Eine Verbundenheit, die ewig hält

Ein Hoch auf den größten Arbeitgeber von Neuenstadt: Das Handelsunternehmen Förch blickt auf eine über 50-jährige Tradition zurück. Foto: Theo Förch GmbH & Co. KG

Die Theo Förch GmbH & Co. KG ist der größte Arbeitgeber in Neuenstadt am Kocher. Die gesellschaftliche und soziale Verantwortung, die dem Handelsunternehmen in diesem Zusammenhang zukommt, wird seitens der Firma gerne übernommen. Denn: „Es profitieren beide Seiten voneinander“, ist Geschäftsführer Andreas Pescht überzeugt.

Wer nach Neuenstadt am Kocher kommt, der kommt auch an ihm nicht vorbei: dem Handelsunternehmen Förch – dem größten Arbeitgeber der Stadt. Wie graue Riesen ragen die gewaltigen Unternehmensgebäude an der Landstraße gen Oedheim in die Höhe. 30 Meter misst das höchste von ihnen. Es ist Teil des hochmodernen und vollautomatisierten Logistikzentrums, das im vergangenen Jahr eingeweiht wurde. 40 Millionen Euro hat sich der Handelsgigant den Erweiterungsbau kosten lassen – die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Unternehmens, das seit über 50 Jahren am Markt ist. Und das gleichzeitig seit über fünf Jahrzehnten untrennbar zu Neuenstadt gehört. „Unser Unternehmen ist in über 50 Jahren gemeinsam mit der Stadt Neuenstadt gewachsen und groß geworden. Grundlage für unseren internationalen Erfolg sind seit jeher unsere starken regionalen Wurzeln“, betont Geschäftsführer Andreas Pescht und fügt hinzu: „Unser Stammsitz ist und bleibt in Neuenstadt.“

Wie alles begann

Da fragt man sich: Woher stammt diese intensive Verbundenheit? Um Antworten auf diese Frage zu finden, muss man vermutlich einen Blick in die Vergangenheit werfen. Alles beginnt im Jahr 1963: Theo Förch, Gründer der heutigen GmbH & Co. KG, ist zu dieser Zeit als Ingenieur beim Motorenhersteller NSU angestellt. In diesem Zusammenhang beschäftigt den Sohn eines Landwirtes immer wieder eine Frage: Wenn mehr und mehr Autos gebaut werden, steigt da nicht auch die Nachfrage nach Schrauben, Muttern und Co.?

Theo Förch erkennt, dass der Bedarf an ebendiesen Produkten wachsen wird und wittert ein Geschäftsmodell, das er ambitioniert umsetzen möchte. Er macht sich selbstständig und gründet die Theo Förch OHG. Und zwar nicht irgendwo. Nein, in einer Scheune des elterlichen Anwesens in Neuenstadt-Kochertürn. Diese wird als Lagerraum und Büro zugleich genutzt. Und wie das bei Scheunen meist der Fall ist, ist auch diese unbeheizt. Keine einfachen Zeiten für Theo Förch und seine ersten Mitarbeiter. Es wird gespart, jeder Pfennig zweimal umgedreht, eingehendes Verpackungsmaterial gesammelt und wiederverwendet. Das Schaffen zeichnet sich durch Bodenständigkeit und Bescheidenheit aus. Aber die Rechnung geht auf. Die Schrauben und Kleinteile finden ihre Abnehmer und es werden schwarze Zahlen geschrieben – von Anfang an. Unweit der Scheune, in der alles beginnt, liegt heute die Zentrale der international erfolgreichen Unternehmensgruppe.

Starke Bindung

Es scheint wie in einer zwischenmenschlichen Beziehung zu sein: Je härter die Zeiten, die man miteinander erlebt, desto stärker die Bindung, die man zueinander hat. So ist es auch bei Förch und Neuenstadt – und zwar bis heute.So wundert es auch nicht, dass Förch der gesellschaftlichen und sozialen Verantwortung, die es als ortsansässiges Unternehmen nun einmal hat, gerne nachkommt. „Die Unternehmensgröße selbst ist kein Gradmesser für das Maß an Verantwortung“, sagt Pescht. Für ihn haben Firmen unabhängig ihrer Größe ein soziales und ökologisches Pflichtgefühl zu tragen. Dennoch: „Neuenstadt kann sich auf Förch als wachsenden Arbeitgeber mit vielversprechenden Karrierechancen verlassen“, stellt der Geschäftsführer klar und fügt hinzu: „Förch verlässt sich andererseits als Arbeitgeber darauf, dass die Stadt sinnvoll in ihre Weiterentwicklung investiert und unseren Arbeitnehmern ein lebens- und liebenswertes Umfeld bietet.“

Das, so scheint es, hat in der Vergangenheit auf beiden Seiten reibungslos funktioniert. „Wir sind sehr dankbar für die unternehmensorientierte Unterstützung, beispielsweise im Bereich unserer abgeschlossenen und geplanten Bauvorhaben. Wir schätzen die stets gute Kommunikation mit den Verantwortlichen der Stadt sowie deren Zuverlässigkeit.“ Auch in Sachen Digitalisierung seien hier schon einige Schritte in die richtige Richtung unternommen worden. „Diese Entwicklung muss auch über die nächsten Jahre konsequent vorangetrieben werden.“ Ein anderer Pluspunkt, den Pescht herausstellt, ist die Größe der Stadt. „Einer der Vorteile ist natürlich die regionale Bekanntheit als Arbeitgeber. Auch bietet das ländliche Umfeld eine enorme Lebensqualität. Bezahlbarer Wohnraum, weniger Stau, Lärm und Luftverschmutzung sowie eine gut ausgebaute Kinderbetreuung sind hierbei große Pluspunkte.“ Doch wo Licht ist, ist bekanntlich auch Schatten. „Aktuell ist es schwierig, qualifizierte Fachkräfte zu rekrutieren.“

Der Landkreis Heilbronn und der angrenzende Hohenlohekreis haben relativ niedrige Arbeitslosenquoten – was die Auswahl an potenziellen Bewerbern weiter eindämmt. Die guten Fachkräfte sind vom Markt. „Umso wichtiger ist für die Förch-Unternehmensgruppe die Förderung der Attraktivität unserer Region. Dies geschieht beispielsweise durch eine Vielzahl lokaler Sponsoringaktivitäten und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den umliegenden Vereinen sowie durch die Unterstützung der Helmbundschule im Bereich der Digitalisierung eines Klassenzimmers.“ Auf diese Weise gibt Förch nicht nur der Stadt etwas zurück, sondern auch der ganzen Region und den Menschen, die in ihr leben.

Lydia-Kathrin Hilpert