Deutsch-griechische Zusammenarbeit im Landkreis Schwäbisch Hall

Die Teilnehmer der Veranstaltung im Landratsamt in Schwäbisch Hall (von links ab der Mitte): Petros Tatoulis, Gouverneur der griechischen Region Peloponnes, Landrat Gerhard Bauer, Stipendiatin Anna Manta, Florian Setzen, Direktor des Europa Zentrums Baden-Württemberg, Dorothee Baur und Christina Pfannkuchen als Vertreterinnen der Baden-Württemberg Stiftung. Foto: Landratsamt Schwäbisch Hall

Mit der Veranstaltung unter dem Motto „Wahlen in Europa 2019 – gehen uns alle an“ am 7. März im Landratsamt Schwäbisch Hall ist ein gemeinsames Projekt zwischen der griechischen Region Peloponnes und dem Landkreis Schwäbisch Hall vorgestellt worden. Das Projekt zum Austausch von Verwaltungspersonal ist Teil eines Programms der Baden-Württemberg-Stiftung.

Mit dem Walter-Hallstein-Programm im Baden-Württemberg-Stipendium fördert die Baden-Württemberg-Stiftung den europaweiten Austausch von Verwaltungsfachpersonal. Davon profitiert nun die Zusammenarbeit zwischen der griechischen Region Peloponnes und dem Landkreis Schwäbisch Hall. Die Europakoordinatorin der Region Peloponnes, Anna Manta, erhielt ein Stipendium im Rahmen dieses Programms. Sie baut derzeit im Goethe-Institut in Schwäbisch Hall ihre Deutschkenntnisse aus und gewinnt Einblicke in die Verwaltungspraxis der Landkreisverwaltung.

Das gemeinsame deutsch-griechische Förderprojekt trägt den Titel „Festigung der freundschaftlichen Beziehungen“. Im Rahmen dieses Projekts fand nun im Landratsamt Schwäbisch Hall eine erste gemeinsame Veranstaltung statt. Die Gegenveranstaltung mit dem gleichen Motto wird im Herbst auf dem Peloponnes stattfinden.

Zusammenarbeit innerhalb der Europäischen Union fördern

Landrat Gerhard Bauer konnte zu der Veranstaltung den Gouverneur der Region Peloponnes, Petros Tatoulis, begrüßen. Vom Projektträger Baden-Württemberg-International referierte die Projektmanagerin Dorothee Baur über das Walter-Hallstein-Programm, das nach dem deutschen Politiker und ersten Präsidenten der Europäischen Wirtschaftsge-meinschaft benannt ist.

Als Gastredner beleuchtete Florian Setzen, Direktor des Europa Zentrums Baden-Württemberg die Geschichte des Europäischen Parlaments, dessen Kompetenzen und Errungenschaften. Er plädierte angesichts des zunehmenden nationalistischen Denkens in Teilen der Mitgliedsstaaten dafür, die Demokratie in der Europäischen Union (EU) und deren historische Errungenschaften zu unterstützen.

Die Stipendiatin Anna Manta berichtete bereits in deutscher Sprache über ihre ersten Eindrücke in der Verwaltung des Landkreises Schwäbisch Hall und hob als vorbildliche Beispiele für ihre Region Peloponnes unter anderem die Abfallwirtschaft, die Tourismusförderung und die Bewerbung von regionalen Lebensmitteln hervor.

Gouverneur Petros Tatoulis unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung der Demokratie in Europa. Auf der Lebensreise könne man nur gewinnen, wenn man auf unterschiedliche Menschen treffe. Man habe es in schwierigen Zeiten bereits geschafft, die Probleme zu mildern, weshalb die Beziehungen zwischen den Ländern weiter verbessert werden müssten.

Landrat Gerhard Bauer verwies auf das 100-jährige Jubiläum des allgemeinen und freien Wahlrechts in Deutschland sowie auch Griechenland als die Wiege der Demokratie. Daher habe man sich dafür entschieden, die gemeinsame Veranstaltung mit dem Thema „Wahlen in Europa 2019 – gehen uns alle an“ zu überschreiben. In Zeiten einer immer weiter zurückgehenden Wahlbeteiligung müsse aktiv dafür geworben werden, sich zur EU und ihren Errungenschaften zu bekennen. Er stellte dabei auch die hervorragende Arbeit der beiden Europaabgeordneten des eigenen Wahlkreises, Evelyne Gebhardt (Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments) und Inge Grässle (Leiterin des Ausschusses für Haushaltskontrolle) sowie deren Präsenz vor Ort heraus. Mit dem Projekt wolle man gemeinsam etwas bewegen und auf einem guten Weg zusammen weiterkommen.