Audi-Betriebsrat fordert Standortstrategie und Qualifizierungsoffensive am Werk in Neckarsulm

Betriebsrat Alexander Reinhart bekräftigte im Rahmen der dritten Betriebsversammlung im Werk Neckarsulm noch einmal die Forderungen aus dem Masterplan „Perspektive Neckarsulm“. Foto: Audi AG

Bei der Betriebsversammlung am Standort Neckarsulm des Automobilherstellers Audi am 27. September hat sich Betriebsrat Alexander Reinhart für eine Qualifizierungsoffensive mit gleichen Zugangschancen für alle Audianer ausgesprochen. Es sei darüber hinaus nötig, die Standortkompetenzen entsprechend des „Masterplan Perspektive Neckarsulm“ zu stärken.

Neben einem Q-Modell für den Standort und kürzeren Entscheidungswegen will der Betriebsrat bei Audi in Neckarsulm auch innerbetriebliche Abläufe mit dem Vorstand diskutieren, wie der Rat am Rande der Betriebsversammlung am 27. September mitteilte. „Wir wollen uns Prozesse und Verantwortlichkeiten in Neckarsulm anschauen und für den Standort sowie zum Wohle der Audi AG nachschärfen“, betonte Betriebsrat Alexander Reinhart vor rund 3300 Beschäftigten. In seinem Masterplan fordere der Betriebsrat weitreichende Standortkompetenzen, damit Entscheidungen schneller und direkt vor Ort getroffen werden.

Der Vorstand müsse zudem Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Neckarsulmer Belegschaft ihren vollen Beitrag leisten kann. Das bedeute angemessene Stückzahlen sowie umfassende Qualifizierungen für neue Tätigkeiten am Standort: „Um alle Mitarbeiter im Wandel hin zu neuen Modellen und Geschäftsfeldern mitzunehmen, brauchen wir jetzt eine Qualifizierungsoffensive mit Zugangschancen für alle.“

Zu häufig seien in der Vergangenheit formale Hürden aufgebaut worden, die die Möglichkeiten für einzelne Talente und Qualifizierungen schmälerten. Durch die Umstellung auf den neuen Prüfzyklus WLTP zur Messung der Abgasemissionen und damit verbundene Entfallmaßnahmen sei es jetzt an der Zeit, auch kurzfristig Qualifizierungsangebote für die Beschäftigten zu schaffen. „Wir müssen jetzt aus der Not eine Tugend machen, um gestärkt in die Zukunft zu gehen“, sagte Reinhart in seinem Bericht.

Große Herausforderungen

Ein realistisches Bild der aktuellen Unternehmenssituation zeichnete Peter Kössler, Vorstand für Produktion und Logistik. Der neue Abgasprüfzyklus WLTP und so viele Anläufe wie nie zuvor – gerade am Standort Neckarsulm – stellten Audi aktuell vor große Herausforderungen, so Kössler. „Dennoch kann unsere Mannschaft zuversichtlich in die Zukunft blicken: Unser vollelektrischer Audi E-tron feierte vor einer Woche Weltpremiere. Er ist ein großer Schritt in die Zukunft.“, so Kössler. Er betonte zudem, wie wichtig ihm ein transparentes und wertschätzendes Miteinander sowie eine offene Fehlerkultur seien. „Bei Audi zählt der Beitrag eines jeden Einzelnen.“