Radeln für den guten Zweck

Tritt selbst gerne in die Pedale: Radtouren-Organisator Gisbert Hetzler. Foto: Alexander Liedtke

Die Kastanien- und die Firmenradtour im Neuenstädter Teilort Kochertürn gehören zum den beliebtesten Radevents in der Region. Wir haben mit dem Organisator gesprochen und herausgefunden, dass die Veranstaltung für ihn eine ganz persönliche Bedeutung hat.

Direkt am Ufer des Kochers, eingesäumt von Wäldern, Wiesen und Feldern liegt die etwa 1000-Seelen-Ortschaft Kochertürn, die zu Neuenstadt am Kocher gehört. Große Tradition hat im Ort das Kastanienfest, das vor vielen Jahren als Beisammensein unter zwei Kastanien begann.

Für Gisbert Hetzler hat das Fest eine besondere Bedeutung. Zum einen hat er aus der Feier das gemacht, was sie heute ist: Nachdem die Veranstaltung etwas in die Jahre gekommen war, setzte sich das Organisationsteam um den Kochertürner vor 14 Jahren zusammen und überlegte: „Was können wir noch machen?“ Man kam auf die Idee, die Kastanienfeier mit einer Radtour zu verbinden. Vor sieben Jahren entwickelte das Neuenstädter

Gemeinderatsmitglied mit seinen Kollegen zudem das Konzept, Firmen aus Neuenstadt in das Event einzubinden. Entstanden sind brillante Vorschläge, was die Teilnehmerzahl zeigt: Knapp 1000 Pedaleure waren es im vergangenen Jahr auf den drei Fahrradstrecken mit einer Länge von 26, 50 und 70 Kilometern.

Doch für Gisbert Hetzler hat das Fest noch eine andere Bedeutung – eine hochemotionale. Deshalb organisiert er die Touren mit solcher Leidenschaft Jahr für Jahr mit und deshalb bringt er unzählige Stunden ehrenamtlich auf: 2006 erkrankt sein damals 12-jähriger Sohn an Leukämie. 2011 dann der Rückfall. Der junge Mann ist auf eine Knochenmarkspende angewiesen. Ein passender Spender kann Dank der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) gefunden werden. „Wir sind der Organisation auf ewig zum Dank verpflichtet“, erzählt der Familienvater mit gerührtem Blick. Deshalb gehen jedes Jahr ein Betrag aus den Teilnahmegebühren sowie Spenden, die bei dem Fest gesammelt werden, an die DKMS. „Wenn das Leben des eigenen Sohnes am seidenen Faden hängt, dann ist der innere Antrieb da, etwas Gutes zu tun.“

Und etwas Gutes tut der Kastanien- und Firmenradtour-Organisator wirklich: für sich und seine Familie, da er etwas zurückgibt, für die vielen Blutkrebspatienten in Deutschland, die dadurch dringend benötigte Hilfe erhalten, für Neuenstadt und die Gemeinden im näheren Umkreis, die dadurch Bekanntheit erlangen und für die ansässigen Firmen, die untereinander als Team zusammenwachsen können.

Alexander Liedtke