Treffen unter Gleichgesinnten

Der Marktplatz in Schwäbisch Hall ist ein Aushängeschild der Stadt. Ein weiteres ist das jährlich stattfindende Gipelftreffen der Weltmarktführer. Foto: Stadt Schwäbisch Hall/Jürgen Weller Fotografie

2019 lockt Schwäbisch Hall mit dem Gipfeltreffen der Weltmarktführer bereits zum neunten Mal zirka 500 Teilnehmer in die Region Heilbronn-Franken. Was macht Schwäbisch Hall und die Region eigentlich so interessant?

Zahlreiche deutsche Betriebe aus den verschiedensten Branchen haben sich im internationalen Markt als Top-Unternehmen etabliert. Diese stammen jedoch nicht nur aus Metropolen wie Berlin, Hamburg oder München – auch ländlich geprägte Regionen zählen zu den erfolgreichsten Wirtschaftsstandorten in der Bundesrepublik. Einer dieser Standorte ist Heilbronn-Franken. Keine andere Region in Deutschland weist im Verhältnis zur Einwohnerzahl eine höhere Dichte an Weltmarktführern auf.

Die meisten Unternehmen stammen aus der Industrie. Dabei ist die Audi AG am Standort Neckarsulm der größte Arbeitgeber mit rund 17 000 Mitarbeitern. Neben bekannten Marken gibt es auch zahlreiche Hidden Champions in der Region, die in spezialisierten Nischenmärkten Weltmarktführer sind. Führend auf den Weltranglisten sind beispielsweise der Ventilatorenhersteller Ziehl-Abegg SE mit Hauptsitz in Künzelsau und die Dieffenbacher GmbH, ein Hersteller von Holzverarbeitungsmaschinen aus Eppingen. Ebenfalls auf der Liste stehen beispielsweise die Lauda Dr. R. Wobser GmbH & Co. KG, ein Hersteller von Temperiergeräten und -anlagen aus Lauda-Königshofen sowie die Schunk GmbH & Co. KG aus Lauffen am Neckar, ein führendes Unternehmen im Bereich Greif- und Spanntechnik. Diese Unternehmen haben neben ihren Spitzenplätzen im internationalen Markt eine weitere Gemeinsamkeit: Bei diesen Weltmarktführern handelt es sich um Familienunternehmen.

Regionale Handelsunternehmen

Neben Industriebetrieben haben auch Handelsunternehmen eine langjährige Tradition in der Region. Von besonderer Bedeutung sind unter anderem die Schwarz-Gruppe aus Neckarsulm und die Würth-Gruppe. Letztere hat sich mit ihrem Mutterkonzern, der Adolf Würth GmbH & Co. KG, über viele Jahre hinweg zum weltweit führenden Lieferanten für Befestigungsmaterial entwickelt und besteht mittlerweile aus über 400 Gesellschaften mit rund 77 000 Mitarbeitern in mehr als 80 Ländern.

Die Region Heilbronn-Franken ist geprägt von Clustern, also mehreren Firmen einer Branche in direkter räumlicher Nähe zueinander. Hinzu kommen Handwerksbetriebe und Einzelhandel, die alle gemeinsam für eine stabile Wirtschaftsentwicklung sorgen. Dies zeigt sich unter anderem an der geringen Arbeitslosenquote, die im Oktober 2018 bei nur 2,9 Prozent (bundesweit 4,9 Prozent) lag. Zusätzlich liegen sowohl das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf als auch die Exportquote der Region über dem Bundesdurchschnitt.

Diese Faktoren führen dazu, dass Heilbronn-Franken zu den wirtschafts­stärksten Regionen Deutschlands gehört, was nicht zuletzt am hohen Anteil der Weltmarktführer liegt. Schwäbisch Hall ist somit ein sehr passender Ort für ein Treffen unter Gleichgesinnten der Wirtschaftselite.

Nina Hiller

Interessant zu wissen
Die VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim unterstützt das Gipfeltreffen als Förderer und dürfte daher mit einem Stand auf dem Kongress vertreten sein. Aber statt die Ausstellungsfläche selbst zu nutzen und für das eigene Unternehmen zu werben, stellt der Finanzdienstleister den Stand großzügig dem Campus Schwäbisch Hall der Hochschule Heilbronn kostenfrei zur Verfügung.