Cybersicherheit wird für viele Menschen erst dann relevant, wenn bereits etwas passiert ist. Das zeigt der Cybersicherheitsmonitor 2026 von BSI und Polizeilicher Kriminalprävention. Jeder zehnte Befragte war innerhalb eines Jahres von Cyberkriminalität betroffen – besonders häufig durch Betrug beim Onlineshopping, Phishing oder Konto-Hacks. Gleichzeitig informieren sich nur wenige regelmäßig über digitale Sicherheit. Experten fordern deshalb mehr Aufklärung und einfachere Schutzangebote für Verbraucher.

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher beschäftigen sich erst dann mit ihrer IT-Sicherheit, wenn bereits etwas passiert ist. Das zeigt der aktuelle Cybersicherheitsmonitor 2026 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK). Die repräsentative Befragung macht deutlich, dass Cyberkriminalität inzwischen zum Alltag vieler Menschen gehört: Jeder zehnte Befragte (11 Prozent) war in den vergangenen zwölf Monaten selbst von einer Straftat im Internet betroffen.
Am häufigsten wurden Betrugsfälle beim Onlineshopping und Onlinebanking genannt. Auch Phishing-Angriffe sowie unbefugte Zugriffe auf Online-Konten zählen zu den verbreiteten Delikten. Die Folgen sind für die Betroffenen oft spürbar: 88 Prozent berichten von Schäden, rund ein Drittel von finanziellen Verlusten.
Nur die wenigsten sind umfassend informiert
Gleichzeitig offenbart die Studie deutliche Defizite beim Schutzverhalten. Nur 14 Prozent der Befragten informieren sich regelmäßig über Cybersicherheit. Weitere 40 Prozent beschäftigen sich lediglich gelegentlich mit dem Thema. Selbst grundlegende Schutzmaßnahmen sind vielen Menschen nicht bekannt. Mehr als die Hälfte der Befragten kennt lediglich starke Passwörter (55 Prozent) und Antivirenprogramme (54 Prozent) als Sicherheitsmaßnahmen.
BSI-Präsidentin Claudia Plattner sieht deshalb Handlungsbedarf. Cybersicherheit müsse im digitalen Alltag einfacher, sichtbarer und verständlicher werden. Verbraucherinnen und Verbraucher benötigten niedrigschwellige Informationen, um sich sicher im Netz bewegen zu können. Gleichzeitig seien auch Hersteller und Anbieter digitaler Produkte gefordert, sichere Dienste und Anwendungen zum Standard zu machen.
Vorgehensweisen transparent machen
Auch die Polizei setzt auf Prävention und Aufklärung. „Cyberkriminalität ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, betont Dr. Stefanie Hinz, Landespolizeipräsidentin und Vorsitzende des ProPK. Um Betrugsmaschen wirksam zu begegnen, sei es wichtig, die Vorgehensweisen von Täterinnen und Tätern transparent zu machen. Ein Zusammenspiel aus Prävention, Aufklärung und konsequenter Strafverfolgung könne dazu beitragen, den digitalen Raum sicherer zu gestalten.
Vor diesem Hintergrund erweitern BSI und ProPK ihr Unterstützungsangebot. Neu sind zwei „Checklisten für den Ernstfall“, die Betroffenen bei Betrug im Onlinehandel oder bei Identitätsdiebstahl konkrete Orientierung bieten sollen.
Für den Cybersicherheitsmonitor 2026 wurden Anfang Januar bundesweit 3.060 Personen ab 16 Jahren befragt. Die Ergebnisse wurden nach Alter, Geschlecht, Bundesland und Bildungsstand gewichtet und gelten als repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland.
Red.

