Internationales Schwergewicht

Die Kräne von Stahl Crane Systems sind auf der ganzen Welt im Einsatz: Die LNG-Hebe­zeuge sind speziell für Wartung­sarbeiten auf LNG-Tanks konzipiert. Foto: Stahl Crane Systems

Die Kräne, Ketten- und Seilzüge von Stahl Crane Systems erobern vom idyllischen Kochertal aus die Weltmärkte. Trotz guter Auftragslage beeinflussen Ölpreisschwankungen oder politische Spannungen immer wieder das Tagesgeschäft in einzelnen Ländern. Wie es dem Unternehmen dank seines starken Markennamen dennoch gelingt, an vorderster Front mitzumischen? Wir haben nachgefragt.

Der Hauptsitz des Unternehmens Stahl Crane Systems befindet sich in der Daimlerstraße im pittoresken Kochertal vor den Toren der Stadt Künzelsau. Der Name des Straßenzugs passt gut zur kontinuierlichen Unternehmensentwicklung der vergangenen Jahre: Denn genauso wie die berühmte Automarke sich fast überall auf dem Globus großer Beliebtheit erfreut, genießt auch die Hebetechnik von Stahl Crane Systems auf allen Kontinenten einen guten Ruf.

Die Unternehmensgeschichte reicht bis ins Jahr 1876 zurück, als Rafael Stahl und Gustav Weineck in Stuttgart eine mechanische Werkstatt eröffneten. Der Zwei-Mann-Betrieb entwickelte sich im Laufe der Zeit kontinuierlich weiter. Zu den ersten Highlights zählte unter anderem die Konstruktion eines elektrischen Brückenkrans. Ein Jahr vor Ende des Zweiten Weltkriegs wird die Produktion nach Künzelsau verlegt.

Weltweit sind inzwischen 700 „Stahlianer“ – so bezeichnet sich die Belegschaft liebevoll selbst – im Einsatz, um Innovationen rund um leistungsstarke Krantechniken, Ketten- oder Seilzüge voranzutreiben. „Unsere Ingenieure arbeiten derzeit an dem neuen Kettenzug STX, der auf einer grundlegenden Überarbeitung unserer erfolgreichen Kettenzugserie ST basiert“, bestätigt Thomas Kraus. Der Support Center Director und sein Team peilen die Markteinführung für die erste Hälfte des Kalenderjahres 2019 an. Der neue Kettenzug ist nicht nur für den Binnenmarkt vorgesehen. „War früher einmal Deutschland der dominierende Markt für uns, so hat sich das Bild in den letzten Jahren massiv geändert“, betont Kraus. Alle marktreifen Produkte des Kranspezialisten sind für den weltweiten Einsatz bestimmt und sind auf Wunsch auch in explosionsgeschützer Ausführung erhältlich.

Kraus ist stolz, dass die Seil- und Kettenzüge seines Brötchengebers sich auch unter schwierigen Bedingungen in fernen Ländern bewähren. „Ob direkt vor unserer Haustür, in einem Wasserkraftwerk im indischen Kishanganga auf über 2400 Metern Höhe oder in der großen Weite in Ghana hilft unsere Technik stets dabei, Lasten flurfrei zu bewegen“.

Internationaler Marktführer

Es sind vor allem internationale Großprojekte wie das Wasserkraftwerk in Kishanganga, die den Kranspezialisten aus Künzelsau vor dem Hintergrund des Klimawandels auch bei Themen wie Ressourceneffizienz weiter nach vorne bringen. „Der Fluss Kishanganga wird zur Erzeugung von Elektrizität verwendet und in erneuerbare Energien investiert“, so Thomas Kraus.

Auf den Status als internationaler Marktführer im Bereich „Explosionsgeschützte Krantechnik“ ruht sich bei der Künzelsauer Firma aber niemand aus. „Wir sind uns der Lage als einer der führenden Unternehmen in diesem Bereich sehr wohl bewusst. Gleichzeitig ist dies aber auch unser Ansporn, neue Ideen für neue Megatrends zu entwickeln“, bekräftigt Thomas Kraus. „Hier helfen uns unsere globale Aufstellung und unsere detaillierten Kenntnisse der einzelnen Märkte“, ergänzt er.

Obwohl die Geschäfte für Stahl Crane Systems gut laufen, hängt die Auftragslage in einzelnen Ländern nicht nur von zyklisch schwankenden Faktoren wie dem Ölpreis, sondern auch von der politischen Lage ab. Entwicklungen, auf die man keines Einfluss nehmen kann. Thomas Kraus und sein Team wissen davon derzeit „ein Lied zu singen“. „Fällt der Ölpreis unter eine gewisse Schwelle, so liegen sämtliche geplante Projekte in diesem Bereich erst einmal auf Eis“. Auch das derzeitige Wirtschaftsembargo mit Russland wirkt sich auf die Projektplanungen aus, wie Thomas Kraus bedauert. „Das Embargo hat unsere Geschäftsentwicklung mit Russland nicht gerade positiv beeinflusst“.

Andreas Scholz

Über Stahl Crane Systems
Das Unternehmen wurde im Jahr 1876 in Stuttgart von Rafael Stahl und Gustav Weineck gegründet. 1944 wird der Produktionsstandort nach Künzelsau verlegt. Hier hat das Unternehmen auch heute noch seinen Hauptsitz. Stahl Crane Systems beschäftigt weltweit rund 700 Mitarbeiter. Seit Januar 2017 ist die Firma Teil der Columbus McKinnon Familie