„Die Zusammenhänge von Energie verstehen“

In den Forschungslaboren können die Studenten ihr theoretisch erlerntes Wissen sogleich praktisch Anwenden. Foto: Hochschule Heilbronn

Um mit dem viel diskutierten Thema Energie richtig umgehen zu können, braucht es in allen Bereichen gut ausgebildete Fachkräfte. Solche bringt unter anderem der Studiengang Energiemanagement am Campus Künzelsau der Hochschule Heilbronn hervor.

Ein Mann sitzt vor seinem Computer und plant darauf eine Solaranlage für ein neues Hochhaus am Münchner Stadtrand. Ein anderer Mann sitzt in Moskau am Telefon und diskutiert über die aktuellen Preise an der Strombörse. Ein dritter ist gerade bei Familie Müller im hohenlohischen Forchtenberg und nimmt deren Elektrogeräte beim Energiecheck genau unter die Lupe. Die drei Männer sind in ihren Tätigkeiten tausende von Kilometern voneinander getrennt, dennoch liegt ihr gemeinsamer Usprung, ihre Ausbildung, an der Reinhold-Würth-Hochschule in Künzelsau.

Hier lehrt das Team um Studiendekan und Professor Ekkehard Laqua im Studiengang Energiemanagement alles rund um das Thema des 21. Jahrhunderts. „Alles bedeutet dabei die ganze Kette von der Erzeugung über die Wandlung bis zur Verteilung“, erklärt Laqua. Durch die breite Ausbildung des Studiengangs ergeben sich zahlreiche mögliche Berufsfelder, wie durch die drei Männer bereits angedeutet. Über deren Beschäftigungen hinaus haben die Absolventen beispielsweise die Möglichkeit, als Manager eines Energieunternehmens oder bei Dienstleistern wie den Stadtwerken zu arbeiten. „Die herausragenden Berufschancen und das interessante Themenfeld haben mein Interesse am Studiengang Energiemanagement geweckt und mich zu meiner Bewerbung veranlasst“, beschreibt Katja Worbis, eine Absolventin des Studiengangs.

Damit für jeden Beruf die passende Grundlage geschaffen wird, sind im Studiengang gleichermaßen technische und betriebswirtschaftliche Fächer integriert, damit zum technischen Verständnis auch sogleich die wirtschaftliche Bewertung erfolgen kann. In den großen Wissenstopf des Studiengangs gehören somit Bereiche wie Mathematik, Physik, Betriebswirtschaftslehre, Marketing, Projektmanagement und natürlich die energiespezifischen Themen. Das Verhältnis zwischen Theorie und Praxis definiert der Dekan auf 80 zu 20, mit dem Praxissemester und der Abschlussarbeit nähere sich das Verhältnis aber dem Bereich 50 zu 50 an.

Maßgeblich zur Praxisorientierung tragen die Stunden in den einzelnen Forschungslaboren bei. Hier tüfteln sie gemeinsam und können ihr erlerntes Wissen gleich praktisch umsetzen. „Damit haben wir eine Rückkopplung zur Theorie und das Gelernte wird besser verstanden“, so der Professor. Im Labor der Elektrotechnik können die Studierenden selbst eine Fotovoltaikzelle testen. Eine Lampe ersetzt die Sonne. Mit verschiedenen Einstellungen können so bestimmte Einstrahlungen simuliert werden. Besonders stolz ist das Team der Verantwortlichen auf einen Versuchsstand, den die Energiemanagementstudenten eigens aufgebaut haben und an dem heute gelehrt wird. Versuchsgegenstand ist ein geschlossenes Inselsystem. Das beutetet: Alles – von der Energieerzeugung bis zur Speicherung – findet an diesem Stand fern vom Stromnetz statt. Dabei können an allen Abschnitten Messungen genommen werden. „Die Studenten lernen, dass Speicherung Verluste bedeutet“, erklärt Laqua.

Das Ziel des Studiengangs sei es, die Zusammenhänge von Energie verstehen und einordnen zu können. Der Schwerpunkt liege auf den regenerativen Energien, aber auch konventionelle Energieträger würden gelehrt. „Wir können ein bisschen an der Schraube drehen, damit sich die Welt nachhaltig verändert“, fasst der Studiendekan zusammen.

Alexander Liedtke

Studiengang Energiemanagement

  • Dauer: 7 Semester

  • Start: jeweils zum Wintersemester

  • Studienplätze pro Semester: 35

  • Zulassungsvoraussetzungen:

  • Hochschulreife, 12-wöchiges Praktikum

  • Bewerbungsschluss: 15. Juli