Bad Rappenau wird beim 26. Regionaltag am 13. Juli zum Aushängeschild für ganz Heilbronn-Franken. Gemeinsam mit der Stadt hat die Bürgerinitiative pro Region Heilbronn-Franken 80 Aussteller für die Regionalmesse gewonnen und ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm organisiert.

Das stolze schwarze Ross war früher mal ein Rabe. Dass sich ein Vogel in ein Pferd verwandelt, ist biologisch unmöglich. Doch bei Wappentieren passiert das mitunter, wie die Kurstadt Bad Rappenau beweist. Noch bevor „Rappenaw“ 1343 erstmals urkundlich erwähnt wurde, soll 1190 ein gewisser Raban von Wimpfen als Reichsministerialer eingesetzt worden sein – Bad Rappenau hieß deshalb verschiedenen Quellen zufolge „Rabans Aue“. Im Wappenschild führten die Nachfahren des Wimpfener Reichsbeamten einen Raben.
Der kleine Ausflug in Heraldik und Stadtgeschichte der Kurstadt im Landkreis Heilbronn zeigt: Schon im Mittelalter war es für Städte wichtig, sichtbar zu sein, Zugehörigkeit und Zusammenhalt zu demonstrieren. Genau dafür setzt sich die Bürgerinitiative pro Region Heilbronn-Franken e.V. seit knapp drei Jahrzehnten ein. Am Sonntag, 13. Juli, blickt die Region deshalb beim 26. Regionaltag auf Bad Rappenau.
26. Regionaltag in Bad Rappenau: 80 regionale Aussteller vor Ort
Die Veranstalter, pro Region und die Stadt, erwarten ab 12 Uhr viele tausend Besucher zu dem beliebten Bürgerfest. Für Friedlinde Gurr-Hirsch, der Vorsitzenden von pro Region, ist der Regionaltag deshalb ein weit stärkeres Aushängeschild als jedes Stadtwappen: „Ich denke, dass wir die vielfältigen Potenziale unserer 111 Städte und Gemeinden in Heilbronn-Franken gemeinsam und mit dem notwendigen, gerechtfertigten Selbstvertrauen nach außen tragen müssen“, sagt sie.
Seit 1998 sind die Regionaltage dafür das ideale Schaufenster: In diesem Jahr werden bei der Regionalmesse 80 Aussteller aus Bad Rappenau und der gesamten Region ihre Produkte und Dienstleistungen präsentieren. Im angegliederten Weindorf eines weiteren Veranstalters können Besucher bereits vom 10. Juli an edlen Rebensaft von zwölf verschiedenen Weingütern kosten.
Fast ein Rekord: Zwar habe es im vergangenen Jahr in Lauda-Königshofen, als die Veranstaltung ihr 25-jähriges Jubiläum feierte, etwas mehr Anmeldungen gegeben, heißt es seitens pro Region. „Doch 80 Aussteller sind mit die höchste Anmeldezahl, die wir bislang hatten“, sagt pro Region-Sprecher Ralph Wachter.
Fachkräftebindung und Kundengewinnung auf dem Regionaltag
So oder so dürfte der 26. Regionaltag ein Zugpferd für das Wir-Gefühl in Heilbronn-Franken sein – und für die regionale Wirtschaft. „Gerade für den Tourismus ist es wichtig, in der Region präsent zu sein und Bürgern zu zeigen, was es hier für tolle Möglichkeiten gibt. Dafür bieten die Regionaltage großes Potenzial“, ist pro Region-Vorsitzende Gurr-Hirsch überzeugt.
Sie sei immer aufs Neue beeindruckt von der Vielfalt an Ausstellern auf der Regionalmesse mit „ihrem unfassbar breiten Spektrum an touristischen Angeboten, Gewerbe und Dienstleistungen, das unsere Region zu bieten hat.“ Für die Betriebe habe sich die beliebte Veranstaltung auch mit Blick auf die Gewinnung von Auszubildenden und Fachkräften etabliert.
Deshalb nutzt der Einzelhandel ebenfalls die Chance, die das Bürgerfest in Sachen Kundenbindung bietet: Die Geschäfte in der Innenstadt haben an dem Sonntag geöffnet. Gurr-Hirschs Resümee: Die ausrichtenden Städte seien jedes Mal hoch zufrieden mit der Resonanz auf die Regionaltage, einige Städte seien schon zum zweiten Mal Gastgeber. „Das zeigt uns, dass das Format noch in die Zeit passt.“ Zu diesen „Wiederholungstätern“ zählt auch Bad Rappenau: Bereits 2006 lockte der neunte Regionaltag viele Gäste in die pittoreske Kurstadt mit drei prächtigen Gartenanlagen, der Saline und dem Wasserschloss. Damit auch der 13. Juli zum Besuchermagneten wird, bereiten die Verantwortlichen nach eigenen Worten den Regionaltag bereits seit Juli vergangenen Jahres akribisch vor.
Bühnenprogramm und regionale Kulinarik
Das Bühnenprogramm steht längst fest: Den Auftakt gibt ab 12 Uhr das „Jörg Linke-Tobias Langguth-Duo“ mit Jazz, Blues und Latino-Sound auf Saxophon und Gitarre. Um 13 Uhr wird Oberbürgermeister Sebastian Frei das Fest gemeinsam mit Friedlinde Gurr-Hirsch eröffnen und das erste Bierfass der örtlichen Brauerei Häffner Bräu anstechen.
Denn natürlich zählt regionale Kulinarik, ob flüssig oder bissfest, zu einem gelungenen Regionaltag dazu: „Auf die fantastischen bäuerlichen Erzeugnisse und Weine können wir stolz sein“, kommentiert Gurr-Hirsch. Immer wieder wird der Blick der Gäste aber zur Bühne wandern, dort treten anschließend nacheinander die Polizei-Bigband und die „Hohenlohe Highlanders Pipes & Drums – The Black Pispers“ auf. Die stilecht in Kilts spielenden Musiker sind um 17 Uhr noch einmal zu hören, danach auch das Duo Langguth und Linke. Wer Musik nicht nur instrumental, sondern auch mit klangvollen Vokalstimmen schätzt, sollte sich den Auftritt von Würth Chor und Band um 15.45 Uhr vormerken.
Anschließend dürfen Besucher den Sportlern und Musiker der TGW-Abteilung des Bad Rappenauer Turnvereins und der Musikschule Doremi bei ihren Tanz- und Musikaufführungen applaudieren. Um 18 Uhr geht der Regionaltag mit der Ziehung der Gewinner des diesjährigen Preisrätsels theoretisch zu Ende – praktisch kann allerdings im Weindorf noch weiter gefeiert werden. Dort spielt an diesem Tag ab 12 Uhr die MVG Big Band, ab 16.30 Uhr gibt es Funk und Rock mit der Band [’nittid] und ab 20 Uhr machen Wildfire mit Rock- und Metal-Covers Stimmung.
Auch wenn der Rappe auf dem Stadtwappen gar nicht namensgebend für die Kurstadt war, sondern vermutlich der Rabe, den die Nachfahren des Ministerialen Raban als Symbol wählten: Am 13. Juni wird Bad Rappenau zum diesjährigen Aushängeschild Heilbronn-Frankens. Dann sollen nach Wunsch der pro Region-Vorsitzenden Gurr-Hirsch im besten Fall nämlich nicht nur eine Menge Besucher vor der Bühne oder an den zahlreichen Messeständen näher zusammenrücken, sondern ganz Heilbronn-Franken. „Die Mega-Themen unserer Zeit – Transformation, Klima, Fachkräfte – fordern uns heraus, an einem Strang zu ziehen“, sagt sie, „das Wir-Gefühl fördern und gemeinsam nach außen auftreten ist angesagt.“
Natalie Kotowski


