Rat für rüstige Renter

Mitglieder des Kreisseniorenrats Schwäbisch Hall bei der alljährlichen Tagung in Hesselberg. Foto: Kreisseniorenrat Schwäbisch Hall

Der Kreisseniorenrat ist Sprachrohr für ältere Menschen. Er hat vor allem eines im Blick: Teilhabe und Weiterbildung bis ins hohe Alter.Seine ehrenamtlichen Mitglieder engagieren sich auch für bessere Mobilität, finanzielle Hilfe und altersgerechtes Wohnen.

Altwerden hat zwei Gesichter: Einerseits hat man als Rentner mehr Zeit, andererseits zieht einem der Körper möglicherweise einen Strich durch die Rechnung und behindert einen aktiven Lebensabend. Ziel des Kreisseniorenrats des Landkreises Schwäbisch Hall ist, die Bedürfnisse älterer Menschen zu befriedigen – den einen sinnvolle Beschäftigung im Alter zu ermöglichen und den anderen Unterstützung zu bieten, wenn die Gesundheit nachlässt.

Weil 70 das neue 60 ist, sind viele Rentner noch sehr aktiv und rüstig. Sie wollen sich weiterbilden und gesellschaftlich einbringen. Der Kreis­seniorenrat entwickelt passende Ideen, oft auf Anfrage von Vereinen und Institutionen, und organisiert die Umsetzung. Daraus entstehen Angebote wie Vorträge und Weiterbildungsmöglichkeiten. Sehr gefragt sind beispielsweise die Senioreninternetcafés.

Gemeinnützige Arbeit

„Wir sind Sprachrohr und Forum für ältere Menschen“, sagt Elvira Probst-Lipski, verantwortlich für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Kreisseniorenrats, „ein Viertel der Bevölkerung sind bereits Silver Ager.“ Die Organisation arbeitet ehrenamtlich und ist ein als gemeinnützig anerkannter Verein. Der Vorstand besteht aus fünf Personen, der erweiterte Vorstand aus einem Vielfachen. Darin sitzen Vertreter zahlreicher Vereine und Institutionen, darunter Diakonie, Rotes Kreuz, Seniorenheime, Heimstiftung und Hospiz. Seit Kurzem sind auch die Kreislandfrauen vernetzt mit dem Kreisseniorenrat.

Beweglichkeit

Mobilität ist ein großes Thema im Alter. Der Kreisseniorenrat setzt sich daher für besseren Nahverkehr ein, etwa Busse mit Schienen für Rollstuhl- oder Rollatorfahrer. Außerdem regt der Rat in Gemeinden die Schaffung von Seniorenbussen an, mal von Nachbarschaftshilfen organisiert oder, wie in Hall, vom Stadtseniorenrat in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz. Mobilität ist auch Thema der diesjährigen, dreitägigen Tagung in Hesselberg, zu der der Kreisseniorenrat jährlich seine Mitglieder einlädt. Damit Senioren nicht nur auf der Straße, sondern auch im eigenen Körper so mobil wie möglich sind, nimmt sich der Verein auch dem Sport an. Seit einigen Jahren gibt es das Angebot „GIB – Gemeinsam in Bewegung“. In den Kreisstädten haben sich ehrenamtliche Senioren zum Kursleiter ausbilden lassen. Sie trainieren ältere Menschen an öffentlichen Plätzen – kostenfrei.

Schamgefühl

Armut ist ebenfalls ein Thema für die Vertreter der Älteren. Vor allem alleinstehende Frauen können sich Vieles nicht leisten. Scham ist ein ständiger Begleiter. Der Kreisseniorenrat arbeitet derzeit an Beratungs- und Unterstützungsangeboten für ältere Menschen, die nur wenig Geld zur Verfügung haben, und wird bald einen Flyer zum Thema veröffentlichen.

Ansprechpartner

Auf der Internetseite des Vereins sind alle Angebote in den Bereichen Rat und Unterstützung aufgeführt. Auch die Adressen der Ansprechpartner in allen Kreisstädten sind dort zu finden. Zudem wird aufgelistet, welche Geschäfte seniorenfreundlich sind, sprich mit Stuhl zum Ausruhen, Toilette und ohne Treppenstufen. Auch örtliche Nachbarschaftshilfen und Beratungen für Pflegedienste sowie Demenzbetreuung sind auf der Homepage zusammengefasst. Lange in der eigenen Wohnung oder dem Haus bleiben zu können, ist der Wunsch vieler Senioren. Darum gibt es seit Oktober 2016 im Landkreis eine unabhängige und kostenfreie Wohnberatung. Es ist eine Kooperation des Kreisseniorenrates und des Pflegestützpunkts Landkreis Schwäbisch Hall sowie regionaler Initiativen. Geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter, ebenfalls Senioren, beraten und unterstützen Ratsuchende und entwickeln gemeinsam mit ihnen Lösungen, um möglichst lange sicher, selbständig und barrierefrei im eigenen Zuhause zu leben.

Sonja Alexa Schmitz

Kreisseniorenrat
Der Kreisseniorenrat Schwäbisch Hall ist ein Zusammenschluss aller auf dem Gebiet der Altenarbeit tätigen Organisationen, Einrichtungen und Vereinigungen im Landkreis. Über 200 Seniorengruppen sind Mitglied im Kreisseniorenrat. Weit über 11 000 Menschen im Alter von 60 bis 100 Jahren engagieren sich in den Kreisen und Gruppen. Der überwiegende Teil der Mitglieder ist weiblich. Mehr Infos im Internet unter: www.kreissenioren-sha.de