Jazzsound in der Industriehalle

Studierende der Reinhold-Würth-Hochschule organisieren musikalisches Highlight. Foto: Ziehl-Abegg Se

Der renommierte Jazztrompeter Joo Kraus spielt mit einem Ensemble der Würth Philharmoniker und DJ Stefan Ole Bott in einer Industriehalle der Firma Ziehl-Abegg im Gewerbepark Hohenlohe stark auf. Das musikalische Highlight möglich machten Studierende der Reinhold-Würth-Hochschule in Kooperation mit der Firma Ziehl-Abegg und der Unterstützung der Würth-Stiftung.

Die Vorfreude bei Helen Bühler und Jana Dickebohm steigt spürbar an. Noch knapp 30 Minuten und dann werden die ersten Sounds von DJ Stefan Ole Bott eine Industriehalle von Ziehl-Abegg im Gewerbepark Hohenlohe in eine Klangkathedrale verwandeln. Die zwei jungen Frauen, die derzeit an der Reinhold-Würth-Hochschule in Künzelsau den Studiengang „Betriebswirtschaft und Kultur-, Freizeit- und Sportmanagement“ absolvieren, gehören zum Organisationsteam des hochkarätig besetzten Konzertabends.

„Jamming@theFactory“ heißt das Motto des musikalischen Abends am 6. Juni 2019, der nicht in einem klassischen Konzertsaal, sondern auf ungewohntem Industrieterrain stattfindet. „Wir freuen uns, dass auch der bekannte Jazztrompeter Joo Kraus unserer Einladung gefolgt ist und zusammen mit einem Ensemble der Würth Philharmoniker und DJ Stefan Ole Boot das Publikum mit tollem Jazzsound verwöhnen wird“, so Helen Bühler.

In der Hand trägt sie ein Funkgerät. Kurz vor Konzertbeginn nutzt sie das Funkgerät noch einmal, um mit Maria Strack in Kontakt zu treten. „Hallo, Helen. Technik, Ton und Licht sollten passen“, bekommt sie als Antwort zu hören. Mit einem hochgestreckten Daumen leitet sie die gute Nachricht gleich an Jana Dickebohm weiter, die neben ihr steht.

Jana Dickebohm und Helen Bühler haben die Werbe-, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für den musikalischen Leckerbissen auf die Beine gestellt. “Insgesamt zwölf Studenten von unserem Studiengang sind seit Monaten damit beschäftigt, um die Jamsession hier im Gewerbepark zu stemmen. Wir haben uns daher in drei Gruppen eingeteilt“, erklärt Jana Dickebohm. „Während unsere Gruppe mit Öffentlichkeitsarbeit und Werbung beschäftigt war, haben sich die anderen Gruppen beispielsweise um Catering, Bestuhlung und natürlich um Licht und Ton gekümmert“. Während Ziehl-Abegg die Studierenden unter anderem großzügig beim Catering unterstützte, gaben auch die Dozenten Norbert Eierding und Ute Hafermalz den drei Gruppen gelegentlich Tipps, um das große Musikevent zu meistern.

Eine Herausforderung für die Studierenden im Rahmen der Konzertplanung stellte die ungewohnte Location im Gewerbepark Hohenlohe dar: die Industriehalle im Zweigwerk von Ziehl-Abegg, einem internationalen Marktführer für Antriebs- und Ventilatorentechnik mit Hauptsitz in Künzelsau, wird werktags als Testhalle für Elektro-Linienbusse. „Wir haben das aber gut hinbekommen, dass der Produktionsbetrieb und der Betriebsalltag durch das Konzert nicht zu sehr gestört werden“, betont Helen Bühler.

Auch dank des großen Einsatzes der Studierenden wird das zweistündige Konzert mit Jazztrompeter Joo Kraus, einem Ensemble der Würth Philharmoniker und DJ Stefan Ole Bott als Special-Guest ein voller Erfolg. 200 Konzertbesucher bedanken sich mit Standing Ovations bei den spielfreudigen Vollblutmusikern für eine gelungene Jamsession mit unter anderem Jazzversionen von Michael Jacksons größten Hits.

Auch Prof. Dr. Hermann-Josef Kiel, Studiendekan der Hochschule Heilbronn am Campus Künzelsau, springt nach dem Konzert begeistert vom Stuhl auf, um den Künstlern nach dem Schlussakkord kräftig zu applaudieren. „Ein Abend mit Jazzmusik und Streichinstrumenten in industriellem Ambiente ist ein außergewöhnliches Erlebnis“, betont er. „Ich finde es gut, wenn sich Industriefirmen wie Ziehl-Abegg immer mehr für kulturelle Veranstaltungen wie Live-Konzerte öffnen“, ergänzt der Hochschulprofessor.

Durch die Organisation eines Konzertabends mit professionellen Musikern auf dem Gelände eines Industrieunternehmens werden seiner Meinung nach zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. „Die Studierenden können ihr theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen, indem sie das gewohnte Campusgelände und die vertraute Technikausrüstung einmal hinter sich lassen, um an anderer Stelle ein Event zu realisieren. Gleichzeitig machen sie dabei die Erfahrung, dass nicht nur Museen, Sportvereine oder Konzertagenturen in Großstädten, sondern auch die Industriefirmen in der Region Hohenlohe spannende Aufgabenfelder nach dem Studium im Veranstaltungsmanagement bieten“.

Peter Fenkl, Vorstandsvorsitzender von Ziehl-Abegg, freut sich, dass dieses hochkarätige Konzert im Kupferzeller Werk stattfindet. „Wir sorgen mit unseren Ventilatoren für gute Luft und angenehme Temperaturen in Konzertsälen rund um den Globus – da passt dieses erlesene Klangerlebnis gut in diese Fabrikhalle.“

Andreas Scholz