Darf es auch ein Holzhaus sein?

Holzobjekte haben viele Vorteile. So weisen sie gute Dämmeigenschaften auf und sorgen für ein gesundes Innenraumklima. Zurzeit liegen sie im Trend. Foto: Sonnleitner/BDF

Ein Haus zu bauen, ist mit großem zeitlichen Aufwand und hoher finanzieller Belastung verbunden. Entscheidet man sich allerdings für ein Holz-Fertighaus, kann man sich als Bauherr auf einen Kostenrahmen einigen, der eingehalten wird. Gleiches gilt für den Zeitplan.

Häuser aus Holz liegen im Trend: Das Naturmaterial verfügt über hervorragende Dämm-eigenschaften und bewirkt ein gesundes Innenraumklima. Die Gebäude der im Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) zusammengeschlossenen Unternehmen unterliegen strengen Qualitätsrichtlinien und sind besonders schnell bezugsfertig. Im Objekt- und Gewerbebau präsentieren die Fertigbauspezialisten zunehmend mehr und repräsentative Lösungen, die gleichermaßen alle Vorteile der Bauweise auf sich vereinen und damit einen nachhaltigen Arbeitsplatz schaffen.

Eine Stärke der Branche ist ihr umfassendes Serviceangebot, das weit über die Herstellung und Montage der Holz-Fertigteile hinausgeht. Jedes Gebäude wird individuell geplant und dabei genau an die Wünsche und Vorstellungen des Bauherrn angepasst: Wie lassen sich der Grundriss des Gebäudes und die zu bebauende Fläche optisch ansprechend und logistisch sinnvoll in Einklang bringen? Welche architektonischen Besonderheiten müssenberücksichtigt werden? Wie soll das Gebäude energetisch und technisch ausgestattet sein?

Moderne Produktions- und Lagerhallen sowie Bürokomplexe, Hotels oder sonstige Gewerbebauten verfügen nicht selten über Fotovoltaikanlagen und eine hochwertige Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Diese lassen sich besonders effizient mit der Holz-Fertigbauweise kombinieren. Dank der Erfahrung der Fertigbau-Unternehmen aus vielen erfolgreich als Generalunternehmer umgesetzten Projekten bleiben beim Bauherrn keine Fragen offen – mehr noch: Vieles, das ihm womöglich gar nicht bewusst war, wird selbstverständlich vom Hersteller mitbedacht und angesprochen. Am Ende steht ein individueller Plan für ein nachhaltiges Gebäude und schließlich dessen Umsetzung.

Auch öffentliche Bauentscheider setzen vermehrt auf die Holz-Fertigbauweise. Der Baustoff Holz kennzeichnet eine umwelt- und klimabewusste sowie fortschrittliche Kommune. Kinder und Jugendliche, die in Schulen und Kindergärten davon umgeben sind, dürfen sich über ein angenehmes Raumklima freuen. Ebenso Senioren, deren Wohn- und Pflegeeinrichtungen aus Holz gebaut sind.

Ein Bauvorhaben ist ein zeitliches und finanzielles Großprojekt. Wer sich jedoch für ein modernes Holz-Fertighaus entscheidet, kann schon vor Baubeginn einen Kostenrahmen vereinbaren, den der Hersteller garantiert einhält. Das gleiche gilt für den Zeitplan: Bei der Entscheidung für ein Gewerbeobjekt oder ein Eigenheim steht der Einzugstermin schon bei Vertragsabschluss fest, sodass die bisherige Bleibe fristgerecht gekündigt werden kann. Das verhilft zu einmaliger Planungssicherheit für das Bauvorhaben.

Nachhaltigkeit

Der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) hat für die Holz-Fertighäuser seiner Mitgliedsunternehmen genaue Anforderungen in puncto Nachhaltigkeit festgelegt. Die Haushersteller des BDF haben sich 1989 zur Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau (QDF) zusammengeschlossen, um ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt und Gesellschaft zum Ausdruck zu bringen und eine verbindliche Richtlinie für die Gesamtqualität ihrer Gewerbeobjekte und Häuser zu erarbeiten. Diese Qualitätsrichtlinie ist die QDF-Satzung, die im Austausch mit Experten aus den Bereichen Holz und Fertigbau regelmäßig an den Stand der Technik angepasst wird. In Kooperation mit dem Bauherrn wird sie anhand grundlegender Qualitätsanforderungen umgesetzt und in kontinuierlichen Eigen- sowie jährlichen Fremdüberwachungen durch unabhängige Sachverständige sichergestellt. Der Gesetzgeber unterstützt nachhaltiges Bauen mit Förderprogrammen der staatlichen KfW-Bank.

Während des gesamten Bauvorgangs wird der Bauherr von einem Fachberater seines ausgewählten Fertighausherstellers begleitet. Gemeinsam erstellen sie einen Plan für das Bauvorhaben. Dieser gibt dem Bauherrn Sicherheit, denn er stellt Arbeitsschritte und Kosten transparent auf. Auch weist der Berater gezielt auf Vorgänge hin, die der Bauherr selbst in die Wege leiten muss und die nicht im Festpreis enthalten sind. Er berät ihn zu etwaigen Kosten für die Erschließung und Tiefbauarbeiten an seinem Baugrundstück sowie zu Makler- und Notargebühren, veranschaulicht die Notwendigkeit eines Bodengutachtens und gibt Tipps zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten.

Um die Kosten beim Hausbau selbst den Möglichkeiten des Bauherrn anzupassen, konzipieren er und der Haushersteller gemeinsam eine individuell passende Lösung. Neben der Gewerbe- oder Wohnfläche und Architektur des Neubaus sind etwa auch die energetische Gebäudeausrüstung und die Entscheidung, ob das Haus auf einem Keller oder einer Bodenplatte errichtet wird, wichtige Faktoren für die Kostenplanung.

Ursula Geismann

Zur Person
Ursula Geismann beobachtet und analysiert die Designentwicklungen und die Trends in der Architektur, beim Wohnen und bei Möbeln. Nach dem Studium der Volkswirtschaftslehre und Politologie an den Universitäten Mainz und Hamburg arbeitete sie einige Jahre in der Markt- und Sozialforschung. Sie ist Pressesprecherin der Verbände der deutschen Holz-, Möbel- und Fertigbauindustrie.