120 Milliarden Euro Umsatz: Deutschlands KI-Erfolg kommt aus der Industrie

Deutschland punktet bei Künstlicher Intelligenz vor allem mit industriellen Anwendungen. Eine Studie zeigt: KI-gestützte Innovationen und neue Dienstleistungen sorgen bereits heute für mehr als 120 Milliarden Euro Umsatz.

Künstliche Intelligenz in der Industrie
Unternehmen nutzen Künstliche Intelligenz zunehmend für konkrete industrielle Anwendungen und treiben damit Innovationen und Wertschöpfung voran. Foto: Adobe Stock/Deemerwha studio

Deutschlands Stärken im Bereich Künstliche Intelligenz liegen vor allem in industriellen Anwendungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der IW Consult im Auftrag von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. Demnach basiert die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts auf dem Zusammenspiel von Branchenexpertise, Daten und Ingenieurkompetenz.

Die wirtschaftlichen Effekte sind bereits deutlich sichtbar: KI-gestützte Produktinnovationen und neue Dienstleistungsangebote generieren schon heute einen Umsatz von mehr als 120 Milliarden Euro. Dies berichtet der eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. in einer Mitteilung.

Industrielle KI als Wettbewerbsvorteil

Mehr als die Hälfte der Unternehmen, die KI einsetzen (54 Prozent), zählen zu den sogenannten KI-Spezialisierern. Sie entwickeln bestehende Modelle gezielt weiter und übertragen diese in konkrete industrielle Anwendungen. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht eigene Basismodelle, sondern deren Anpassung, Integration und Anwendungstiefe. Dieses Vorgehen erweist sich als besonders effektiv. Insgesamt nutzt bereits jedes fünfte Unternehmen in Deutschland KI aktiv für Innovationsprozesse.

Der KI-Start-up-Sektor bestätigt diesen Trend ebenfalls:

  • 83 Prozent der befragten KI-Start-ups bauen auf bestehenden Modellen auf
  • 71 Prozent wurden erst nach 2021 gegründet
  • 51 Prozent entwickeln gezielt Industrial-AI-Lösungen

„Deutschland hat bei Industrial AI einen echten Wettbewerbsvorteil. Unsere Stärke liegt dort, wo KI echten Mehrwert schafft – in den Prozessen, Produkten und Wertschöpfungsketten der Industrie“, so eco Vorstandsvorsitzender Oliver Süme.

KI hält Einzug in alle Branchen

Künstliche Intelligenz entwickelt sich zunehmend zu einer Querschnitts- und Basistechnologie. Bereits jedes fünfte Unternehmen setzt KI aktiv für Innovationen ein. Parallel dazu wächst der Bedarf an entsprechenden Kompetenzen deutlich und reicht längst über klassische IT-Berufe hinaus. KI hält zunehmend Einzug in alle Branchen und auf allen Qualifikationsstufen.

Die Studie belegt ein Umfeld mit hoher Wettbewerbsintensität bei den KI-Modellen und den Infrastrukturanbietern:

  • Unternehmen kennen im Durchschnitt 6,4 KI-Basismodelle und nutzen 2,7 davon aktiv.
  • Über 70 Prozent setzen mehrere Modelle gleichzeitig ein.
  • Auch bei Cloudanbietern zeigt sich Vielfalt: 56 Prozent nutzen mehrere Anbieter parallel. Bei den Start-ups sind es sogar 79 Prozent.

Hinweise auf Zugangsengpässe bestehen nicht. Unternehmen treffen ihre Auswahl anhand von Leistungskriterien. Ausschlaggebend sind dabei die Performance (58 Prozent), die Anpassungsfähigkeit (43 Prozent) sowie die Datenqualität (37 Prozent). Der Wettbewerb funktioniert.

Unternehmen fordern verlässliche Rahmenbedingungen

Trotz der hohen Innovationsdynamik formulieren die Unternehmen klare Erwartungen an die politischen Rahmenbedingungen. Für Skalierung und Investitionsentscheidungen sind verlässliche und planbare Rahmenbedingungen von zentraler Bedeutung.

„Die Studie zeigt: Deutschland hat mit Industrial AI einen echten Wettbewerbsvorteil. Unternehmen haben Auswahl, KI-Start-ups treiben Innovation und technologische Offenheit ist gelebte Praxis. Was Unternehmen jetzt brauchen, ist Planungssicherheit und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen, um diesen Vorsprung auszubauen“, betont Oliver Süme.


Über die Studie

Die Studie wurde von der IW Consult GmbH im Auftrag von eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. erstellt. Grundlage der Untersuchung sind eine breit angelegte Befragung von Unternehmen und KI-Start-ups, die Auswertung von Online-Stellenanzeigen sowie eine Literaturrecherche. Analysiert werden die Nutzung, die Wertschöpfung und die Infrastruktur von Künstlicher Intelligenz in Deutschland.


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