Von der Suchmaschine zum KI-Chat: 50 Prozent der Internetnutzer verwenden Künstliche Intelligenz

Immer mehr Menschen greifen bei der Internetsuche auf Künstliche Intelligenz zurück statt sich durch klassische Trefferlisten zu klicken. Eine aktuelle Bitkom-Studie zeigt: Besonders Jüngere nutzen zunehmend KI-Chats zur Internetrecherche – doch die neuen digitalen Helfer liefern nicht immer verlässliche Informationen.

KI-Chats zur Internetrecherche
KI-gestützte Antworten und Zusammenfassungen prägen zunehmend das Suchverhalten im Netz und verändern den Umgang mit Informationen. Foto: Adobe Stock/VRVIRUS

Suchbegriffe eingeben, Trefferlisten durchforsten und Informationen manuell zusammensuchen – diesen Aufwand machen sich viele Internetnutzerinnen und -nutzer bei der Recherche nicht mehr. Stattdessen verlassen sie sich zunehmend auf die Auskünfte von Künstlicher Intelligenz. Dies ergab eine telefonische Befragung von 1.156 Personen ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Die Hälfte der Befragten (50 Prozent) greift zumindest gelegentlich auf Chatfunktionen mit einer KI zurück, anstatt eine herkömmliche Internetsuche durchzuführen. Ein Viertel (25 Prozent) bevorzugt weiterhin überwiegend klassische Suchmaschinen, während 13 Prozent beide Methoden etwa gleich häufig einsetzen. 7 Prozent nutzen überwiegend die KI, 5 Prozent sogar ausschließlich. 47 Prozent bleiben dagegen komplett bei der klassischen Suche.

KI-Chats sind besonders bei Jüngeren beliebt

Bei den jüngeren Internetnutzerinnen und -nutzern im Alter von 16 bis 29 Jahren ist die Verwendung von KI für Suchanfragen sogar noch stärker ausgeprägt: 5 Prozent greifen ausschließlich auf KI zurück, 11 Prozent überwiegend, 20 Prozent etwa genauso häufig wie auf klassische Suchmaschinen und 30 Prozent zumindest gelegentlich. Lediglich 30 Prozent verwenden ausschließlich traditionelle Suchmaschinen.

 „Viele Menschen nutzen lieber die kompakte Antwort aus dem KI-Chat, statt sich selbst durch Suchergebnisse zu klicken und auf den Webseiten nach Hinweisen zu ihrer Frage zu suchen“, so Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Allerdings sollte man der KI nicht blind vertrauen und Ergebnisse immer prüfen.“

Nur 57 Prozenz überprüfen KI-Antworten bei der Internetrecherche

42 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer, die für Suchanfragen auf Künstliche Intelligenz zurückgreifen, berichten, bereits falsche oder frei erfundene Informationen von der KI erhalten zu haben. Dennoch überprüfen lediglich 57 Prozent die KI-Antworten, bevor sie diese verwenden. Insgesamt bewerten rund drei Viertel (73 Prozent) die Ergebnisse der KI-Chats als hilfreich, etwa zwei Drittel (64 Prozent) zeigen sich mit der Nutzung von KI zur Informationssuche zufrieden.

Allerdings sind nur etwas mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Meinung, dass die Antworten der KI ausreichend mit Links belegt sind, und nur 33 Prozent finden auf diesem Weg schneller eine Antwort als mit der klassischen Suche.

Automatisierte KI-Zusammenfassungen bei der Online-Suche

Mittlerweile zeigen auch klassische Suchmaschinen wie Google oder Bing KI-generierte Zusammenfassungen oberhalb der eigentlichen Suchergebnisse an. Nur 3 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer haben dies bisher nicht bemerkt, während rund ein Viertel (26 Prozent) solche Zusammenfassungen zwar gesehen, aber nicht weiter beachtet hat.

Die Einschätzungen dazu fallen unterschiedlich aus: 24 Prozent greifen häufig auf die KI-Zusammenfassung zurück, ohne die eigentlichen Suchergebnisse anzusehen. 43 Prozent hingegen bevorzugen es, auf die Suchergebnisse zu klicken, um sich selbst ein Bild zu verschaffen. 45 Prozent geben an, durch die Zusammenfassungen Zeit zu sparen, jedoch empfinden 27 Prozent die KI-Texte als zu oberflächlich und 22 Prozent sind bereits auf Fehler gestoßen. 8 Prozent fühlen sich von den automatisch erstellten Texten schlicht genervt.

Red.


Über die Umfrage

Die Umfrage wurde von Bitkom Reasearch im Auftrag des Digitalverbands Bitkom e.V. durchgeführt. Die Angaben basieren auf einer von Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführten Umfrage. Befragt wurden 1.156 Personen in Deutschland ab 16 Jahren per Telefon, darunter 1.030 Internetnutzerinnen und -nutzer. Die Erhebung wurde im Zeitraum der Kalenderwochen 39 bis 43 des Jahres 2025 durchgeführt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Gesamtbevölkerung.


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