Mit innovativen Ideen zum Bundesfinale von „Jugend forscht“

Seit 2021 ist die Experimenta in Heilbronn Pate für den Landeswettbewerb "Jugend forscht Baden-Württemberg". Foto: Experimenta

Beim Landeswettbewerb „Jugend forscht Baden-Württemberg“ haben sich acht Projekte für das Bundesfinale von Deutschlands bekanntestem Nachwuchswettbewerb qualifiziert. Mit ihren Forschungsarbeiten zeigten die Jungforscher, wie Probleme innovativ angegangen und gelöst werden können.

Acht Projekte aus Baden-Württemberg für das 56. Bundesfinale Jugend forscht, das vom 26. bis 30. Mai stattfinden wird, qualifiziert. „Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen konnten wir mit 69 teilnehmenden Projekten einen neuen Höchststand erreichen“, zeigt sich Landeswettbewerbsleiterin Dr. Marianne Rädle erfreut. „Es ist faszinierend, mit wie viel Kreativität und Durchhaltevermögen die jungen Menschen beim erstmals virtuell ausgetragenen Landeswettbewerb ihre Ideen in die Realität umgesetzt haben“, so Rädle weiter.

Kampf gegen Bakterien und Buchsbaumzünsler

Den Landessieg im Fachgebiet Arbeitswelt holten sich Miriam Warken, Fabio Briem und Lukas Bohnacker vom Schülerforschungszentrum Südwürttemberg in Ulm. Mithilfe ihres bereits zum Patent angemeldeten physikalischen Verfahrens können sie nachhaltiger und umweltschonender als mit chemischen Verfahren Bakterien in Rohrleitungen töten.

Eine grenzüberschreitende Feldstudie zu den Wildbienenarten in den Regionen Reiat und Hegau brachte Judith Lutz und Sarah Lichtenstein vom Hegau-Gymnasium in Singen den ersten Platz im Bereich Biologie ein.

Mit Extrakten aus Blättern des Springkrauts stellte Helen Hauck vom Schülerlabor der Universität Konstanz eine Substanz her, die als biochemische Waffe gegen den Buchsbaumzünsler eingesetzt werden kann und überzeugte damit die Jury im Fachgebiet Chemie.

Nachhaltige Pflanze und fliegende Papierstreifen

Dass die Energiepflanze Durchwachsene Silphie im Vergleich zu Mais bei Parametern wie Wasserretention, Nitratrückhaltevermögen oder Humusaufbau einen ökologischen Vorteil hat, haben Isabell Seibel und Melina Reckermann vom Immanuel-Kant-Gymnasium Tuttlingen in ihren Labor- und Feldversuchen beobachtet. Sie belegen den ersten Platz bei den Geo- und Raumwissenschaften.

Über den Landessieg im Fachgebiet Mathematik/Informatik freut sich Can Lehmann, der auf das Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach am Neckar geht. Er hat eine domänenspezifische Sprache für differenzierbare Programmierung entwickelt.

Leonard Münchenbach und Leo Neff, unterstützt vom Schülerforschungszentrum „aluMINTzium“ in Emmendingen, wiederum haben einen Weg gefunden, um den Flug von Papierstreifen physikalisch zu beschreiben und mit wenigen Parametern zu modellieren. Dies brachte den beiden Jungforschern den Sieg in der Kategorie Physik ein.

Innovativer 3D-Drucker und sichere Datenübertragung

Den optimierten Kunstharz-3D-Drucker „SpeedX“ auf Basis von UV-Lichthärtenden Kunstharzen hat Tobias Neidhart vom HTWG Konstanz konstruiert und damit den ersten Platz im Fachgebiet Technik belegt.

Finn Liebner vom Marie-Curie-Gymnasium in Kirchzarten hat ein System zur optischen Datenübertragung durch den freien Raum entwickelt. Zentrales Element dabei ist ein sogenannter FPGA (Field Programmable Gate Array), der die Ver- und Entschlüsselung der zu transferierenden Daten übernimmt. Damit gewann der 17-Jährige das Fachgebiet Interdisziplinär.

Langjährige Partnerschaft und neue Akteure

Nachdem die Robert Bosch GmbH die Patenschaft für den Landeswettbewerb Jugend forscht Baden-Württemberg 35 Jahre innehatte, sind seit Januar 2021 das Science Center Experimenta und der Landesverband für naturwissenschaftlich-technische Jugendbildung (Natec) als Pateninstitutionen aktiv und haben den 56. Landeswettbewerb ausgerichtet. „Mein besonderer Dank gilt der Robert Bosch GmbH als langjährigem Partner sowie den neuen Paten Experimenta und Natec, die Hand in Hand für einen reibungslosen Ablauf der digitalen Premiere des Wettbewerbs gesorgt haben“, sagt Dr. Marianne Rädle. „Ich bin beeindruckt, wie sich die jungen Forscherinnen und Forscher untereinander vernetzt haben. Danke auch an die Betreuer und Juroren für ihre Flexibilität und an das Organisationsteam der Experimenta für die perfekte Durchführung des Landeswettbewerbs.“