Handeln statt abwarten

Koordinieren das Bündnis für Transformation: Rudolf Luz, zweiter Vorsitzender der Bürgerinitiative pro Region Heilbronn-Franken e. V., und Steffen Hertwig, Oberbürgermeister von Neckarsulm (v.l.). Foto: Dirk Täuber

Das Bündnis für Transformation hat seine Arbeit aufgenommen und die künftigen Handlungsfelder vorgestellt. Ziel ist, die Unternehmen in Heilbronn-Franken, insbesondere kleine und mittlere Betriebe, bei bevorstehenden Veränderungsprozessen zu unterstützen.

Das Bündnis für Transformation ist noch jung, vieles ist noch im Fluss, doch seine Ziele sind gesteckt. Im Vordergrund steht der Wunsch, die hohe Wirtschaftskraft der Region Heilbronn-Franken zu erhalten. „Wirtschaftlich sind wir eine Top-Adresse in Deutschland und das wollen wir auch bleiben“, bekräftigt Steffen Hertwig, Oberbürgermeister von Neckarsulm und seit Ende Januar Koordinator des Bündnisses. In dieser Funktion steht ihm Rudolf Luz, zweiter Vorsitzender der Bürgerinitative pro Region Heilbronn-Franken e. V., als Stellvertreter zur Seite.

Elektromobilität und Digitalisierung: Diese beiden Themen stehen für einen tiefgreifenden Wandel, der sich anbahnt. „Wir spüren, dass es beginnt. Es ist daher wichtig, zu handeln und nicht abzuwarten, was passiert“, sagt Hertwig. Hierbei seien die Unternehmen in der Pflicht, denn es sei „ihre Kernverantwortung, sich um ihre Geschäftsmodelle zu kümmern“. Es brauche aber auch Unterstützung und Begleitung. Diese wolle das Bündnis für Transformation bieten, insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen.

Die Menschen mitnehmen

Gleichzeitig gehe es auch darum, den Beschäftigten in den Betrieben, die um die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze besorgt sind, zu vermitteln, dass sie im Transformationsprozess nicht alleine gelassen werden. Eine wichtige Frage, mit der sich das Bündnis beschäftigen wolle, sei daher: „Wie nehmen wir die Menschen in unserer Region mit?“

Hertwig und Luz haben in einem Grundlagenpapier vier zentrale Handlungsfelder für die künftige Arbeit des Bündnisses definiert. Das erste Handlungsfeld betrifft den Zugang zu Fördermitteln, die von Land, Bund oder der Europäischen Union zur Verfügung gestellt werden, um Transformationsprozesse und Strukturwandel zu begleiten. Hier gebe es eine Fülle an Förderprogrammen, die das Bündnis mit Hilfe der Wirtschaftsförderungsgesellschaften verstärkt nutzen wolle.

Gemeinsam agieren

Betriebe und Beschäftigte bei der Qualifikation zu unterstützen, mit den Arbeitsagenturen als wichtige Partner, ist der zweite Handlungsbereich. Es gelte, die bestehenden Angebote bekannter zu machen, aber auch zu ermitteln, welche Angebote künftig zusätzlich benötigt werden.

Drittens sei es erforderlich, die Kommunen einzubinden, da sie der direkte Ansprechpartner der Unternehmen vor Ort sind. „Die Bürgermeister sind die obersten Wirtschaftsförderer in ihren Kommunen“, hob Hertwig hervor und betonte, dass eine intensive Zusammenarbeit wichtig sei, in der Kirchturmdenken nichts verloren habe. Das Bündnis für Transformation sei für die gesamte Region Heilbronn-Franken da.

Das vierte Handlungsfeld habe schließlich zum Ziel, Zukunftstechnologien für die Region zu gewinnen, etwa Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. Auch hierbei wolle das Bündnis unterstützen. „Wir sind in einem Entwicklungsprozess“, sagte Luz. „Die Unternehmen müssen vieles selbst machen. Wir können nur Impulsgeber sein.“ Wichtig sei, alle Beteiligten zu vernetzen und die zahlreich in der Region vorhandenen Kräfte und Kompetenzen zu bündeln. Nur gemeinsam sei es möglich, den Wandel positiv zu gestalten.

Dirk Täuber

Bündnis für Transformation
Auf Anregung der Bürgerinitiative pro Region Heilbronn-Franken e. V. wurde ein Bündnis für Transformation gegründet – mit dem Zweck, die Veränderungsprozesse in der Metall- und Elektroindustrie, in der Automobilindustrie sowie in weiteren Branchen zu begleiten. Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen in Heilbronn-Franken sollen unterstützt werden. In diesem regionalen Bündnis auf Zeit könne sich laut den Organisatoren jeder in seinem Wirkungsbereich einbringen und mitarbeiten. Das gelte für die betrieblichen Akteure und Verbände genauso wie für die kommunale und politische Seite sowie die staatlichen Institutionen. Zahlreiche Akteure aus der Region haben bereits ihre Mitarbeit zugesichert.