Sabrina Amon hat Mut zum Neuanfang bewiesen, indem sie vom Beruf der Rechtsanwaltsfachangestellten in die Medienbranche wechselte. Im Interview spricht die Chefredakteurin von Radio TON-Regional über berufliche Irrtümer, die Kraft von Erfahrung und warum Erfolg für sie heute vor allem eines bedeutet: ein starkes Team.

Welche Entscheidung hat Ihre Karriere am stärksten geprägt – und was hat diese Entscheidung ausgelöst?
Nochmal komplett neu anzufangen. Bevor ich zu Radio Ton kam, habe ich als Rechtsanwaltsfachangestellte gearbeitet. Ich war doch sehr unglücklich in diesem Job. Die Medien haben mich schon immer interessiert. Kreativität, Musik, Nachrichten, jeden Tag was Neues – das ist das was ich jetzt seit über 20 Jahren mache. Es war die richtige Entscheidung, nochmal einen neuen Beruf zu lernen.
Was war Ihr größter beruflicher Irrtum und was haben Sie daraus gemacht?
Zunächst ging beim Radio alles in Richtung Moderation, ob im Studio oder auch auf der Eventbühne. Aber darin war ich nicht gut. Ein Irrtum, dass jeder moderieren muss. Ich war im Hintergrund so viel besser. Themenwahl, Recherche, Expertensuche, Texten, Interviews, einarbeiten, usw. Ich habe – doch recht schnell – meinen Platz im „Sender“ gefunden.
Was treibt Sie im Job mehr an: das Ergebnis oder der Weg dorthin?
Das liegt im Privatrundfunk doch sehr nah beieinander. Der Weg ist oft sehr kurz, aber so unglaublich wichtig. Das Ergebnis hören dann aber tausende Menschen und die Kollegen live im Radio – das Ergebnis kann für Lacher oder Gänsehaut sorgen oder zum Nachdenken anregen. Mich treibt beides an.
Wo arbeiten Sie lieber: remote oder vor Ort – und was macht für Sie den Unterschied?
Ganz klar vor Ort: Bei Radio Ton (oder auch generell in der Medienbranche) sind Redaktionsteams sehr jung. Es ist wichtig, Praktikanten, Volontäre und Jungredakteure schnell, direkt Feedback zu geben, zu unterstützen. Ich bilde Redakteure aus – ich sehe sofort, wenn in der Großraumredaktion ein Thema, ein Beitrag, ein Interview nicht vorankommt und ich helfen kann und muss.
Und ein weiterer Punkt der bei mir für das vor Ort spricht ist, dass es nichts Besseres gibt, als den Blick zu den Moderatoren ins Livestudio zu haben, wenn ein Thema funktioniert oder auch wenn mal was nicht funktioniert und wir binnen weniger Sekunden entscheiden müssen, was wir jetzt machen müssen.
Wenn es schnell gehen muss: Kopf oder Bauch?
Bauch bzw. Bauch plus Erfahrung. Ich denke, man entwickelt ein Gespür für Themen, Nachrichten und die Herangehensweise.
Was bedeutet Erfolg für Sie heute?
Erfolg bedeutet für mich heute, dass wir als Team funktionieren und an einem Strang ziehen.
Zur Person
Sabrina Amon ist Chefredakteurin bei der Radio TON-Regional Hörfunk GmbH in Heilbronn. Zuvor war ebenda als Leitende Redakteurin tätig.


