Fremde Kulturen erleben

Die Gruppe des Austausches um Koordinator Reinhold Balbach (ganz rechts). Foto: privat

Seit 1994 nimmt die Sportjugend Bad Mergentheim am deutsch-japanischen Simultanausch für junge Mensch teil. Das heißt, während deutsche Jugendliche nach Japan reisen, kommen japanische Gäste in die Bundesrepublik. Eine Gruppe besucht dabei die Deutschordensstadt und die hiesige Sportjugend. Wir haben mit Organisator Reinhold Balbach darüber gesprochen.

Es flossen Tränen. Eine ganze Menge Tränen – und zwar bei den Gästen, wie auch bei ihren Gastfamilien. So sah der Abschied der japanischen Jugendlichen aus, die im August im Zuge des deutsch-japanischen Sportjugend-Simultanaustausches die Sportjugend Mergentheim besuchten. In diesem Jahr fand der Austausch bereits zum 45. Mal statt. Sportjugenden über ganz Deutschland verteilt nahmen dabei japanische Jugendliche auf. Seit 1994 nimmt die Sportjugend Bad Mergentheim an der Aktion teil. Das Besondere: Während die japanischen Gäste in Deutschland verweilen, haben deutsche Jugendliche im gleichen Zeitraum die Möglichkeit, nach Japan zu reisen.

„Ich finde das eine tolle Aktion. Wir wollen dazu beitragen, dass es weniger Vorurteile gegen die fremde Kultur und das besuchte Land gibt“, meint Reinhold Balbach, Sportkreisjugendleiter der Sportjugend Mergentheim. Dass die Deutschordensstadt am diesjährigen Austausch teilnahm, war ein Zufall. Erst im März kam die Anfrage, ob man wieder japanische Gäste beherbergen könne. Der Jugendleiter überlegte nicht lange und sagte zu.

Am 8. August kamen acht japanische Jugendliche und ihr Betreuer in den Main-Tauber-Kreis. In sechs gemeinsamen Tagen erhielten die Besucher Einblicke in Kultur, Kulinarik und der Arbeitswelt im Taubertal. Besuche im Werk von EBM-Papst, eine Stadtführung durch Rothenburg ob der Tauber sowie das gemeinsame Kochen standen auf dem Programm.

Balbach begleitete die Gruppe zu allen Terminen. Über den Zeitraum des Austausches nahm er sich extra Urlaub von seiner Arbeitsstelle. „Natürlich stecke ich da viel Zeit und Kraft rein, aber es kommt auch viel zurück“, berichtet er. Zum Beispiel die Freude der Teilnehmer. „Alle Gäste sind total begeistert gewesen“, verkündet der Niederstettener stolz. Die vielen Tränen zum Abschluss sind der eindeutige

Beweis dafür.

Alexander Liedtke