Übers Vorpraktikum in den Beruf

Für Sebastian Wohlleben war es wohl Schicksal, dass er bei der Firma Ziehl-Abegg landete. Dank eines Praktikums hat er dort seinen Traumjob gefunden. Foto: Ziehl-Abegg/Rainer Grill

Eigentlich wollte er an der Uni Maschinenbau studieren. Doch das Schicksal hatte mit Sebastian Wohlleben etwas anderes vor. Und so studierte er plötzlich dual, obwohl er sich das nie vorstellen konnte. Heute ist der Teamleiter froh über seinen Sinneswandel.

Ohne Vorpraktikum wäre ich heute sicherlich nicht da, wo ich jetzt arbeite“, sagt Sebastian Wohlleben zufrieden. Der 30-Jährige ist Teamleiter Prozess-Engineering bei Ziehl-Abegg. Schülerpraktika und nach dem Abitur das Vorpraktikum sind für ihn die idealen Wegbereiter bei der Verwirklichung seines Traumberufes gewesen.

Mit guten Noten in Mathematik und Physik sowie großem technischen Interesse stand für Wohlleben schon in jungen Jahren fest, dass es einmal ein technischer Beruf werden wird. Also absolvierte er, während er Schüler am Ganerben-Gymnasium in Künzelsau war, sein Bogy (Berufs- und Studienorientierung am Gymnasium) bei einem Industrieunternehmen in der Entwicklung. „Ein Praktikum ist auch dafür da, einem aufzuzeigen, was man vielleicht nicht mag“, ist Wohlleben überzeugt.

Für ihn kristallisierte sich nach seinem Bogy damals heraus, dass er nicht in der Entwicklung arbeiten wollte. Also ging er in den Ferien ein weiteres freiwilliges Praktikum an: in derselben Firma, nur in einer anderen Abteilung. „Danach war mir klar, dass die Prozessplanung mein Thema ist“, erinnert er sich. Dass letztlich die Schüler-Ingenieur-Akademie (SIA) ein Schlüssel zum Erfolg sein würde, war zuvor nicht abzusehen. Im Rahmen der SIA an seiner Schule kam Wohlleben in die Lehrwerkstatt zu Ziehl-Abegg, wo er einen Roboter baute.

Als er nach seinem Abitur die Bewerbung fürs Maschinenbaustudium an der Uni am Laufen hatte, suchte er nach einer Stelle fürs vorgeschriebene Vorpraktikum. Dort, wo der Abiturient eigentlich hin wollte, dauerte es ihm zu lange, bis er eine Zusage bekam. Daher rief er Ausbilder Jens Münch bei Ziehl-Abegg an, den er von der SIA her kannte. Und dann ging es sehr schnell: „Ich hatte gleich die Zusage für das sechswöchige Vorpraktikum.“

Planänderung zum dualen Studium

Anders als ursprünglich geplant, korrigierte der ehemalige Praktikant schließlich seinen Berufsweg und unterzeichnete einen Vertrag für ein duales Studium mit Ziehl-Abegg als Partnerunternehmen. Da das Vorpraktikum auch dafür nötig war, änderte sich rein zeitlich nichts am weiteren Ablauf. „Das Vorpraktikum ist sehr sinnvoll“, betont der Kupferzeller. Denn jeder Maschinenbau-Ingenieur sollte einmal gebohrt, gefräst und gefeilt haben. Die Kombination im dualen Studium von Theorie und Praxis kam ihm sehr entgegen.„Die drei Monate in der Firma haben mich stets so motiviert, dass ich mich auch durch die drei Monate an der Hochschule beißen konnte“, sagt er schmunzelnd. Denn Schule mit Frontalunterricht ist nicht seine Welt.

Nach zwei Jahren im Job absolvierte Wohlleben berufsbegleitend den Master in Production Management. Die Unterstützung seitens des Unternehmens war dabei stets gegeben und beschränkte sich nicht nur auf das Finanzielle. Ein halbes Jahr nach seinem Masterabschluss im Sommer 2015 wurde Wohlleben dann Teamleiter in der Produktionsprozessplanung.

Red.