Impulse geben

Seit 1999 ist Ralph Wachter für die Bürgerinitiative pro Region tätig. Foto: Lydia-Kathrin Hilpert

Dass sich die Bürgerinitiative pro Region für Heilbronn-Franken einsetzt, ist klar. Aber wie genau tut es sie das? Was sind die konkreten Ziele und Aufgaben des Vereins? Darüber haben wir mit Ralph Wachter, Mitarbeiter in der Geschäftsstelle, gesprochen.

Begibt man sich auf die Suche nach Informationen rund um die Bürgerinitiative pro Region Heilbronn-Franken e. V., sticht einem – sei es in der Broschüre oder auf der Internetseite – ein Slogan ins Auge. „Wir wollen das Wir-Gefühl in der Region Heilbronn-Franken fördern“, heißt es. Doch gibt es überhaupt ein Wir-Gefühl in Sachen Heilbronn-Franken? „Das wird in der Tat innerhalb der Region teilweise schwierig angenommen“, belegt Ralph Wachter, Mitarbeiter von pro Region, die Annahme. Für die einzelnen Bürger sei die Dimension der Region mit der Stadt Heilbronn und den vier Landkreisen schwer überschaubar.

Doch genau dafür gebe es die Bürgerinitiative. Wachter führt aus: „Die Region muss zusammenstehen, um sich Gehör zu verschaffen.“ Dabei hebt er die schon vorhandene wirtschaftliche Stärke, das touristische Potenzial und die schöne Landschaft von Heilbronn-Franken hervor. Der Verein sei dazu da, die Bürger hierfür zu sensibilisieren und Einigkeit zu schaffen. „Wir wollen dabei aber niemand die eigene Identität wegnehmen“, stellt der Mitarbeiter in der Geschäftsstelle von pro Region klar.

Was die Umsetzung des Ziels betrifft, so versteht sich der Verein als Förderer von Kunst und Kultur in der Region. Gleichzeitig betreibt er – im Rahmen des für einen gemeinnützigen Vereins rechtlich möglichen – Lobbyarbeit. Gerichtet ist die Vereinstätigkeit an Meinungsträger aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Aber gleichermaßen auch an den einzelnen Bürger. „Wir wollen von unten schieben, auch den Bürger erreichen“, betont Wachter.

Wie geht pro Region das an? Indem sie sich Themen widmet, die jeden betreffen. Die Digitalisierung, der demografische Wandel oder die Verkehrsinfrastruktur sind hier Beispiele. Dabei greift die Bürgerinitiative nicht aktiv in das Geschehen ein, sondern „stößt die Dinge an, von der die ganze Region profitiert“. Sie bietet durch ihre verschiedenen Veranstaltungen (Bericht auf Seite 40) eine neutrale Plattform, um über die genannten Themen zu informieren und zu diskutieren.

Jugend erreichen

Allgemein heißt es bei Zielformulierungen häufig, es gelte Schwächen zu erkennen und zu verändern. So auch bei pro Region. Als Schwäche identifiziert Wachter den noch verbesserungsfähigen Zusammenhalt in Bezug auf Heilbronn-Franken. „Hier kann man in der Region mit Sicherheit noch intensiver zusammenarbeiten“, räumt er ein. Als zweites schwächeres Thema und damit Aufgabenbereich des Vereins nennt er den Bereich Jugend. Einerseits müsse die Jugend besser erreicht werden. Dazu gehören auch junge Menschen – beispielsweise Studenten oder Auszubildende –, die in die Raumschaft ziehen. Andererseits gelte es, die Jugend hier zu halten oder nach Studium oder Ausbildung außerhalb der Region wieder zurückzuholen.

Im besten Falle sollen sie hier eine Familie gründen und sich eine Existenz aufbauen. Wachter schildert dazu: „Wir haben hier ja alles im nahen Umkreis. Nur wissen viele dies offensichtlich nicht.“

Alexander Liedtke