Gütezeichen für mehr Qualität in der Ausbildung

Begeisterte Azubis: Betriebe, die mit dem Dualis-Siegel ausgezeichnet wurden, bieten ihnen eine hochwertige Ausbildung. Foto: Adobe Stock/ehrenberg-bilder

Seit fünf Jahren bietet die IHK Heilbronn-Franken Dualis an, um die betriebliche Ausbildungsqualität in der Region zu verbessern. Das Konzept beinhaltet Beratung und ein Qualitätssiegel für Betriebe.

Woran erkennt man einen hervorragenden Ausbildungsbetrieb? Als Antwort auf diese Frage hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Heilbronn-Franken im Jahr 2014 Dualis ins Leben gerufen. Seit fünf Jahren können sich IHK-Mitglieds­unternehmen in der Region beraten, überprüfen und auf Wunsch zertifizieren lassen. Betriebe, die eine überdurchschnittliche Ausbildungsqualität bieten, können das Qualitätssiegel „Dualis – Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“ erhalten.

„Wir sind überzeugt, dass Dualis das Premiumangebot unter vergleichbaren Qualitätssiegeln ist“, sagt Lisa Feuchtenbeiner, Projektkoordinatorin Dualis bei der IHK Heilbronn-Franken. Das exklusive regionale Konzept unterscheide sich von Angeboten anderer IHKs vor allem durch ein Audit, bei dem die Ausbildungsqualität vor Ort in den Betrieben geprüft werde.

Der erste Schritt ist eine Selbsteinschätzung der Unternehmen anhand eines Kriterienkatalogs. „Durch die Beschäftigung mit der eigenen Ausbildungsqualität kommen in den Betrieben viele Prozesse ins Rollen“, berichtet Feuchtenbeiner. „Vielen wird dadurch erst klar, wie gut sie bereits aufgestellt sind. Das führt häufig auch zu einer höheren Wertschätzung der Ausbildung im Unternehmen.“

Im Anschluss an die Selbsteinschätzung können Betriebe eine kostenlose Beratung in Anspruch nehmen, um ihre Ausbildungsqualität zu erhöhen. Zu verbessern sei meist die Dokumentation. Oft befinde sich das Know-how nur in den Köpfen der Ausbilder. „Wissensmanagement ist ein großes Thema“, sagt Feuchtenbeiner, die regelmäßig Ausbildungsbetriebe berät. „Es ist wichtig, dass alles dokumentiert und transparent zugänglich ist. Sollte ein Ausbilder ausfallen, muss eine Vertretung oder Nachfolge übernehmen können“, betont sie. Auf Wunsch können sich Unternehmen ihre hohe Ausbildungsqualität durch ein Audit kostenpflichtig zertifizieren lassen. Ein Auditoren-Team überprüft dann auf Basis des Dualis-­Kriterienkatalogs einen Tag lang die Abläufe vor Ort im Betrieb und spricht mit Ausbildern und Azubis.

Lisa Feuchtenbeiner begleitet das Audit. Die Auditoren rekrutiert sie aus Unternehmen, die bereits Dualis-zertifiziert sind. „Das sind alles Ausbildungsexperten, sowohl aus dem kaufmännischen als auch gewerblichen Bereich, die den Dualis-Prozess in ihren eigenen Unternehmen bereits erfolgreich durchlaufen haben. Die Leute kommen aus der Praxis und wissen genau, worauf es ankommt. Das ist uns sehr wichtig“, sagt Feuchtenbeiner.

Nach einem erfolgreichen Audit erhalten die überprüften Betriebe das Dualis-Siegel, das drei Jahre lang gültig ist. Danach kann eine Rezertifizierung erfolgen, bei der das Siegel für fünf Jahre vergeben wird. Die Kosten der Zertifizierung orientieren sich an der Anzahl der Azubis im Unternehmen. Zudem erhalten die Betriebe einen detaillierten Bericht mit Verbesserungsvorschlägen, deren Umsetzung bei einer Rezertifizierung überprüft wird.

„Das Dualis-Siegel ist sehr bekannt in Heilbronn-Franken“, sagt Feuchtenbeiner. „Zertifizierte Unter­nehmen nutzen die Aus­zeichnung werbe­wirksam, um junge Talente als Azubis zu gewinnen.“ Schulabgängern, die eine Ausbildung absolvieren möchten, biete das Siegel Orientierung. „Die Azubis können sicher sein, dass ein Betrieb mit Dualis-Siegel von Anfang bis Ende eine hochwertige Ausbildung bietet“, bekräftigt die Koordinatorin des Projekts.

Dirk Täuber