Sicher ist (ver)sicher(t)

Neben Pflege-, Hausrat- und Haftpflichtversicherung gehört die Berufsunfähigkeitsversicherung zum "Starter-Set" dazu. Foto: fotolia/Zerbor

Martin Max Zweifel aus der Filialdirektion Heilbronn der R+V Allgemeine Versicherung AG weiß, welche Versicherungen du als Azubi oder Student brauchst.

Herr Zweifel, was ist das Erste, das ein Student in spe tun sollte, wenn er sich über Versicherungen informieren möchte?

Zweifel: Am besten ist es, mit einem Versicherungsfachmann einen Beratungstermin zu vereinbaren. Dieser kann auch über den zuständigen Bankberater, der alle anderen Geldangelegenheiten des angehenden Studenten regelt, festgelegt werden. Eine individuelle Beratung ist allerdings ein absolutes „Muss“, da sich die Situation jedes Studenten unterscheidet, etwa durch Auslandssemester, Studienorte oder ein duales Studium.

Welche Versicherungen sind für Studenten überhaupt sinnvoll?

Zweifel: Sinnvoll sind Berufsunfähigkeitszusatz-, Pflege-, Hausrat- und Haftpflichtversicherung. Auch hier ist die Expertise eines Spezialisten vernünftig, da der Student je nach Absicherungssituation teilweise weiterhin über die Eltern versichert ist. Dann ist kein extra Abschluss erforderlich.

Was bringen die einzelnen Versicherungen? Warum sollte man sie haben?

Zweifel: Berufsunfähigkeitsversicherung: Eine private BU-Absicherung in ausreichender Höhe vermindert das Armutsrisiko, wenn die Arbeitskraft frühzeitig verloren geht und keine finanzielle Vorsorge getroffen wurde. Frühzeitiger Einstieg sichert dauerhaft niedrige Beiträge über die komplette Vertragslaufzeit und verringert das Risiko von Ausschlüssen oder Zuschlägen. Denn der Gesundheitszustand kann sich im Laufe der Jahre auch verschlechtern. Pflegeversicherung: Mit der geförderten Pflegetagegeldversicherung kann der Student sich mit zehn Euro Monatsbeitrag eine gute Grundsicherung für den Pflegefall sichern. Ein Risiko, das für künftige Generationen durch den demografischen Wandel sowie durch die medizinische Entwicklung erheblich größer werden wird. Hier gilt nicht, je früher, desto günstiger die Beiträge, sondern je früher man abschließt, umso höhere Leistungen erhält man. Die Leistungen der einzelnen Anbieter sind sehr unterschiedlich und müssen sorgfältig geprüft werden.

Hausratversicherung: Hier sichert man all sein Hab und Gut, beispielsweise das bei Studenten beliebte und viel genutzte Fahrrad, gegen verschiedene Gefahren wie Feuer, Diebstahl, Leitungswasser oder Sturm elementar ab. Viele gute Versicherungen bieten hier kostenlosen Schutz über die Eltern an. Haftpflichtversicherung: Dies ist die wichtigste Absicherung, da sie in unbegrenzter Höhe für jegliche Schäden haftet, die man schuldhaft verursacht hat. Hier gilt es auch zu prüfen, ob ein kostenloser Schutz über die Eltern besteht.

Kann man sich diese Versicherungen als junger Mensch, der nichts oder kaum etwas verdient, denn leisten?

Zweifel: Mit einem Beitrag von rund 70 Euro pro Monat kann man sich schon umfänglich absichern. Aus unserer Erfahrung unterstützen in den meisten Fällen die Eltern oder Großeltern die Studenten. Die Belastung sinkt, wenn ein kostenloser Schutz über die Versicherungen der Eltern besteht.

Wenn nun einer nach der Schule nicht studieren, sondern eine Ausbildung absolvieren möchte, welche Versicherungen empfehlen sich dann?

Zweifel: Bei der ersten Ausbildung ist man über die Eltern noch in der Hausrat- und Haftpflichtversicherung mitversichert. Bei eigener Wohnung ist zu prüfen, ob die Versicherung der Eltern die Haftpflicht bis zum Ende der Ausbildung kostenlos übernimmt. Alle anderen Versicherungen müssen eigenständig abgeschlossen werden.

Welche dieser Versicherungen kann oder sollte man sogar nach dem Studium beziehungsweise der Ausbildung „behalten“?

Zweifel: Das gilt für alle Versicherungen. Hier ist ebenfalls der richtige Zeitpunkt, sich über alle anderen Versicherungen beraten zu lassen. Der erste Baustein der Altersvorsorge sollte hier spätestens gelegt werden.

Interview: Olga Lechmann