Ein faible für die Natur

Timon Rogl bindet Efeu auf, eine der vielfältigen Aufgaben während seiner Ausbildung als Gärtner. Foto: Stefanie Pfäffle

Timon Rogl hat seinen Traumjob entdeckt. Er will Gärtner mit Fachrichtung Baumschule werden.

Timon Rogl hat eine Weile gebraucht, um das Passende zu finden. Doch jetzt ist der 23-Jährige genau da, wo er sein will. Er macht eine Ausbildung zum Gärtner mit Fachrichtung Baumschule bei der Baumschule Schimmele in Neckarsulm. „Ich wollte in der Natur arbeiten und nach einem Praktikum war ich mir sicher, das ist das Richtige“, erzählt der Bad Friedrichshaller.

Sein Werdegang: Gymnasium bis zur 11. Klasse, danach ein freiwilliges soziales Jahr, um die Fachhochschulreife zu bekommen, und anschließend ein bisschen jobben. „Ich hatte mir viele Sachen überlegt, aber irgendwie war alles nur halbherzig und deswegen hat es wohl auch nie geklappt“, gibt Timon zu. Sein Bruder gibt ihm schließlich den Anstoß, darüber nachzudenken, was er wirklich machen will. Gärtner kommt ihm in den Sinn, wegen seiner Liebe zur Natur. Aber auch ein Studium im Bereich Naturschutz oder Landschaftsbau wäre möglich. „Ich denke allerdings, das ist ohne Ausbildung nicht sehr sinnvoll, weil man da nicht so viel Praxis mitbekommt“, meint Timon.

Also versucht er es zunächst mit einem Praktikum bei der Baumschule. Das macht ihm sofort Spaß und prompt klappt es auch mit der Ausbildungsstelle. Er steigt dank der Fachhochschulreife ins zweite Lehrjahr ein. Ein sehr guter Hauptschulabschluss ist die Mindestvoraussetzung. „Die normalen Fächer waren kein Problem, aber in der Fachkunde musste ich natürlich schon einiges nachlernen.“ Substrate und Erden, Pflanzenschutz, Nahrungsaufnahme und Düngung, aber auch Technik für die benötigten Geräte stehen auf dem Stundenplan. Einmal pro Monat geht Timon eine Woche lang zur Schule.

Im Betrieb hängen die Aufgaben von der Jahreszeit ab. Am meisten ist im Frühling und Herbst zu tun, wenn die Bäume aufgeschult und wieder versetzt werden. Hinzu kommen Schnitt, Düngung und Pflanzen­schutz, aber auch die Zufuhr und Pflanzungen bei Privatkunden. „Das gefällt mir fast am besten, wenn wir da Beete anlegen und auch ein bisschen beraten“, verrät der Bad Friedrichshaller.

Die Arbeit ist körperlich zwar manchmal anstrengend, aber dank des guten Klimas im Betrieb ist es trotzdem ein entspanntes Arbeiten. Interesse an Natur und Pflanzen hält Timon für seinen Beruf für unabdingbar. Notwendig ist auch eine gewisse körperliche Belastbarkeit. Man muss Spaß daran haben, bei fast jedem Wetter an der frischen Luft zu sein. „Dreckig werden gehört natürlich auch dazu, man sollte nicht allzu pingelig sein“, meint der leidenschaftliche Skater.

Die BUGA ist für Timon ein Highlight. Mit seiner Klasse wird es eine Exkursion geben, aber auch privat will der 23-Jährige auf jeden Fall mal aufs Gelände. „Ich freue mich darauf, immerhin bekommen die auch Pflanzen von uns“, erzählt er. Timon Rogl ist froh, für sich genau das Richtige gefunden zu haben.

Stefanie Pfäffle