Jüngster Standort der DHBW wird 10 Jahre alt

Die Duale Hochschule Heilbronn besteht seit zehn Jahren und kann auf eine große Weiterentwicklung zurückblicken: Neben der wachsenden Zahl an Studierenden wurden der Campus ausgebaut und zahlreiche Forschungs- und Entwicklungsprojekte realisiert. Foto: Duale Hochschule Baden-Württemberg Heilbronn

Die Duale Hochschule Heilbronn hat in den letzten zehn Jahren seit der Gründung des Standorts viel erreicht: Angefangen mit 86 Studierenden, zählt die Hochschule heute rund 1300 Studierende, 27 Partnerhochschulen und zwei deutschlandweit einzigartige Studiengänge.

Als aktiver Treiber der Wissensregion Heilbronn-Franken ist die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heilbronn aus der Käthchenstadt nicht mehr wegzudenken. Im Januar 2010 zog die DHBW Heilbronn mit zweieinhalb Mitarbeitenden in das damalige HVG-Gebäude ein; im Herbst des selben Jahres starteten die ersten 86 Studierenden in den Studienrichtungen BWL-Handel und BWL-Dienstleistungsmanagement. Heute, zehn Jahre später, bietet die Hochschule eine wissenschaftliche Heimat für 1300 Studierende und 115 Mitarbeitende. Inzwischen kann man hier auch BWL-Food Management und Wein-Technologie-Management studieren.

Innovationen und Nachhaltigkeit in der Lehre

„Wir haben uns innerhalb von zehn Jahren zur betriebswirtschaftlichen Kaderschmiede für die Lebensmittelbranche entwickelt“, freut sich Gründungsrektorin Nicole Graf und ergänzt: „Die Zahl der Studienanfänger und dualen Partner steigt jedes Jahr dynamisch an. In diesem Studienjahr haben wir einen neuen Rekord bei den Studienplatzanmeldungen erreicht“. Inzwischen vertrauten bereits über 700 Partnerunternehmen der DHBW Heilbronn die Ausbildung ihres Nachwuchses an.

Die DHBW Heilbronn hat zwei bundesweit einzigartige duale Studiengänge aufgebaut: BWL-Food Management und Wein-Technologie-Management. „Ob vom Acker auf den Teller oder von der Rebe bis ins Glas, unsere Studierenden lernen Wirtschaftlichkeit mit Nachhaltigkeit und Verantwortung zu verbinden. Gerade im Hinblick auf den Klimawandel und ein gestiegenes Bewusstsein für soziale Gerechtigkeit ist nachhaltiges Management unverzichtbar, wenn nicht sogar der wichtigste Zukunftsfaktor für die Wirtschaft“, erläutert Graf. Das Thema Nachhaltigkeit zieht sich durch die gesamte Lehre: Gemeinsam mit dem Handelsverband Baden-Württemberg und dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) untersuchen zukünftige Handelsmanager Wege zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung, Textilmanagement-Studierende entwarfen die erste nachhaltige DHBW-Modekollektion, Studierende aus dem Dienstleistungsmanagement setzen erste Visionen für eine nachhaltige Stadtentwicklung gemeinsam mit städtischen Partnern um.

Mit dem Wachstum der DHBW Heilbronn stieg auch die Anzahl der Partnerhochschulen. Inzwischen können die Studierenden Auslandssemester an 27 Hochschulen auf allen fünf Kontinenten absolvieren.

Forschung als Triebfeder für die Region

Als jüngster DHBW-Standort profiliert sich die DHBW Heilbronn seit ihrer Gründung im Bereich der Forschung. Aktuell arbeitet die Forschungsabteilung parallel an zehn internationalen Bildungsforschungsprojekten. Ein Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Transfer des dualen Studienmodells ins Ausland, beispielsweise nach Kasachstan, Mosambik und Bosnien-Herzegowina. Hinzu kommen das regionale Strukturförderungsprojekt „Weinnova“ (EIP-Agri) und Forschungen zur Digitalisierung und Qualitätssteigerung der Lehre. Insgesamt haben diese mehrjährigen Projekte ein Volumen von rund zwei Millionen Euro.

Ein zukünftiger Schwerpunkt der Forschung liegt im Bereich der Kernkompetenz Lebensmittel. Ein Beispiel ist der Aufbau des Sensorik-Expertenpanels, das es auch kleinen und mittelständischen Unternehmen ermöglicht, neue Produktentwicklungen zu testen. „Damit leistet die DHBW Heilbronn einen direkten Beitrag zur Förderung der regionalen Wirtschaft“, sagt Graf.

Durch die enge Vernetzung mit kleinen und mittelständischen Unternehmen vor Ort ergeben sich zudem angewandte Forschungsprojekte. „So profitieren auch Firmen ohne eigene Forschungsabteilung von einer wissenschaftlichen Begleitung ihrer Vorhaben“, erklärt Günter Käßer-Pawelka, wissenschaftlicher Leiter Forschung und Labore und einer der Gründungsprofessoren der DHBW Heilbronn.

Engagement in Kultur, Sport und Stadtentwicklung

Seit ihrer Gründung ist die DHBW Heilbronn aktive Gestalterin der Wissensstadt Heilbronn. Mit dem Projekt „2023“ konnten junge Menschen sich erstmals an der Stadtentwicklung beteiligen und ihre Visionen für das Heilbronn der Zukunft einreichen. Weitergeführt wurde der Gedanke mit dem „Schwarmstadt“-Projekt, das Heilbronn zu einem Ort entwickeln möchte, an dem sich junge Menschen dauerhaft ansiedeln. Dreh- und Angelpunkt ist das Bahnhofsviertel, das sich laut den Initiatoren Hanix und DHBW Heilbronn zu einem Szene-Kiez entwickeln soll. Der Anfang ist gemacht: Die Studierenden erstellten ein Konzept für eine urbane Besenwirtschaft in der Heilbronner Bahnhofsvorstadt. Weitere Projekte haben unter anderem stattgefunden mit dem Science-Center Experimenta, den Stadtwerken, dem Württembergischen Kammerorchester, dem Haus der Familie und verschiedenen Heilbronner Vereinen. Die Studierenden betrieben Marktforschung und entwickelten ähnlich einer Unternehmensberatung Marketingkonzepte und Businesspläne.

Auch im Sport besitzt die DHBW Heilbronn bundesweit Sichtbarkeit: 2016 sowie 2017 haben Studierende das landesweite DHBW Sportfest Studylympics in Heilbronn ausgerichtet und 2019 den Sportmanagement-Cup für Studierende aus ganz Deutschland organisiert.

Vernetzung mit Heilbronner Bildungseinrichtungen

In den letzten Jahren hat sich der Bildungscampus rasant entwickelt: Mittlerweile sind hier acht Bildungs- und Forschungseinrichtungen mit bundesweiter und internationaler Strahlkraft angesiedelt. Mit einer gemeinsamen Hochschulbibliothek, einer neuen Mensa und verschiedenen Cafés ist der Bildungscampus nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch des Austauschs zwischen den Institutionen. „Bildung ist die Schlüsselressource für die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft. Der Bildungscampus gibt der ganzen Region einen Schub nach vorne und trägt dazu bei, Heilbronn zukunftsfit zu machen“, betont Graf.

Bereits 2011 gründeten die damaligen drei Hochschulen in Heilbronn, die Hochschule Heilbronn, die German Graduate School und die DHBW, den Förderverein der Hochschulregion Heilbronn-Franken e.V. Mit dem 2019 gegründeten Verein Wissensstadt Heilbronn e.V. wird die erfolgreiche Kooperation fortgesetzt und erweitert: Mitglieder sind die Heilbronner Hochschulen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen, die Stadt Heilbronn, die Heilbronner Stimme, die Campus Founders und das Science-Center Experimenta.