US-Konzern Madison Air übernimmt ebm-papst

Mulfingen. Der Ventilatoren- und Motorenspezialist ebm-papst bekommt einen neuen Eigentümer: Die Gesellschafterfamilien des Hohenloher Unternehmens haben ihre Anteile an den US-Konzern Madison Air verkauft. Das gaben beide Unternehmen am Dienstag bekannt. Im Rahmen der Transaktion wird ebm-papst mit 5,1 Milliarden Euro bewertet.

US-Unternehmen Madison Air kauft den Hohenloher Ventilatoren- und Motorenspezialisten. Foto: ebm-papst

Madison Air mit Sitz in den USA zählt zu den führenden Anbietern von Luftqualitätslösungen für Bereiche wie Gesundheitswesen, Industrie, Rechenzentren und Wohngebäude. Durch die Übernahme erhält das Unternehmen Zugang zu den europäischen und asiatischen Märkten sowie zur Technologie- und Ingenieurskompetenz von ebm-papst. Das Hohenloher Unternehmen wiederum soll von der starken Marktposition Madisons in Nordamerika, zusätzlicher Finanzkraft und einem besseren Zugang zum US-Kapitalmarkt profitieren.

Der Standort in Mulfingen bleibt laut Angaben der Hauptsitz des Unternehmens. Foto: ebm papst

Hauptsitz soll Mulfingen bleiben

Die Gesellschafterfamilien begründeten den Verkauf mit den langfristigen Wachstumsperspektiven des Unternehmens. Madison Air verfüge über die finanziellen und operativen Möglichkeiten, um die Entwicklung von ebm-papst weiter zu beschleunigen. Zugleich verwiesen sie auf die Chancen, die sich insbesondere durch den boomenden Markt für Rechenzentren und Anwendungen im Bereich Künstliche Intelligenz ergeben.

Nach Angaben der Unternehmen soll der Hauptsitz von ebm-papst in Mulfingen bleiben und soll weiterhin eine zentrale Rolle als Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandort einnehmen. Auswirkungen auf bestehende Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen oder arbeitsrechtliche Verpflichtungen soll die Übernahme nicht haben.

Investition in langfristiges Wachstum

Madison Air kündigte an, in die Belegschaft, neue Technologien und das langfristige Wachstum des Unternehmens investieren zu wollen. Weltweit beschäftigt ebm-papst mehr als 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon rund 5800 in Deutschland.

Für ebm-papst-Chef Klaus Geißdörfer eröffnet die neue Eigentümerstruktur zusätzliche Perspektiven. Das Unternehmen sei strategisch gut aufgestellt und wachse insbesondere im Kerngeschäft Air Technology sowie bei Kühllösungen für Rechenzentren. Mit Madison habe man einen Partner gefunden, der die Marktposition von ebm-papst weiter stärken könne, erklärte der Vorstandsvorsitzende.

ebm-papst verkauft
Die bereits robuste Marktposition von ebm-papst soll noch weiter gestärkt werden. Foto: ebm-papst

Als wichtige Wachstumstreiber sehen beide Unternehmen den weltweiten Ausbau von Rechenzentren, den steigenden Bedarf an KI-Infrastruktur sowie energieeffiziente Heiz- und Kühlsysteme. ebm-papst hat sich in den vergangenen Jahren verstärkt auf diese Zukunftsmärkte ausgerichtet und entwickelt unter anderem digitale Lösungen für das Energiemanagement und die vorausschauende Wartung von Kühlsystemen. red