Chancen und neue Geschäftsfelder

Der Mahle-Konzern nutzt sein Erstausrüster-Know-how, um in seinem Aftermarket-Geschäft die Werkstätten bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder zu unterstützen. Foto: Mahle

Mahle sieht im Mobilitätswandel und der Transformation der Automobilindustrie große Chancen und neue Geschäftsfelder für die Werkstätten. Besonders das Thermomanagement wird nach Einschätzung von Olaf Henning, Geschäftsführer von Mahle Aftermarket, angesichts der zunehmenden Zahl von E- und Hybridfahrzeugen weiter an Bedeutung gewinnen. Auch neuartige Filtersysteme oder Neuentwicklungen für die hygienische Reinigung von Fahrzeuginnenräumen zum Schutz gegen Infektionen stehen auf der Innovationsliste des auf Ersatzteile und Werkstattausrüstung spezialisierten Geschäftsbereichs des Mahle-Konzerns.

Mahle Aftermarket bietet passgenaue Ersatzteile und zugeschnittene Werkstattlösungen an – und zwar für die gesamte Bandbreite klassischer und alternativer Antriebsarten. Mit Erfolg: Mahle Aftermarket hat 2019 trotz eines wirtschaftlich anspruchsvollen Marktumfeldes seinen Umsatz um 2,4 Prozent auf 950 Millionen Euro gesteigert und seine globale Präsenz weiter ausgebaut.

„Die Arbeit in den Werkstätten wird sich, angesichts der sich diversifizierenden Fahrzeugflotte, massiv verändern. Der Einzug alternativer Antriebstechnologien in die Werkstätten muss nach unserer Auffassung aber keinesfalls als Bedrohung für deren Geschäft gesehen werden. Im Gegenteil – wir sehen eine Reihe neuer Geschäftsfelder, die den Unternehmen neue Chancen und Möglichkeiten bieten“, sagt Olaf Henning, Mitglied der Mahle-Konzernleitung und Leiter des Geschäftsbereichs Aftermarket. „Wenn die freien Werkstätten sich diesem Wandel stellen, sind wir der richtige Partner an ihrer Seite“, ist Henning überzeugt.

Die Herausforderungen sind laut Unternehmen vielfältig: Durch die zunehmende Vielfalt der Antriebstechnologien im Markt werde die Anzahl der benötigten Ersatzteile und Servicegeräte rapide ansteigen. Auch der Anteil modularer Bauteile im Fahrzeug, die vielfältige Funktionen in sich vereinen, nehme kontinuierlich zu. Dies erfordere eine breitere Palette an Werkzeugen und Servicegeräten sowie mehr Aus- und Weiterbildung der Werkstattmitarbeiter.

Mahle Aftermarket profitiere vom technologieoffenen Ansatz des Konzerns, der im Rahmen seiner dualen Strategie Produkte sowohl für die klassischen als auch für alle alternativen Antriebsarten entwickelt. Damit ist Mahle Aftermarket nach eigenen Angaben in der Lage, Werkstätten und Großhandel mit einem umfassenden Angebot an notwendigen Ersatzteilen, Servicelösungen sowie Dienstleistungen zu versorgen, die ihnen ermöglichen, die neuen Potenziale der Zukunft zu erschließen.

So hat sich Mahle mit der Übernahme der Mehrheitsanteile von Behr Hella Services zum 1. Januar 2020 verstärkt, um die Werkstätten im Bereich Thermomanagement noch gezielter ausstatten und unterstützen zu können. Auch beim Thema Filtration hat sich Mahle Aftermarket in den vergangenen Jahren noch breiter aufgestellt und ist nach eigenen Angaben führend in den Bereichen Sauberer Innenraum oder Luftmanagement von Brennstoffzellen. Speziell für Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb hat Mahle neue Hochleistungsfilter entwickelt, die neben Partikeln auch Schadgase wie Schwefeldioxid, Ozon, Stickoxide oder Ammoniak zuverlässig abscheiden, um eine Beschädigung der Zelle zu vermeiden. Hier sieht Mahle mittelfristig nennenswerte Servicevolumina für die Werkstätten.

Mahle verfügt nach eigenen Angaben schon heute über ein Portfolio von über 300 Filtern speziell für Fahrzeuge mit alternativen Antrieben, das entlang der Markt- und Flottenentwicklung weiter ausgebaut werden soll. Eine Herausforderung, der sich vor allem der Großhandel stellen müsse, sei das Thema Kraftstoffqualität. Denn die Motoren würden zunehmend komplexer und damit auch empfindlicher. Als global agierender Konzern arbeite Mahle gezielt daran, seinen internationalen Kunden die jeweils regional ideale Filterlösung anzubieten. Mahle Aftermarket habe dafür die neuen Filter „CleanLine“ und „CleanLine+“ entwickelt, die weltweit in zwei Varianten erhältlich sind. Die einstufige Variante filtert Schmutzpartikel und Wasser in einem Schritt. Die leistungsfähigere, zweistufige Variante filtert in zwei getrennten Schritten zunächst den Schmutz und dann über ein synthetisches Gewebe das Wasser. Auf diese Weise können die empfindlichen Einspritzsysteme vor Beschädigungen geschützt werden. Das geschehe günstig und einfach in der je nach regionaler Kraftstoffqualität nötigen Ausführung.

Darüber hinaus baut Mahle Aftermarket seinen Geschäftsbereich für Werkstattausrüstung „Service Solutions“ kontinuierlich weiter aus, um etwa in enger Kooperation mit den Fahrzeugherstellern den Werkstätten eine sichere und wirtschaftliche Fahrzeugdiagnose und -wartung zu ermöglichen. Besonders relevant seien hier die Neuentwicklungen von Mahle zur Kalibrierung von Fahrassistenzsystemen, für den wichtiger werdenden Klimaservice, den Getriebeölservice sowie für die hygienische Reinigung von Fahrzeuginnenräumen zum Schutz vor Infektionen. Mit dem neuen Ozongerät „OzonePRO“ erweitert Mahle Aftermarket seine Palette an Servicegeräten um ein Produkt zur hygienischen Reinigung von Pkw, Bussen und Nutzfahrzeugen. Gerade in den aktuellen Zeiten könne das Gerät etwa für Autovermieter und Logistikdienstleister hilfreich sein. Sie könnten damit sicherstellen, dass ihre Fahrzeuge mit einem keim- und geruchsfreien Innenraum an die Kunden übergeben werden. Neben Fahrzeugen sei das Gerät ebenfalls für den Einsatz in Hotelzimmern oder Geschäftsräumen geeignet.

Quelle: Mahle