespannte Mietwohnungsmarkt in Langenburg entlastet werden“, sagt der Bürgermeister. Auch die Planungen für Mehrfamilienhäuser im Bereich des Bahnareals schreiten voran.

Schrozberg

Die Stadt Schrozberg liegt verkehrsgünstig an der Autobahn und profitiert von der geographischen Nähe zum benachbarten Main-Tauber-Kreis und zu Bayern. Trotz der Corona-Krise geht es im Industrie- und Gewerbegebiet Herdwiesen rund. Über eine hohe Auftragslage freut sich derzeit die Molkereigenossenschaft Hohenlohe-Franken, die in Schrozberg ihren Sitz hat. Die Milchprodukte in Demeter-Qualität sind überregional bekannt und werden laut Unternehmen momentan besonders stark nachgefragt.

Seit einem Vierteljahrhundert betreibt Klaus Martens in Schrozberg ein Spezialgeschäft für den Bau von Blasinstrumenten. Doch das geplante Blasmusikkonzert zum 25-jährigen Jubiläum von Blasinstrumente Martens musste aufgrund der Pandemie leider abgesagt werden – ebenso wie der Jacobi-Sommer, ein beliebtes Event in Schrozberg. Dennoch hegt die Stadt die Hoffnung, dass im Laufe des Sommers der Tages- und Individualtourismus wieder stärker zurückkehrt.

Mit der malerischen Kulturlandschaft auf der Hohenloher Ebene und dem pittoresken Schloss im Teilort Bartenstein positioniert sich Schrozberg als attraktives Ausflugsziel. Die örtliche Gastronomie hofft, dass der Tourismus wieder angekurbelt werden kann. Mit der Brauerei in Riedbach und der Kultbrauereigaststätte in Spielbach besitzt Schrozberg gleich zwei traditionsreiche Brauereien, die sich auf Gäste freuen.

Schwäbisch Hall

In Schwäbisch Hall rollen am Bahnhof die Bagger. „Auf dem Bahnhofsareal entsteht ein modernes Stadtquartier in unmittelbarer Nähe zur Altstadt und mit idealer Anbindung an den Öffentlichen Personennahverkehr. Das Areal ist ein städtebauliches Filetstück und zudem die letzte größere Fläche in Innenstadtnähe, die für eine Entwicklung zur Verfügung steht“, berichtet Patrick Domberg von der Pressestelle der Stadt Schwäbisch Hall.

Vor den Toren der Siederstadt schreiten im Ortsteil Bibersfeld die Bau­arbeiten im neuen Wohnbaugebiet in Langäcker voran.

Auch zahlreiche Gewerbebauten entstehen derzeit. Der Flugzeugsitze­hersteller Recaro treibt zum Beispiel seine Erweiterungspläne auf dem alten Kaufland-Areal im Haller Westen voran. Ein Kundencenter und ein Crash-Test-Labor entstehen. Auch die Firmensitze von Möbel As und dem Verpackungsspezialisten Breitner sind zu eng geworden, daher nutzen die beiden Unternehmen jetzt die freien Flächen im Zuge des Gewerbegebietsausbaus für Erweiterungen. Auch der Verpackungsmaschinenbauer Optima hat an seinem Stammsitz in eine neue Montagefläche investiert, ein weiteres Bekenntnis zum Standort.

Übrigens: Schon seit Längerem stand fest, dass mit Untermünkheim und Braunsbach zwei Nachbargemeinden von Schwäbisch Hall in Übrigshausen einen interkommunalen Gewerbepark erschließen wollen. Nun wurde bekannt, dass die Planungen für das verkehrsgünstig gelegene Gewerbe­gebiet abgeschlossen sind. Das Projekt nimmt konkrete Formen an.

Vellberg

Zukunftsorientierte Baumaßnahmen stehen im Bühlertal an. Vor allem die Wohnbebauung ist in Vellberg im Frühsommer 2020 ein wichtiges Thema. „In Großaltdorf ist die Erschließung des Baugebiets Wolfsgraben für zirka 20 Bauplätze in den letzten Zügen. Alle Bauplätze sind bereits verkauft, freut sich Bürgermeisterin Ute Zoll. „In der Kreuzäckersiedlung in Vellberg wird der letzte Bauabschnitt für 30 Bauplätze gerade erschlossen und auch hier gibt es bereits zahlreiche Anfragen“, betont die Rathauschefin.

Allerdings werde es in Vellberg keine weiteren Bauplätze mehr geben, wenn auch die Bauplätze in der Kreuzäckersiedlung alle verkauft sind. „Deshalb wurde für das Gebiet Sandhalde beim Hörgershof ein Aufstellungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan gefasst“, erläutert Ute Zoll die Pläne für die weitere Zukunft.

Noch vor der Sommerpause soll das Gewerbegebiet Talheim-Ost als Satzung beschlossen werden. Vor der Erschließung des Gewerbegebiets soll noch in diesem Jahr das Regenüberlaufbecken erweitert werden.

Erweiterungspläne werden aktuell auch für den Kindergarten in der Markgrafenalle realisiert – die Fertigstellung ist für Herbst 2020 geplant. „Anschließend wird der Kindergarten in Talheim abgerissen, erweitert und neu gebaut“, sagt Ute Zoll.

Im Bereich Erneuerbare Energien soll sich im Bühlertal bei Vellberg ebenfalls noch mehr entwickeln: der Gemeinderat will einen Bebauungsplan für drei Freiflächenfotovoltaik-­Anlagen aufstellen. Über einen weiteren Antrag für eine Fotovoltaikanlage in Lorenzenzimmern will sich demnächst der Ortschaftsrat beraten, bevor dann der Gemeinderat eine Entscheidung fällen wird. In den nächsten Wochen erörtert der Gemeinderat ebenfalls die Optionen für eine Fotovoltaikanlage im Ortsteil Talheim.Andreas Scholz