„Wir wollen weiter wachsen“

Blickt zuversichtlich auf die Entwicklung seiner Stadt: Klaus Holaschke, Oberbürgermeister von Eppingen. Foto: Heilbronner Stimme/Hettrich

Klaus Holaschke, Oberbürgermeister von Eppingen, hat große Pläne für seine Stadt. Die Gartenschau 2021 wird das Stadtbild nachhaltig verändern. Auch Wohn- und Gewerbebauprojekte sind in Planung. Perspektivisch soll Eppingen zum Mittelzentrum werden.

Eine nachhaltige Stadtentwicklung steht ganz oben auf der Agenda von Klaus Holaschke, dem Oberbürgermeister von Eppingen. Und mit einem Herzensprojekt befindet er sich auf der Zielgeraden: 2021 findet unter dem Motto „Der Sommer, die Stadt und Du!“ eine Gartenschau statt, die zahlreiche Gäste anlocken soll. Der zu erwartende Schub für Tourismus und Gastronomie durch 129 Tage Gartenschau mit Events für Besucher sei wichtig. Noch wichtiger sei aber, was langfristig bleibe. Die Gartenschau bringt städtebauliche Erneuerungen mit sich, die den Eppingern dauerhaft eine höhere Aufenthalts- und Lebensqualität versprechen. „Es ist nicht nur ein Grünprojekt, es ist ein Infrastrukturprojekt“, sagt Holaschke.

Mehr Lebensqualität

Seit 2009 befasst sich die Stadt mit dem Gartenschauprojekt, in dessen Zuge Grünflächen und neue Verbindungen von der Innenstadt zu den Wasserläufen von Elsenz und Hilsbach sowie dem Stadtweiher entstehen. Mit Unterstützung vom Land werden auch neue Plätze geschaffen und Zonen in Wohnlagen verkehrsberuhigt, in denen bislang das Auto Vorrang hatte.

Trotz der Corona-Krise, die auch die öffentlichen Haushalte schwer belastet, sieht Holaschke das Projekt nicht in Gefahr. Er ist sich des Rückhalts im Gemeinderat und in der Bevölkerung sicher. Mit fast 99 Prozent der Stimmen wurde er Ende Januar für eine dritte Amtszeit als Oberbürgermeister wiedergewählt. „Ich glaube, dass ich es stets verstanden habe, die Menschen zusammenzubringen“, sagt der parteilose 57-Jährige, der für die Freien Wähler auch im Kreistag sitzt. „Man sollte Kommunalpolitik immer als Sachpolitik verstehen und nicht als Parteipolitik“, ist Holaschke überzeugt. Respekt und Bürgernähe betrachtet er als Voraussetzung, um als Bürgermeister erfolgreich zu sein.

Seine Vision ist, dass Eppingen zu einem Mittelzentrum im Landkreis wird, um eine größere Strahlkraft und höhere Anziehungskraft in der Region zu entfalten. „Wir wollen weiter wachsen und werden es auch“, ist sich der OB sicher, denn Eppingen habe dafür beste Voraussetzungen, etwa durch die verkehrsgünstige Lage und die Anbindung an Stadt- und S-Bahnlinien, die Heilbronn, Karlsruhe und den Rhein-Neckar-Raum erreichbar machen.

Die Große Kreisstadt Eppingen, zu der die Ortsteile Adelshofen, Elsenz, Kleingartach, Mühlbach, Richen und Rohrbach gehören, verzeichne einen stetigen Bevölkerungszuwachs. „Wir sind eine Zuzugsstadt“, sagt Holaschke. „Der Wohnungsdruck ist in Eppingen enorm, wirklich enorm.“ Daher seien mehrere Wohngebietserschließungen in Planung, sowohl in der Kernstadt als auch in den Stadtteilen, die Holaschke bei der Entwicklung stets im Blick behalte: „Wir wollen weiterhin die Ortskerne stärken und auch in die alten Gebiete investieren, da dort viel Potenzial an Wohnraum besteht.“ Dadurch solle der Flächenverbrauch maßvoll bleiben. Wohnen in Eppingen sei nicht nur für Pendler attraktiv, denn es entstünden pro Jahr im Schnitt 150 neue Jobs vor Ort, eine Entwicklung, die sich seit über einem Jahrzehnt fortsetze.

Guter Wirtschaftsmix

Diesen Jobmotor verdanke Eppingen nicht nur den Bereichen Handel und Dienstleistungen, dem Handwerk und dem Ernährungssektor, zu dem unter anderem Palmbräu, die Wild Zwiebel- und Kartoffelmarkt GmbH sowie das Kraichgau-Raiffeisen-Zentrum gehören. Auch Industriebetriebe, die Kunststoff oder Metall verarbeiten, bieten Arbeitsplätze und Karrierechancen. Zu den größten Arbeitgebern gehört die international agierende Maschinenbaufirma Dieffenbacher. Sie stellt Pressensysteme und Produktionsanlagen für die Holzwerkstoff- und Recyclingindustrie her. Zu den neueren Ansiedlungen von Hightech-­Unternehmen in Eppingen gehört die Europazentrale von Shure, einer US-­amerikanischen Firma aus Chicago, die Audiotechnik wie Mikrofone und Kopfhörer herstellt.

Holaschke wünscht sich weitere technologieorientierte Branchen für seine Stadt, macht aber auch keinen Hehl daraus, dass Neuansiedlungen von Unternehmen ein schwieriges Unterfangen seien. Kommunen mit direkter Autobahnanbindung würden oft präferiert. Dennoch sei in den Gewerbegebieten der Kernstadt und der Stadtteile eine solide und stetige Entwicklung zu verzeichnen. „Wir punkten mit gesunder Preispolitik“, sagt der Rathauschef, dem auch ein guter Wirtschaftsmix wichtig ist: „In unseren Gewerbegebieten achten wir darauf, dass zusammengefügt wird, was zusammenpasst.“ Ziel sei eine nachhaltige Entwicklung, die auch ökologische Aspekte nicht außen vor lasse – so wie die Gartenschau 2021.

Dirk Täuber