Neckarsulm lädt ein

Sie lenken das Stadtjubiläum: (v. l.) Kultur- und Sportamtsleiter Frank Borth, Doris Wohlfahrt, Leiterin des Amtes für Bildung und Soziales, Daniel Bürkle, Citymanager und Projektleiter für die 1250-Jahr-Feier, OB Steffen Hertwig, Stadtrat Joachim Eble und Hauptamtsleiter Frank Moll. Auf dem Foto fehlt Stadtrat Horst Strümann. Foto: Stadt Neckarsulm

Wegen der Pandemie fallen die Jubiläumsaktionen anlässlich des 1250-jährigen Bestehens der Stadt zwar kleiner aus als ursprünglich geplant. Doch will man sich den Spaß keinesfalls nehmen lassen. 
Sogar prominenter Besuch aus Stuttgart wird erwartet.

Unglaublich aber wahr, Neckarsulm wird 1250 Jahr. Mit diesem Satz könnte das Jubiläum der Stadt überschrieben sein. Doch ganz so einfach haben es sich die Entscheider nicht gemacht und stattdessen – übrigens mit Unterstützung der Heilbronner Werbeagentur Projekt X – ein kreativeres Motto gefunden, das auch gleich das Selbstverständnis ihrer Stadt widerspiegeln soll: weltoffen, vielfältig, selbstbewusst und voller Leben. So feiern die Neckarsulmer ihre erste urkundliche Erwähnung nun mit dem Slogan „vollerleben“, also „voll erleben“ oder „voller Leben“.

„Wir wollen im Jubiläumsjahr die Geschichte von Neckarsulm bewusst erlebbar machen, aber auch die Brücke in die Gegenwart schlagen“, sagt Daniel Bürkle, Citymanager und Projektleiter für die 1250-Jahr-Feier. Erkennbar sei dies bereits im eigens dafür entworfenen Logo, das sowohl das historische Stadtwappen als auch die „Welle“ als modernes Stadtlogo umfasse. Während die diagonal angeordneten Ziffern 1250 für die verschiedenen Epochen der Stadtgeschichte stehen, repräsentieren die Symbole das Kulturleben, die Bereiche Sport und Musik mit dem entsprechenden Vereinsleben, die Entwicklung der Mobilität, die Weinbautradition sowie den Bildungs- und Schulstandort Neckarsulm, heißt es zur Erklärung auf der Internetseite

Zentraler Festakt im Juli

Eigentlich sollten sich das ganze Jahr über Veranstaltungen und Feste wie die Perlenschnur im Jubiläumslogo aneinanderreihen. Corona habe dieses Vorhaben zwar erschwert. Doch lasse man sich durch die Pandemie die Stimmung nicht vermiesen, versichert Oberbürgermeister Steffen Hertwig. Manches sei im üblichen Rahmen nicht möglich und alle geplanten Veranstaltungen und Termine stünden unter einem grundsätzlichen Vorbehalt, doch auf das zentrale Festwochenende am 10. und 11. Juli, dem Höhepunkt des Jubiläums, dürfe man sich sicher freuen.

Statt der ursprünglich geplanten Großveranstaltung in der Innenstadt, für die ein Familientag mit Kinderfest, ein Vereinsprogramm mit Bewirtung durch ortsansässige Gastronomen und eine lange Kulturnacht vorgesehen waren, finde nun ein kleinteiligeres Format mit dezentralen Aktionen in den städtischen Kultureinrichtungen statt.

Kretschmann hält Rede

Einer dieser Festakte findet der Stadtverwaltung zufolge am Samstag, 10. Juli, in der Ballei statt, wo Ehrengast Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Festansprache zum Jubiläum halten wird. Für die Öffentlichkeit gebe es ein begrenztes Kontingent an Sitzplätzen. Wie viele Besucher eingelassen werden können, hänge jedoch von den dann geltenden Coronabeschränkungen ab.

Zudem sollen Jubiläumsprojekte das alternative Programm am Festwochenende ergänzen. Citymanager Daniel Bürkle stellte den Stadträten die Projektideen kürzlich vor. Dazu gehören das Pflanzprojekt „1250 Neckarsulmer Bäume und Sträucher“, Erinnerungen und Geschichten zum Jubiläumsjahr in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv, Geschenktaschen für Senioren oder eine Malaktion mit zwei Jubiläumsmaskottchen für Kitas und Schulen. Außerdem sollen Jubiläumsboxen Kindern die Stadtgeschichte näherbringen.

Über das Festwochenende hinaus sieht die Stadtverwaltung im Rahmen des Jubiläumssommers 2021 
Corona-konforme Aktionen in den Bereichen Kultur, Musik und Comedy in der Neckarsulmer City vor, als Teil des jüngst beschlossenen Zehn-Punkte-Plans zur Belebung der Innenstadt, wo übrigens die Sulm bis zur Unterquerung des Neckarkanals unterirdisch fließt. Weshalb die Stadt, was manch Auswärtiger nicht weiß, „Neckar-sulm“ heißt – und nicht etwa „Neckars-ulm“ mit Betonung auf „ulm“.

Melanie Boujenoui