Auf dem Gipfel des Erfolgs

Walter Döring spricht mit Dirk Täuber über zehn Jahre Gipfeltreffen in Hall. Foto: red

Zehn Jahre Gipfeltreffen der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall: Eine Erfolgsgeschichte, die sich Initiator Walter Döring anfangs nicht vorstellen konnte, wie er im Redaktionsgespräch verrät.

Haben Sie für die zehnte Auflage des Gipfeltreffens der Weltmarktführer 2020 etwas Besonderes geplant?

Walter Döring: Zum einen bin ich begeistert – und auch überrascht –, dass es das zehnte Mal gibt. Am Anfang war es nicht zu erwarten, dass es so eine Erfolgsgeschichte wird, dass wir es tatsächlich zehnmal durchführen werden. So wie es aussieht, wird das Gipfeltreffen noch weitere Jahre bestehen. Wir haben dieses Mal drei Bundesminister als Gäste eingeladen: Altmaier, Kramp-Karrenbauer und Karliczek. Wir haben außerdem Weltmarktführer aus der Schweiz und aus Österreich als Referenten eingeladen. Das heißt, das Ziel, über den DACH-Raum die weitere Internationalisierung des Gipfeltreffens voranzutreiben, wird jetzt tatsächlich realisiert. Eine Neuerung hat sich durch neue räumliche Gegebenheiten aufgetan. Der CEO-Abend wird erstmals im Globe Theater in Schwäbisch Hall stattfinden. Das ist auch einfach dem Platz geschuldet, denn im vergangenen Jahr war es aufgrund der vielen Gäste arg gedrängt. Danach geht es wieder wie gewohnt in die Kunsthalle Würth, wo die Bewirtung stattfindet. Das ist ein tolles Entgegenkommen von Würth und seinen Mitarbeitern, dass es dort stattfinden kann.

Beim letzten Mal hatte sich die Aufstellung der Referenten immer wieder geändert. Fällt die Planung dieses Mal leichter?

Döring: Nein, es bleibt schwierig. Wir fragen ja immer die absoluten Größen an, denn man will nur dann unbedingt nach Schwäbisch Hall, wenn es absolut top ist. Ganz offen, wenn alle Bundesminister kommen, wird es eine unübertreffbare Veranstaltung, sagen alle ab, wird sie deutlich schwächer. Das ist ein hohes Risiko dieses Jahr.

Es sind auch zahlreiche Referenten von namhaften Firmen angekündigt. Über welche Zusagen haben Sie sich am meisten gefreut?

Döring: Ich freue mich, dass wir wieder eine gute Kombination haben. Das finde ich einfach klasse. Reinhold Würth ist für die Gäste immer ein absolutes Highlight. Mir ist aufgefallen, dass er teilweise gesehen wird wie ein Robert Bosch. Er ist eine Ikone. Es wäre jedoch unfair, einzelne herauszuheben, weil ich wirklich über jede und jeden Einzelnen froh bin. Unsere Gäste dürfen sich auf zahlreiche hochkarätige Redner freuen. Ich freue mich unter verschiedenen Aspekten über Janina Kugel. Ich glaube, dass sie eine fantastische Persönlichkeit ist. Sie kommt an ihrem letzten Arbeitstag bei Siemens zum Gipfel. Sie hat fest zugesagt. Das ist der absolute Hammer.

Sie halten Schwäbisch Hall als Veranstaltungsort seit zehn Jahren die Treue. Wird das in Zukunft auch so bleiben?

Döring: Ja. Aber wie immer, in jedem Unternehmen, muss man nach spätestens zehn Jahren einiges überdenken. Müssen wir das Konzept ändern? Müssen wir beispielsweise mit Blick Richtung Davos in der Stadt Schwäbisch Hall die Veranstaltung in verschiedenen kleineren Locations durchführen, um insgesamt mehr Besucher zu bekommen? Müssen wir den Start-up-Bereich stärker berücksichtigen? Das mit Sicherheit, denn es gibt sensationelle junge Start-up-Leute, die den Älteren Grandioses erzählen können. Bekommen wir Alt und Jung zusammen? Das sind Überlegungen, die anstehen. Das muss man nach zehn Jahren einfach machen. Aber Schwäbisch Hall bleibt in jedem Fall der Hauptstandort, gar keine Frage.

Sie haben das Konzept auf den DACH-Raum ausgeweitet. Ist der regionale Bezug nach wie vor wichtig für Sie?

Döring: Der regionale Bezug ist unabdingbar wichtig für mich. Ich merke in der regionalen, in der heimischen Wirtschaft erfreulicherweise eine hohe Zustimmung zu dem Kongress. Man freut sich, dass es diesen Kongress hier gibt. Ohne das Gefühl der Verbundenheit mit dieser fantastischen Region wäre das auch viel schwerer.

Was war denn die Grundidee, die Initialzündung für das Gipfeltreffen?

Döring: Die Hauptüberlegung war: Wir sind eine unglaublich starke Region mit sensationellen Unternehmen – und keiner weiß es. Ziel war daher, für die Unternehmen eine Öffentlichkeit zu schaffen. Ein Topthema ist ja Fachkräftegewinnung. Wir können sie in die Region der Weltmarktführer locken. Hier hat es eine Vielzahl an Topunternehmen und gute Lebensqualität. Für die Stadt Schwäbisch Hall und die Region wirbt von Oktober bis zur Veranstaltung nichts so sehr wie dieses Gipfeltreffen der Weltmarktführer. Ich erinnere an eine Titelseite der Wirtschaftswoche mit dem Slogan New York, Peking, Schwäbisch Hall. Das muss man erstmal schaffen.

Wenn Sie auf die vergangenen Jahre zurückblicken, welche Redner, welche Themen sind Ihnen da besonders im Gedächtnis geblieben?

Döring: Ich fand Tim Höttges von Telekom sehr gut. Hans Joachim Watzke von Borussia Dortmund war sensationell, Helga Rabl-Stadler von den Salzburger Festspielen, Oliver Kahn, um mal die etwas exotischeren Redner zu nennen. Joe Kaeser war der Oberhammer. Er hat die Leute mit seiner Idee des inklusiven Kapitalismus unglaublich überrascht. Es gab in den vergangenen Jahren – außer Absagen – keine Enttäuschungen. Wer da war, war einfach gut. Ich bin auch all jenen sehr dankbar, die bei den ersten beiden Kongressen dabei waren, als man das Gipfeltreffen noch gar nicht kannte, als man überhaupt noch nicht wusste, was das ist. Ohne sie wäre das auch nichts geworden.

Interview: Dirk Täuber

Zur Person
Dr. Walter Döring war von 1996 bis 2004 stellvertretender Ministerpräsident und Wirtschaftsminister des Landes Baden-Württemberg. Als Inhaber der Akademie Deutscher Weltmarktführer (ADWM) veranstaltet er das jährliche Gipfeltreffen der Weltmarktführer in Schwäbisch Hall.