So schmeckt das Taubertal

Lecker: Ein herzhaftes Winzervesper in den Weinbergen ist eine willkommene Stärkung auf der Radtour. Foto: Tourismusverband Liebliches Taubertal/Peter Frischmuth

Genuss ist ein Begriff, der sich im „Lieblichen Taubertal“ auf vielfältige Weise definieren lässt. Von Rothenburg ob der Tauber bis Freudenberg am Main können Besucher die Ferienlandschaft genussvoll zu Fuß erwandern, mit dem Fahrrad erkunden sowie mit Wohnmobil, Auto oder Bahn bereisen und dabei kulinarische Kostbarkeiten entdecken. Restaurants, Gaststätten, Besenwirtschaften oder Brauereien und Weinkellereien: Die Region bietet für jeden Geschmack und Gaumen die passende Auswahl, um das Taubertal genußvoll zu erleben.

Die Erzeuger und Gastgeber legen größten Wert auf Regionalität, artgerechte Tierhaltung, traditionelle Produkte und Vielfältigkeit. Betriebe, die regionale Spezialitäten anbieten, können sich mit dem Qualitätssiegel „Taubertal – Kulinarisch erleben“ klassifizieren lassen. Die Rohstoffe kommen aus der Landschaft an Tauber und Main. Winzer, Weingärtner, Hoteliers, Gastronomen und Köche bürgen mit ihrer Ehrenerklärung, dass die unter dem Qualitätsmerkmal „Kulinarisches Taubertal“ angebotenen Speisen und Getränke auch tatsächlich aus der Region stammen.

Für Wanderer, die Freunde des Gerstensaftes sind, empfehlen sich drei Bier-Wanderwege, welche der Tourismusverband „Liebliches Taubertal“ anlässlich des Jubiläums „500 Jahre Reinheitsgebot“ entwickelt hat. Es gibt den Distelhäuser-, den Herbsthäuser- und den Landwehr-Bräu- Bierwanderweg. Die gut ausgeschilderten Routen beginnen in der Ortschaft der jeweiligen Brauerei. Anschließend bietet sich eine Einkehr in die Brauereien an, um die Bierspezialitäten zu verkosten. Winterbock, Landbier, Pils, Export- und Weizenbiere gehören zu den beliebtesten Sorten.

Edelobst und Powerkorn

Wer es gerne hochprozentiger mag, wird bei den zahlreichen Edelobstbrennereien fündig, die edle Destillate aus heimischem Obst erzeugen. Jährlicher Höhepunkt am letzten Sonntag im Oktober ist die Brennsaisoneröffnung „Beckstein brennt“, wobei Interessierte den Brennern bei der Arbeit über die Schulter blicken können.

Eine besondere Spezialität, den Grünkern, auch als das „Powerkorn des Taubertals“ bezeichnet, findet der Gast im westlichen Teil des Main-Tauber-Kreises auf den Speise­karten der gastronomischen Betriebe. Wohl aus der Not heraus haben die hier lebenden Menschen vor 300 Jahren den Grünkern entdeckt. Aufgrund einer Hungersnot wurde der Dinkel vorzeitig geerntet und im Backofen gedarrt. Eine Darre ist ein großes, durchlöchertes Eisenblech, unter dem ein Buchenholzfeuer brennt, das auch für den rauchig­nussigen Geschmack verantwortlich ist. Das Darren kann auf Grünkernfesten erlebt werden. Das bedeutendste Event rund um den Grünkern ist das Kupprichhäuser Grünkernfest. Das ehemalige Arme-Leute-Essen ist heute sowohl auf der Speisekarte der gut­bürgerlichen Gastronomie als auch der Nouvelle Cuisine zu finden. Auf dem speziell ausgewiesenen Grünkernradweg können die erzeugenden Betriebe erkundet werden. In allen Städten und Gemeinden entlang Main und Tauber gibt es zudem Gaststätten, die leckere Grünkerngerichte auf der Speisekarte haben.

Artenschutz

Zum erlesenen Gaumenschmaus der Region gehört auch die Tauberforelle, die in den klaren Bächen des Taubertals zu Hause ist. Auch das Taubertäler Lamm sollten sich Feinschmecker nicht entgehen lassen. Rund 3000 Mutterschafe werden im „Lieblichen Taubertal“ gehalten. Die regionalen Schäfereien leisten durch die Beweidung von Naturschutzflächen einen Beitrag zum Arten- und Biotopschutz. Es entsteht ein qualitativ hochwertiges Fleisch, das als regionale Spezialität seine Verwendung findet.

Mit ihren Waldzügen ist die Region auch eine Heimat für Wild. Reh, Hirsch und Schwarzwild werden über die Jägerschaft auf kurzem Weg zum Verbraucher gebracht. Wildgerichte sind fester Bestandteil des kulinarischen Profils der Region. Dazu passen die Weine des Taubertals wie Müller-Thurgau, Silvaner, Schwarzriesling, Dornfelder oder die einmalige Spezialität: der „Tauberschwarz“. Diese Rebsorte galt bis Mitte des 20. Jahrhunderts als ausgestorben. In einem Weinberg im Vorbachtal wurden einige uralte Stöcke gefunden und so konnte diese Sorte durch züchterische Auslese wiederbelebt werden.

Werner Palmert