Erfolgsmenschen der Region: Andreas Köckeis, Co-Founder & CEO des Start-ups „Univents“

Vom Chemiestudium über die erste Unternehmensgründung bis zum erfolgreichen Softwareanbieter: Andreas Köckeis, Co-Founder und CEO von „Univents“, spricht über mutige Entscheidungen, Rückschläge als Erfolgsfaktor und die Bedeutung von Netzwerken.

Andreas Köckeis
Für Andreas Köckeis begann der Weg ins Unternehmertum bereits während des Studiums. Heute führt er ein erfolgreiches Softwareunternehmen – mit dem langfristigen Ziel, in die Neurobiologie zurückzukehren. Foto: Andreas Köckeis

Welche Entscheidung hat Ihre Karriere am stärksten geprägt – und was hat diese Entscheidung ausgelöst?

Andreas Köckeis: Mit Abstand die Entscheidung zur Selbstständigkeit. Der Auslöser liegt noch in meinem Chemiestudium: Nebenher habe ich am Max-Planck-Institut für Neurobiologie gearbeitet und dort gemerkt, dass man eine eigene Firma braucht, um wirklich selbstbestimmt etwas zu bewegen. Selbst die wissenschaftlichen Verträge am Institut waren auf ein bis zwei Jahre befristet – man musste ständig beweisen, dass die eigene Forschung genug wert ist, sonst wurde der Geldhahn zugedreht.

Daraus entstand der Wunsch, finanziell so unabhängig zu sein, dass ich meine eigene Forschung selbst finanzieren kann. Deshalb bin ich im Master nicht bei der Chemie geblieben, sondern in Richtung Management gegangen – und habe noch während des Studiums meine erste Firma gegründet. Heute sind wir im Software-Bereich unterwegs, aber das Ziel, irgendwann mit einer eigenen Gründung zurück in die Forschung zu gehen – konkret in die Neurobiologie und Neurotechnologie –, ist geblieben.

Was war Ihr größter beruflicher Irrtum und was haben Sie daraus gemacht?

Andreas Köckeis: Wenn man so will: die ursprüngliche Ausrichtung unseres Start-ups. Wir sind mit einer Event-App gestartet, mit der man weltweit Veranstaltungen, Menschen und Kultur entdecken konnte. Eine Idee, die ich bis heute großartig finde und mir als Nutzer immer noch wünschen würde – nur wirtschaftlich hat sie nicht funktioniert.

Also haben wir das gemacht, was man in der Startup-Welt einen Pivot nennt: komplett weg von der Event-App, hin zu B2B. Heute bauen wir ein ERP-System für Caterer, Event-Locations und Event-Agenturen. Das trägt unsere Firma maßgeblich und hat unseren Erfolg geprägt. Etwas trockener, etwas weniger aufregend vielleicht – aber sehr, sehr nützlich für die Veranstaltungsbranche.

Was treibt Sie im Job mehr an: das Ergebnis oder der Weg dorthin?

Andreas Köckeis: Der Weg macht Spaß, und man lernt dabei enorm viel – aber angetrieben werde ich von Ergebnissen. Deshalb finde ich Produktentwicklung und Vertrieb so spannend: In der Produktentwicklung sieht man direkt, was entsteht, und hat etwas Konkretes in der Hand, das den Kunden nützt. Im Vertrieb sieht man unmittelbar, ob der Abschluss geklappt hat. In beiden Bereichen sehe ich sofort, was funktioniert. Der Weg ist schön – wirklich belohnend ist der Blick aufs Ergebnis.

Wo arbeiten Sie lieber: remote oder vor Ort – und was macht für Sie den Unterschied?

Andreas Köckeis: Etwa 80 Prozent der Zeit arbeite ich am liebsten remote. Allein schon, weil so viel Zeit wegfällt, die sonst in den Arbeitsweg fließt, und weil man zwischendurch andere Dinge erledigen kann – das macht die Zeiteinteilung viel flexibler. Und man kann von überall auf der Welt arbeiten, das ist unglaublich viel wert.

Gleichzeitig ist mir der direkte Kontakt zu Menschen wichtig: bei unseren Kunden vor Ort sein, auf Konferenzen gehen, Vorträge vor Publikum halten – das ist ein spannender Teil der Arbeit, der mir großen Spaß macht. Der beste Mix ist für mich: die meiste Zeit entspannt von zu Hause oder auch mal vom Strand aus arbeiten, und zu einem festen Teil präsent sein – bei Kunden und auf Konferenzen.

Wo liegt für Sie der Schlüssel zum Erfolg: im Austausch mit anderen oder in möglichst viel Eigenverantwortung?

Andreas Köckeis: Wie so oft: eine Mischung aus beidem, das ist nicht schwarz oder weiß. Netzwerk und Austausch gehören für mich aber zu den wichtigsten Dingen überhaupt – in der Selbstständigkeit genauso wie in jedem anderen Lebensbereich. Wir sind soziale Tiere, bei Menschen läuft alles über Verbindungen: Kontakte, Freunde, Partner. Deshalb ist der Austausch mit anderen für mich der allerwichtigste Part. Gleichzeitig geht Unternehmertum nicht ohne Eigenverantwortung. Man muss jeden Tag selbst aufstehen, sich selbst motivieren, sich hinsetzen, alles durcharbeiten und dranbleiben.

Was bedeutet Erfolg für Sie heute?

Andreas Köckeis: Erfolg bedeutet für mich heute, eine gesunde Balance aus Arbeit und Freizeit zu haben und Spaß am Beruf – während die Firma weiter wächst und einen echten Mehrwert für Menschen schafft.


Zur Person

Andreas Köckeis ist Co-Founder und CEO von „Univents“. Das Start-up bietet Eventprofis im DACH-Raum eine zentrale Plattform, die Verwaltungsabläufe effizient bündelt und vereinfacht.


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