Externe Hilfe

Der Möbelhersteller Ikea greift gerne auf Outsourcing zurück – vor allem im Bereich der Montage beim Kunden. Foto: Shutterstock/emka74

Manchmal kann man eben nicht alles selbst machen. Dafür fehlen das Personal oder die Zeit – oder durchaus auch das Know-how. Deshalb ist es vollkommen legitim, wenn Firmen bestimmte Aufgaben an andere übertragen. Auch Unternehmen aus der Region tun das.

Outsourcing, also bestimmte Unternehmensaufgaben an externe Dienstleister zu übertragen, kann für viele Unternehmen einiges an Kosten einsparen. Der Begriff kommt aus dem englischen Sprachgebrauch und setzt sich aus den Wörtern out (außen), source (Quelle) sowie using (nutzen) zusammen. Es ist ein Vorgang, bei dem bestimmte Unternehmensaufgaben an externe Dienstleister übertragen, also ausgelagert, werden. Indem sie diese Bereiche allesamt outsourcen, können sie sich auf den Kern ihres Geschäfts konzentrieren.

Es gibt auch große Konzerne, bei denen das Geschäftsmodell nicht ohne Outsourcing funktionieren würde – dazu zählt zum Beispiel der Möbelhersteller Ikea. Heute nutzt das schwedische Unternehmen weltweit rund 2500 externe Produktionsfirmen und externe Logistik-Ketten, auch die Montage beim Kunden erledigen Firmen vor Ort.Durch die Auslagerung von Sekundärfunktionen wird das eigentliche Geschäft überhaupt erst möglich gemacht. Nur das Kerngeschäft bleibt in der Hand des Unternehmens – der Einzelhandel.

Selbst die Industrie- und Handelskammer Heilbronn hat einen Leitfaden zum Outsourcing herausgegeben. Outsourcing stand lange für die Übertragung bisher im eigenen Unternehmen erstellter Leistungsfunktionen an fremde Unternehmen, wobei diese für die Abwicklung die dauerhafte unternehmerische Verantwortung übernehmen. Mittlerweile bezieht der Begriff auch die Übertragung von Leistungsfunktionen ein, die zuvor nicht zwangsläufig vollständig selbst erstellt wurden. Grundlage für den Leitfaden von unternehmensnahen Dienstleistungen bilden die beiden vom Lehrstuhl für Planung und Strategisches Management der Universität Stuttgart erstellten Studien über die Thematik des Outsourcings von Dienstleistungen.

Beispiele aus der Region

Wahre Experten des Outsourcings sind Zeitarbeitsfirmen wie „Universa Zeitarbeit“ aus Heilbronn. Universa ist ein mittelständisches Unternehmen, das 1984 gegründet wurde. Immer wenn Auftragsspitzen abzuarbeiten sind und sich personelle Engpässe im Unternehmen ergeben, tritt Universa auf den Plan, so zumindest das Firmenversprechen. Dazu bietet die Firma übertarifliche Entlohnung. In der Studie „Durchlässiger Arbeitsmarkt durch Zeitarbeit?“ für die Bertelsmann-Stiftung heißt es: „Die Mehrheit der Arbeitnehmer, die aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Beschäftigung in der Zeitarbeit aufgenommen haben, hat somit offenbar auch längerfristig ihre Erwerbslosigkeit beenden können.“

Noch länger dabei ist die „Timing GmbH“, ebenfalls ansässig in Heilbronn. Als Personaldienstleister versteht sie sich als Partner von Industrie, Handwerk, Handel und Gewerbe sowie von öffentlichen und sozialen Auftraggebern, deckt somit eine ziemlich üppige Bandbreite ab. Sie ist an 14 Standorten im gesamten Bundesgebiet vertreten. Doch die Timing GmbH ist mehr als nur bloßer Personaldienstleister. Ob im Stahl-, Apparate- oder Rohrleitungsbau – die Spezialisten montieren Gewerke zu Festpreisen im In- und Ausland. Im Bereich Technik hat die Firma zahlreiche Mitgliedschaften, Zertifizierungen und Zulassungen vorzuweisen. Zudem bietet das Unternehmen den Bereich Elektro an. Die Timing Elektrotechnik GmbH & Co. KG ist der Partner für Industrie, Handel, Gewerbe und Kommune zur Errichtung und zum Betrieb elektrotechnischer Anlagen, Sicherheitstechnik und Datennetzwerke.

Das Outsourcing hat sich im Laufe der Jahre in seinem Selbstverständnis verändert. Wurde es zunächst als ein Instrument zur Kostensenkung begriffen, so fungiert es heutzutage in zunehmendem Maße als ein Hebel zur Restrukturierung von Geschäftsaktivitäten sowie zur Neupositionierung von Unternehmen am Markt.

Timo Lämmerhirt