Klimaschutzkonzept für Öhringen entsteht

Der Hofgarten, die grüne Lunge von Öhringen: Ein Klimaschutzkonzept soll den für die Klimaneutralität der Stadt ebnen. Foto: Adobe Stock/mmuenzel

Öhringen will klimaneutral werden – möglichst schon bis 2035. Ein Dreierpack aus Klimaschutzkonzept, Mobilitätskonzept und kommunaler Wärmeplanung soll das ermöglichen.

Bis Jahresende will die Große Kreisstadt Öhringen (Baden-Württemberg) ein Klimaschutzkonzept erstellen. Der Projektstart ist bereits erfolgt, es werde bereits aktiv daran gearbeitet, teilt die Stadt mit. „Wir wissen, dass ein Klimaschutzkonzept sinnvoll, effizient und nachhaltig ist. Zusammen im Paket mit dem Mobilitätskonzept und der kommunalen Wärmeplanung, macht Öhringen einen großen und wegweisenden Schritt hin zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz“, sagt die städtische Klimaschutzmanagerin Sophie Strecker. Das Klimaschutzkonzept soll unter anderem prüfen, ob – wie von Öhringen angestrebt – bereits 2035 Klimaneutralität erreicht werden könne oder erst 2040, wie vom Land Baden-Württemberg vorgegeben. Des Weiteren soll das Konzept als Basis für konkrete Klimaschutzmaßnahmen dienen.

Beteiligt am Klimaschutzkonzept sind nach Angaben der Stadt das Planungsbüro greenventory GmbH aus Freiburg, das Planungsbüro EnergyEffizienz GmbH aus Lampertheim, die städtische Klimaschutzmanagerin Öhringens mit dem Stadtbauamt sowie die Bürgerinitiative „Öhringen klimaneutral 2035“. In mehreren Schritten wolle die Arbeitsgruppe dieses Jahr Maßnahmen zur Senkung der Treibhausgase, Erreichung der Klimaziele und zur Sensibilisierung der Bevölkerung erarbeiten.

Aktuell arbeite das Projektteam an der Ausgangsbasis des Klimaschutzkonzeptes: dem Status-Quo der Treibhausgas-Emissionen in der Großen Kreisstadt. Hierfür werden unter anderem Zahlen zum Treibhausausstoß von Privathaushalten, Verkehr, kommunalen Liegenschaften, Gewerbe, Handel, Dienstleistern sowie Industrie gesammelt. Danach werde eine Energie- und Treibhausgasbilanz nach dem BISKO-Standard (BISKO = Bilanzierungs-Systematik Kommunal) und nach der neuen Bilanzierungsmethode der Einflussbilanz der Initiative „German Zero“ erstellt sowie ausgewertet. „Diese Energie- und Treibhausgasbilanz ist essenziell für alle weiteren Schritte im Projekt. Sie zeigt uns, wo dringend Handlungsbedarf ist. Auf städtischer Seite untersuchen wir unseren Strom- und Wärmeverbrauch, den Einsatz von PV-Anlagen, die kommunale Fahrzeugflotte, Sanierungsmöglichkeiten, Einsatz von Straßenbeleuchtung oder den Energieverbrauch der städtischen Eigenbetriebe wie Bäder und Kläranlage. Weitere tragfähige Daten erhalten wir von den bereits erfassten Ergebnissen aus dem Mobilitätskonzept und der kommunalen Wärmeplanung. Die Daten können wir miteinander effizient koppeln. Dazu kommen Daten aus der Wirtschaft und Landwirtschaft. Auch die Stadtwerke und EnBW unterstützen uns mit Verbräuchen. So können wir die Ausgangslage so genau wie möglich zeichnen und darauf basierend weiterarbeiten“, erläutert Sophie Strecker die Vorgehensweise.

Neben dem Klimaschutzkonzept leiste auch die kommunale Wärmeplanung einen wichtigen Schritt, um eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu erreichen. „Mit der kommunalen Wärmeplanung wird das Ziel der klimaneutralen Wärmeerzeugung bis 2040 gemäß dem Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetz Baden-Württemberg angestrebt. Der kommunale Wärmeplan ist ein zentrales Instrument, um das Handlungsfeld Wärme innerhalb einer nachhaltigen Stadtentwicklung gestalten zu können“, sagt Sophie Strecker. Die Stadt Öhringen entwickle dabei einen eigenen Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung, der die jeweilige Situation vor Ort bestmöglich berücksichtigen solle. Dazu gehöre zum Beispiel die Erhebung des aktuellen Wärmebedarfs oder -verbrauchs, die aktuelle Versorgungsstruktur und die Identifizierung von Eignungsgebieten für Wärmenetze. Ein solcher Plan diene als strategische Grundlage, um konkrete Entwicklungswege zu finden und die Kommune in puncto Wärmewende zukunftsfähig zu machen. Schwerpunkte seien dabei einerseits die Analyse bisher nicht genutzter Potenziale, etwa von Abwärme oder Umweltwärme, und andererseits eine Effizienzanalyse im Hinblick auf ökologische, technische und wirtschaftliche Aspekte.

Hierauf aufbauend sollen im kommunalen Wärmeplan mögliche Handlungsstrategien und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und damit einhergehend zur Reduzierung und klimaneutralen Deckung des Wärmeenergiebedarfs entwickelt werden. Es sollen mindestens fünf Maßnahmen festgelegt werden, mit deren Umsetzung innerhalb der nächsten fünf Jahre nach der Veröffentlichung des Wärmeplans begonnen werden soll.

Auch beim Mobilitätskonzept für Öhringen geht nach Angaben der Stadt die Arbeit voran. Es umfasst alle wichtigen Verkehrsarten: Fuß-, Rad-, öffentlicher Personennahverkehr, motorisierter Individualverkehr und Wirtschaftsverkehr. Verkehrsbelastungspläne, Ergebnisse aus Befragungen von Bürgern und Betrieben sowie eine Prognose 2035 liegen vor und wurden auf der Homepage von Öhringen veröffentlicht.

red.