Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken erwartet angesichts des Zoll-Abkommens zwischen der EU und den USA negative Folgen für ihr Geschäft. Dies belegt eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK).

Nahezu 90 Prozent der Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken und bundesweit erwarten, dass der Zoll-Deal zwischen der Europäischen Union und den USA ihr Geschäft negativ beeinflussen wird. Auf die Betriebe kommen zusätzliche Belastungen wie steigende Kosten und eine verminderte Wettbewerbsfähigkeit zu.
Dies ergab eine Blitzumfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), an der auch die IHK Heilbronn-Franken beteiligt war. Dies berichtet Letztere in einer Mitteilung.
Zoll-Deal mit den USA setzt Unternehmen in Heilbronn-Franken unter Druck
Die Einigung zwischen der Europäischen Union und den USA im Zollstreit erhöht den Druck auf Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken, die sich bereits in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld behaupten müssen.
„Die Unternehmen leiden unter zu hohen Kosten, Wettbewerbsnachteilen und ausufernder Bürokratie. Sie müssen einen umfassenden Transformationsprozess stemmen und jetzt auch noch die bittere Pille von 15 Prozent Basiszoll auf Importe in die USA schlucken“, so IHK-Hauptgeschäftsführerin Elke Döring.
Insgesamt 86 Prozent der Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken erwarten negative Folgen des EU-USA-Zoll-Deals. Mit erheblichen negativen Auswirkungen rechnen sogar 16 Prozent von ihnen. Zwei Drittel der Befragten bewerten die Einigung als eine teils erhebliche Belastung für ihr Unternehmen.
Den Basiszollsatz von 15 Prozent nennen die befragten Unternehmen hierbei als ihre größte Sorge. „Viel schlimmer ist noch, dass eine Mehrheit der Unternehmen dem Abkommen nicht traut und davon ausgeht, dass mit dem Deal der Handelsstreit noch nicht beendet ist“, erklärt Döring. Die weiterhin bestehende Verunsicherung und die Sorge vor neuen Zöllen beschäftigen 64 Prozent der befragten Betriebe.
So reagieren die Unternehmen in Heilbronn-Franken
Auf die Frage hin, wie sie auf die Zölle reagieren wollen, gaben 68 Prozent der Unternehmen an, die Kosten für die Zölle an die Kunden in den USA weitergeben zu wollen. „Das bedeutet, die Produkte werden teurer und sind damit weniger wettbewerbsfähig“, so Döring. „Das schlägt sich unmittelbar in der Auftragslage nieder und damit auf die Produktionsstandorte in Deutschland. In den USA selbst treiben die Zölle die Inflation weiter an.“
Folglich plant nahezu die Hälfte der befragten Unternehmen (49 Prozent), den Handel mit den USA reduzieren zu wollen. Keines der Unternehmen zieht es in Erwägung, die Handelsbeziehung mit den USA auszubauen. Zusätzliche Investitionen in den USA können sich nur drei Prozent vorstellen.
Zugleich gewinnen andere Märkte an Bedeutung. 40 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass der EU-Binnenmarkt angesichts der volatilen US-Handelspolitik für sie an Bedeutung gewinne. 26 Prozent nannten in diesem Zusammenhang den Asien-Pazifikraum (ohne China). Knapp 15 Prozent der Betriebe wollen sich im chinesischen Markt stärker engagieren. Eine abwartende Haltung nehmen dagegen 42 Prozent der Unternehmen ein. Sie wollen ihre globale Ausrichtung zunächst nicht verändern.
„Die USA bleiben trotz der US-Zollpolitik ein wichtiger Handelspartner für unsere Betriebe. Deshalb muss weiter verhandelt werden, um zu einer echten, verlässlichen Handelsvereinbarung mit den USA zu kommen“, betont Elke Döring.
Red.
Über die Blitzumfrage
An der Blitzumfrage zur EU-USA-Zollvereinbarung nahmen bundesweit 3500 Unternehmen teil, von denen 65 in Heilbronn-Franken ansässig sind. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) führte diese mit Unterstützung der IHK Heilbronn-Franken durch.


