Heilbronn testet Air-Capturing-Technologie zur Luftreinhaltung

In einem Frachtcontainer in der Weinsberger Straße in Heilbronn läuft seit Anfang Februar das Pilotprojekt „Air-Capturing“ des Automobilherstellers Audi und der österreichischen Firma Krajete zur Luftreinhaltung. Foto: Matthias Stark

Der Automobilhersteller Audi aus Neckarsulm und die österreichische Firma Krajete starteten zum Februar ein Pilotprojekt zur Luftreinhaltung. Im Zuge dessen wurde in Heilbronn eine sogenannte Capturing-Anlange in einem Container installiert, die mithilfe eines speziellen Granulats, die in der Luft enthaltenen Stickstoffoxide herausfiltert und bindet. Die saubere Luft geht anschließend zurück in die Umwelt.

Die Stadt Heilbronn testet eine neue Maßnahme zur Luftreinhaltung. Im Rahmen eines Pilotprojekts mit Audi wird Anfang Februar eine vom Automobilhersteller und der österreichischen Firma Krajete entwickelte Capturing-Technologie installiert, die Stickstoffoxide aus der Luft filtert. Diese neue Technologie kombiniert Filtereinheiten und Messinstrumente, die in einem Frachtcontainer untergebracht sind. Der erste Prototyp wurde in der Nähe der Weinsberger Straße in Heilbronn in Betrieb genommen. Die Anlage filtert dort täglich rund 30.000 Kubikmeter Luft.

„Es darf beim Thema ‚Saubere Luft‘ keine Denkverbote geben. Auch unkonventionelle Vorschläge wie die des Air-Capturing von Audi müssen in der Praxis erprobt werden“, erklärt Wilfried Hajek, Baubürgermeister der Stadt Heilbronn. Er weist aber darauf hin, dass diese Maßnahme zunächst nur ein lokaler Beitrag sein kann. Parallel dazu müsse der begonnene Dialog mit der Fahrzeugindustrie weitergehen, um die Luftqualität zu verbessern.

Die Capturing-Anlage saugt Luft aus der Umgebung an und leitet diese durch sogenannte Adsorber. Darin befindet sich ein spezielles Granulat, das die in der Luft enthaltenen Stickstoffoxide herausfiltert und bindet. Die gereinigte Luft gelangt in die Umwelt zurück. „Der Container kann mehr als 90 Prozent der Stickstoffoxide aus der Luft binden“, erklärt Stephan Reil, Leiter Technische Entwicklung Zukunftsfelder der Audi AG am Standort Neckarsulm.

Ziel der Entwicklung ist es, die gebundenen Stickstoffoxide wieder aus dem Granulat herauszulösen und anderen Branchen – beispielsweise der Düngemittelherstellung – zur Verfügung zu stellen.