Retter in der Not

Das neue Logistikzentrum von LTI in Boxberg-Windischbuch wurde im Januar 2019 eröffnet. Foto: LTI-Metalltechnik

LTI-Metalltechnik expandiert: Der Blechverarbeiter hat ein neues Logistikzentrum gebaut und eine Firma mit 140 Mitarbeitern übernommen – aus Hilfsbereitschaft, wie Frank Isaak im Interview verrät.

Herr Isaak, LTI betreibt in Boxberg-Windischbuch bereits zwei Werke. Jetzt kam noch ein Logistikzentrum hinzu. Was war der Grund für die Expansion?

Frank Isaak: Die Entscheidung fiel bereits 2006. In Berlichingen am Stammsitz konnten wir nicht erweitern. Also haben wir einen Standort in der Nähe gesucht und wurden in Boxberg-Windischbuch fündig. Relativ schnell nach dem ersten Bauabschnitt haben wir dort erweitert. Und im Januar 2019 kam das Logistikzentrum hinzu.

Welche Vorteile versprechen Sie sich von dem neuen Logistikzentrum?

Isaak: Logistik nimmt einen immer größeren Stellenwert ein. Die Ansprüche der Kunden wachsen. Gleichzeitig wollen wir den Kunden mehr Dienstleistung anbieten. Bisher hatten wir verschiedene Lagerorte in der Fertigung. Das hatte uns leider viel Fertigungskapazität genommen. Jetzt haben wir die Lagerung zentralisiert im Logistikzentrum. So haben wir mehr Fertigungsfläche und sind auch in der Logistik deutlich effizienter.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung?

Isaak: Digitalisierung und Industrie 4.0 setzen wir gezielt dort ein, wo es uns merklich weiterbringt. Durch schnelleren Fluss von Daten und Informationen sollen Mitarbeiter schnell auf dem gleichen Wissensstand sein. Wir wollen auch mehr Daten von unseren Maschinen in der Fertigung erhalten, um exaktere Kapazitätsplanung zu ermöglichen oder den Qualitätsstandard zu erhöhen. Digitalisierung macht unsere Abläufe schlanker und effizienter.

Wie profitieren Ihre Kunden davon?

Isaak: Wenn wir schneller in unseren Abläufen werden, können wir künftig viel schneller auf wechselnde Kundenanforderungen reagieren. Darin sehe ich den größten Vorteil.

Sie haben kürzlich die Firma Stadtmüller in Osterburken übernommen. Wie kam es dazu?

Isaak: Der Inhaber von Stadtmüller ist mein Schwager. Da seine Firma wirtschaftliche Schwierigkeiten hatte, sahen wir einfach die Notwendigkeit, innerhalb der Familie zu helfen. Wir wollten natürlich auch die Arbeitsplätze erhalten. Und es ging auch darum, die Kunden weiter zu beliefern, denn seine Kunden sind auch unsere Kunden. Wir konnten weder die Mitarbeiter noch die Kunden im Stich lassen.

Gehen Sie damit ein Risiko ein?

Isaak: Ein gewisses Risiko ist dabei, es ist ja auch keine kleine Firma. Über 140 Mitarbeiter sind da beschäftigt. Und es gibt sicher einiges zu tun, um den Betrieb weiterführen zu können. Wir sind aber guter Dinge, dass wir das schaffen. Die Firma LTI ist gut aufgestellt. Wir sehen in der Übernahme größere Chancen als Risiken.

Welche Veränderungen wird es für die Mitarbeiter geben?

Isaak: Wir werden dort die Strukturen von LTI implementieren und auch die EDV umstellen. Aber ansonsten hoffe ich nicht, dass es große Veränderungen für die Mitarbeiter geben wird.

Interview: Louisa Holz

Zur Person
Frank Isaak ist Geschäftsführer der LTI-Metalltechnik GmbH mit Sitz in Berlichingen und Werken an weiteren Standorten.