Ratgeber für das biologische Gärtnern

Reiche Ernte: Der bewährte Ratgeber „Gesunder Garten durch Mischkultur“ zeigt, wie’s geht. Foto: Adobe Stock/Pravdica

In Hohenlohe erprobtes Wissen rund um den biologischen Garten bietet der Ratgeber von Gertrud Franck. Ihr Buch über gesunde Mischkultur von Gemüse ist gerade in aktualisierter Neuauflage erschienen.

Vogelgezwitscher am Morgen, wärmende Sonnenstrahlen untertags, Licht bis in die Abendstunden – Gartenfreunde deuten diese Zeichen als Signale für den baldigen Start in die neue Saison. Wer im eigenen Beet Zwiebeln steckt, Salat sät und Tomaten pflanzt, sollte sich beizeiten Gedanken über Flächenaufteilung und Fruchtfolge machen. Das sichert den Pflanzen den benötigen Raum und erspart dem Gärtner späteren Verdruss. Gerade recht also kommt dieser bewährte Ratgeber für den heimischen Gemüsegarten wieder in die Buchläden: „Gesunder Garten durch Mischkultur“. Die Haus- und Landfrau Gertrud Franck (1905–1996) von der Saatgutzucht Oberlimpurg in Schwäbisch Hall hat dieses 1980 erstmals erschienene Buch verfasst, das die Langenburger Fachautorin Brunhilde Bross-Burckhardt nun neu und erweitert herausgegeben hat.

Das Buch vermittelt das Grundwissen biologischen Gärtnerns. Franck wandte die Erkenntnis, dass in der Natur alles miteinander in Beziehung steht, auf den heimischen Gemüsebau an. Ihren großen Garten bestellte sie das Jahr hindurch in systematischer Mischkultur ohne chemischen Pflanzenschutz und mineralischen Dünger. In jahrzehntelanger Praxis erprobte und verfeinerte sie diese Anbaumethode, entwickelte einen detaillierten Pflanzplan und fasste ihr Erfahrungen in ihrem Gartenbuch zusammen. Dieses gesammelte Wissen lässt sich auch auf kleinen Grundstücken anwenden.

Franck beschreibt einleuchtend, welche Gemüsearten einander positiv beeinflussen, zum Beispiel Erdbeeren und Lauch oder auch Kohlarten und Sellerie. Sie leitet dazu an, den Boden durch die Flächenkompostierung fortlaufend mit organischen Nährstoffen zu versorgen, die Humusbildung durch konsequente Bodenbedeckung und Gründüngung anzuregen und so die natürliche Grundlage für gesundes Wachstum zu schaffen.

Neben dem breit geschilderten Gemüseanbau geht Franck ausführlich auf die große Bedeutung von Kräutern und Blumen für die Pflanzengesundheit ein und lehrt den Umgang mit Beerensträuchern und Obstbäumen. Und weil zum Anbauen auch das Ernten und Verzehren gehört, widmet sie sich im Abschnitt „Garten und Ernährung“ mit Rezepten und Tipps der wertstoffschonenden Zubereitung schmackhafter Speisen.

Über den eigenen Zaunrand hinausblickend, kann das von Franck betriebene biologische Gärtnern als beste Schule für das Denken und Wirtschaften im systemischen Kreislauf verstanden werden. In diesem Sinn würdigt die Herausgeberin die Leistungen Francks, indem sie Anbau und Aufzucht gesunder Nahrungsmittel im Zusammenhang mit Bodenpflege und -gesundheit dargestellt habe.

Brunhilde Bross-Burckhardt zeichnet abschließend knapp die Entwicklung des Gartenbaus nach dem Zweiten Weltkrieg nach und hebt die Rolle von Gertrud Franck als Impulsgeberin des biologischen Gartenbaus in Hohenlohe und darüber hinaus hervor. Auch dieses Kapitel ist lesenswert, macht es doch deutlich, worauf es hier letztlich ankommt: Überliefertes Gartenbauwissen in eigener Praxis anwenden und lebendig erhalten.

Jörg Benzing

Info:
Gertrud Franck, Brunhilde Bross-Burkhardt, „Gesunder Garten durch Mischkultur – Gemüse, Blumen, Kräuter, Obst“, Oekom Verlag, München, 2019, 176 S., 24 Euro (ISBN 978-3-96238-101-1)