Entwicklung hat höchsten Stellenwert

Am neuen Standort der Firma Bosch in Abstatt konzentrieren sich die Mitarbeiter vor allem auf die Entwicklung von elektronischen Bremsregelsystemen wie ABS und ESP. Foto: Fotolia/adriano_cz

Für den Entwicklungsstandort von Bosch setzte sich die Gemeinde Abstatt im Jahr 2004 gegen 15 andere Kommunen durch. Inzwischen arbeiten mehr als 5000 Menschen auf dem Gelände, in unmittelbarer Nähe zur Autobahn A81.

Dass es Abstatt wurde, hat seinen Grund. Bosch suchte eine Fläche, die auch erweiterbar ist, und diese ist im Ballungsraum Stuttgart kaum zu finden. Hier, also in Abstatt, sicherte man sich zunächst 27 Hektar Ackerland und erweiterte 2010 erstmals für den Bereich Motorsport auf dem bestehenden Gelände. Von der Nachbargemeinde Untergruppenbach wurde eine Fläche von 150.000 Quadratmetern gekauft, die bislang hauptsächlich für Parkplätze genutzt wurde. Doch der Platz ist knapp und es stehen viele Container für die Ingenieure auf dem Gelände, die nun durch die Erweiterung überflüssig werden.

Grund der Erweiterung ist die Stärkung des Geschäftsbereichs Chassis Systems Control. Dort werden innovative Komponenten, Funktionen und Systeme entwickelt, die dem automatisierten Fahren dienen. Am Standort Abstatt werden insbesondere elektronische Bremsregelsysteme wie ABS/ESP sowie Elektronik für den Insassen- und Fußgängerschutz entwickelt.

Entgegen dem Trend im Automotive-Bereich stehen hier die Zeichen auf Wachstum: Drei weitere Gebäude sind vor der Fertigstellung, die insgesamt rund 70 Millionen Euro kosten und Platz für 1200 neue Mitarbeiter bieten werden. Das neue Bürogebäude mit 18.000 Quadratmetern bietet viele Möglichkeiten für kreatives Arbeiten und hat einen hohen Flächenanteil für Zusammenarbeit. „Inspiring Work Conditions“ heißt hier die Zauberformel, mit der Freiraum, Kreativität und Ausgleich gefördert werden sollen. Die Nutzer wurden während des gesamten Entwicklungszeitraums intensiv eingebunden und die Büroflächen nach ihren Bedürfnissen gestaltet. Das Ergebnis: schnelle Projektorganisation durch Projekträume und Gruppenarbeitstische, Ruhe und Konzentration am Arbeitsplatz durch „Silent Rooms“ sowie ein Lounge-Konzept auf jedem der vier Stockwerke mit einem modern gestalteten Raum, in dem Kaffee, Wasser und Obst kostenfrei zur Verfügung stehen.

Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeiter

Das zweite Gebäude dient der Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeiter: Im Trainingsbereich mit rund 520 Quadratmetern können die Mitarbeiter preisgünstig trainieren und sich so das Fitnessstudio sparen. Im Obergeschoss des Gebäudes befindet sich ein neues Betriebsrestaurant mit Platz für rund 800 Mitarbeiter, die von einem auf die Gesundheit ausgerichteten Speiseplan profitieren. Das Bosch Engineering Projekthaus ist das dritte Gebäude mit rund 1500 Quadratmetern Gesamtfläche. Es bietet flexibel gestaltbare Projekträume zur gemeinsamen Erarbeitung von Themen und Projekten mit Kunden und Partnern.

„Die Erweiterung um drei neue Gebäude ist eine wichtige Investition in die Zukunft der ansässigen Bereiche. Der Standort übernimmt mehr und mehr Aufgaben für die Entwicklung von Komponenten und Systemen, die den Fahrer unterstützen und den Straßenverkehr sicherer machen. Abstatt wird mit der Erweiterung als Entwicklungszentrum für hochautomatisiertes Fahren gestärkt“, betont Gerhard Steiger, Standortleiter Abstatt und Vorsitzender des Geschäftsbereiches Chassis Systems Control. Auch die Fahrassistenz steht bei Bosch im Fokus: Neben Wachstumsfeldern wie dem automatisierten Fahren produziert die Firma sukzessive neue Systeme, für die man sich in Zukunft einen Markt erhofft.

Uwe Deecke