Im Notfall: Salinenstraße 18

Gut in das Stadtbild eingefügt hat sich das neue Polizeirevier an der Salinenstraße in Schwäbisch Hall. Im September sind die Beamten der Kreisstadt aus dem Gräterweg dorthin umgezogen. Foto: Thomas Ott

Es gab durchaus gewisse Anlaufschwierigkeiten bei dem Projekt. Doch letztendlich ist es ein prominenter Bau geworden – das neue Polizeirevier in Schwäbisch Hall. Im September haben es die Beamten der größten Stadt des gleichnamigen Landkreises bezogen.

Knapp 40 Jahre war für jeden Schwäbisch Haller klar: Das Polizeirevier der Stadt befindet sich im Gräterweg. Das war gefühlt schon immer so. In einem alten Wohnhaus war die Dienststelle ursprünglich mal eingerichtet worden. Nun aber sind die Beamten im September umgezogen. Die Polizeiwagen starten seitdem aus dem neubezogenen Revier an der Salinenstraße – vom Haller Osten direkt in die Innenstadt.

130 Polizisten arbeiten hier auf 1800 Quadratmetern Nutzfläche. Auf die alten Balkone im Gräterweg müssen die Beamten in der Salinenstraße künftig verzichten, so viel steht fest. Doch Licht gibt es in dem neuen riesigen Bau auch, ohne dass man auf die Terrasse gehen müsste. Fenster fast bis zum Boden lassen viel Tageslicht hinein ins Revier, darauf hat das Architekturbüro BGF+ Architekten aus Wiesbaden geachtet.

Dazu hätte man das Revier fast nicht prominenter ins Stadtbild einbauen können, schräg gegenüber der Friedensbrücke. Tausende Autofahrer kommen hier täglich etwa auf ihrem Arbeitsweg vorbei. Der geschützte, gläserne Eingang und die großzügigen Fensteranteile verleihen dem Polizeirevier Transparenz und Offenheit. Der markante Kopfbau schiebt sich dynamisch in den Straßenraum. Er ist ein Blickfang und markiert den Eingang des Gebäudes. Zugleich verleiht er dem nordwestlichen Stadteingang ein einprägsames Element mit hohem Wiedererkennungswert. Technisch sei dazu ebenfalls alles auf dem neuesten Stand – im Gegenteil zum Gräterweg.

Dennoch: Im Vorfeld gab es einige Hürden zu überspringen. Aufgrund der Polizeireform im Jahr 2014 wurde die geplante Direktion zu einem Revier. Das ursprünglich angedachte Bauprogramm von bis zu 30 Millionen Euro musste abgespeckt und die Pläne mussten aufgrunddessen umgeschrieben werden. Dies führte zu einer Verzögerung bis 2016. Dann tauchten auf alten Kriegsbildern zwei Bombeneinschläge auf, der Kampfmittelräumdienst musste auf den Plan treten – wieder ein Dreivierteljahr Verzögerung war die Folge.

Modernes Wohnquartier

Zuständig für den Neubau in der Siederstadt ist das Amt für Vermögen und Bau Heilbronn. Ingo-Michael Greiner, Leiter dieses Amts, sagte bereits beim Richtfest im Jahr 2017, dass sich der Entwurf in das Stadtbild einfüge. „Dieses Gebäude betont den Stadteingang und greift mit der Natursteinfassade aus Crailsheimer Muschelkalk ein ortstypisches Material auf“, erklärte Greiner damals. Auch Schwäbisch Halls Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim freut sich über das neue Polizeirevier.

Und wie geht es mit dem Gräterweg weiter? Hier soll künftig ein modernes Wohnquartier entstehen.

Timo Lämmerhirt