Die Suche nach der Innovation

Wie hier bei Groninger müssen die Maschinen in der Verpackungsindustrie nicht nur auf Massenproduktion eingestellt sein. Foto: Groninger & Co. GmbH

Beinahe jedes Produkt ist heutzutage verpackt: die sechs Scheiben Wurst oder Käse aus dem Supermarkt, unsere Kopfschmerztabletten und das neue Notebook. Dabei geht es bei allen Verpackungen um viel mehr als nur um die Kartons verschiedener Größen. Sie müssen klug konstruiert, funktional gestaltet und ansprechend bedruckt sein.

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht, in der Verpackungstechnik versammeln sich einige der unterschiedlichsten Bereiche. Werbung und Marketing treffen hier auf die Möglichkeiten der Verpackungsmaschinen sowie die Wünsche der Kunden. Es gibt in Deutschland eine Handvoll Hochschulen, die das Studium der Verpackungstechnik anbieten.

„Im klassischen Sondermaschinenbau dreht sich eigentlich täglich das Innovationsrad. Jeder unserer Konstrukteure ist in seiner täglichen Arbeit bemüht, den aktuellsten Standard der Technik in den Maschinen umzusetzen. Wir bleiben nicht stehen bei den Lösungen, die vor fünf Jahren in den Maschinen verbaut wurden. Deshalb entsteht Innovation täglich“, sagt Anita Meister, Team Manager Marketing und Pressesprecherin bei der Groninger & Co. GmbH in Crailsheim.

Die bedeutenden und größer angelegten Innovationsprojekte der Firma seien stark von sich ändernden Marktbedingungen gesteuert, so Meister weiter. „Die Maschinen im Pharma-Markt zum Beispiel müssen im Gegensatz zu früher nicht mehr so sehr auf Hochleistung und enorm hohe Ausbringung getrimmt werden. Es gilt, eher Maschinen zu bauen, die auch kleine und häufig wechselnde Produktionschargen von beispielsweise Spritzen, Vials und Ampullen sicher und flexibel abfüllen können. Das Stichwort lautet hier: personalisierte Medizin und Losgröße 1.“ Groninger – ein Betrieb mit über 1.100 Mitarbeitern im Sondermaschinenbau für die pharmazeutische und kosmetische Industrie – hat die Innovation bereits in seinem Unternehmensleitsatz fest verankert.

„Die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden für hochqualitative Lösungen ist die Basis für beidseitigen Erfolg“, sagt Jürgen Feyerherd, Mitglied der Geschäftsleitung bei Optima. Die Optima packaging group GmbH ist ein in dritter Generation geführtes Unternehmen für Verpackungstechnik und Abfüllanlagen. Der Leitspruch Feyerherds prangt in großen Lettern auf der Homepage des Unternehmens und verdeutlicht: Auf Kundenwünsche einzugehen ist ein wichtiger Bestandteil dieses Industriezweigs.

Ein großer Zweig des Unternehmens ist der Bereich „Home Care“. Hierunter fallen die Verpackungen von Rollenprodukten, Feuchttüchern, Wattepads und Einweg-Bettunterlagen. Flexible High-Tech-Verpackungsmaschinen von Optima Nonwovens erreichen dabei höchste Ausbringungsmengen. Die Maschinenmodule sind als durchgängig aufeinander abgestimmte Systeme konzipiert. Anwender profitieren damit von besonders produktschonenden Eigenschaften und äußerst hoher Prozessstabilität.

Fester Bestandteil

Doch auch die Digitalisierung, sprich: die Industrie 4.0, hat bereits Einzug in die Verpackungsindustrie gehalten. „Pharmazeuten und auch Kosmetik- oder Consumer-Healthcare-Hersteller wollen die neuesten Möglichkeiten der Digitalisierung in ihren Füllmaschinen integrieren. Unser Anspruch ist es daher, in allen Bereichen dieser neuen Technologien Kenntnisse zu erlangen, um die Prozesse in den Maschinen zu optimieren und zu digitalisieren“, gibt Meister einen Einblick, wie Groninger auf die Entwicklung reagiert.

Auch ein Beispiel hat sie parat: Die Firma kann den Kunden beispielsweise die Echtzeit-Erfassung von Produktionsdaten, Strömungsvisualisierungen, verschiedene Wartungspläne oder digitale Bedienungsanleitungen anbieten. Somit kann der Anwender, sofern er das möchte, bei den einzelnen Schritten live dabei sein.

Timo Lämmerhirt