Zwischen Fachwerk und Freilichtbühne: Diese vier Städte in Heilbronn-Franken sind im Sommer beliebte Ausflugsziele

Innenstädte sind längst mehr als Einkaufsorte: In Heilbronn-Franken werden sie im Sommer zu Bühnen, Begegnungsräumen und Rückzugsorten zugleich. Ein Streifzug durch vier Innenstädte, die mehr sind als „nur schön“.

Sommer in Heilbronn-Franken
Vor Fachwerk, Barockfassaden und der Kirche St. Michael wird die Freitreppe in Schwäbsich Hall zur Bühne unter freiem Himmel. Foto: Ufuk Arslan/Stadt Schwäbisch Hall

Wenn die Tage länger werden, rücken Innenstädte stärker ins Zentrum des öffentlichen Lebens. In Heilbronn-Franken zeigt sich das besonders eindrucksvoll – zum Beispiel in Schwäbisch Hall. Umrahmt von Fachwerk- und Barockbauten sowie der Kirche St. Michael zählt der Marktplatz in Schwäbisch Hall zu den schönsten Plätzen Süddeutschlands.

Die monumentale Freitreppe mit ihren 53 Stufen wird dann zur Bühne der Freilichtspiele und macht die Altstadt zugleich zum Kulturerlebnis unter freiem Himmel. „Ob Musical oder Theaterklassiker – es ist immer ein unvergessliches Erlebnis. Allein das Zuschauen, wenn auf der Treppe geprobt wird, bringt Menschen zusammen“, sagt Oberbürgermeister Daniel Bullinger.

Kulturveranstaltungen und Sehenswürdigkeiten in Schwäbisch Hall

Doch Schwäbisch Hall lebt nicht nur von seinen Kulturveranstaltungen. „Viele kommen auch ganz bewusst ohne Event“, sagt Bullinger. Gründe sind die kompakte Altstadt mit Cafés und Eisdielen, das Shoppingangebot und die kurze Wegeführung.

Manche ergänzen den Stadtbummel mit einem Besuch im Hohenloher Freilandmuseum oder einer Stadtführung. Abseits der bekannten Routen empfiehlt Bullinger Orte wie die Ackeranlagen am Kocher, den neu gestalteten Unterwöhrd oder das „Schwalbennest“, eine terrassierte Plattform mit Blick über die Stadt.

„Wer einmal dort oben gesessen hat, versteht, warum dieser Ort so besonders ist.“ Sein persönlicher Sommertipp bringt in diesem Jahr zusätzlich Bewegung nach Hall: Am 20. und 21. August macht die Lidl Deutschland-Tour Station. „Nach dem Zieleinlauf feiern wir mit einer After-Race-Party auf dem Unterwöhrd – Eintritt frei, mitten im Grünen“, freut sich Bullinger.

Die Sommer-Highlights in Öhringen

Die Stadt Öhringen aus dem Hohenlohekreis setzt eher auf Natur statt auf Inszenierung. „Öhringen im Sommer spricht alle Sinne an, ohne dass man weit fahren muss“, erklärt Oberbürgermeister Patrick Wegener. Der Sommer spielt sich hier vor allem draußen ab – an den Ufern der Ohrn, auf dem Ohrntalradweg, zwischen Streuobstwiesen oder an der Boule-Bahn an der Stadtmauer. Abends trifft man sich „bei regionalem Wein, beim Eis in der Innenstadt oder am Ohrn-Beach direkt am Freibad“.

Das besondere Highlight in diesem Jahr ist das Jubiläumsprogramm „10 Jahre Landesgartenschau“. Mit dem Motto „Öhringen blüht weiter“ erinnert die Stadt an die prägende Großveranstaltung von 2016, die Hofgarten, Cappelaue und das gesamte Stadtbild nachhaltig verändert hat. Das Jahresprogramm bietet ein Kinderjubiläumsfest zum Start der Sommerferien auf der Allmand, das Food-Festival „Öhringen schmeckt“ Ende Juli, Hofgartenführungen, das Konzerthighlight „BaRock’n Roll“ am Hoftheater sowie als krönenden Abschluss eine große Scheunenparty mit Live-Musik am ersten Oktoberwochenende.

Ein persönliches Sommer-Highlight von Wegener ist außerdem das Hohenloher Weindorf: Jedes Jahr am ersten Juliwochenende verwandeln sich der Marktplatz und das Areal um das Schloss in eine stimmungsvolle Weinlandschaft mit Winzern aus der Region. „Am schönsten ist es in einer warmen Sommernacht“, so Wegener. „Und montags, wenn die Öhringerinnen und Öhringer unter sich sind.“ Dann verliert das Fest seine große Bühne und wird fast familiär.“

„Lebensqualität und Lebensfreude“ in Creglingen

Familiär wird es im Sommer auch in Creglingen. „Das kleine Tauberstädtchen bei Rothenburg ob der Tauber hält für seine Gäste so einiges an Sehenswertem bereit“, sagt Jutta Weber aus der städtischen Öffentlichkeitsarbeit. Die überschaubare Innenstadt ist geprägt von inhabergeführten Geschäften, Gassen, Fachwerk und Gastronomie mit Innen- und Außenplätzen.

Geschichte wird an vielen Stellen sichtbar – etwa an den erhaltenen Stadttürmen oder im Lindleinturm, wo „die Wohnsituation einer ehemaligen Tagelöhnerin“ gezeigt wird. Kulturelle Anlaufstellen wie das Jüdische Museum, das Romschlössle und der frei zugängliche Romschlösslegarten fügen sich ebenso selbstverständlich ein wie ein Spaziergang entlang des Herrgottsbachs zur Herrgottskirche mit dem Riemenschneider-Altar.

Im Sommer, so Weber, prägen vor allem „das ländlich-geprägte Flair mit Außengastronomie, das lebhafte Treiben und die vielen Feste“ das Stadtbild. Genau darin zeige sich die „Lebensqualität und Lebensfreude“, für die Creglingen in der warmen Jahreszeit steht.

Der Sommer in Eppingen

Urbaner, aber ebenso offen zeigt sich Eppingen. „Was die Eppinger Innenstadt im Sommer so attraktiv macht, ist das öffentliche Leben zwischen engen Fachwerkgassen und weiten Grünflächen. Hier trifft man sich im Sommer in der Altstadt genauso wie im ehemaligen Gartenschau-Gelände oder in der Einkaufsmeile“, erklärt Vanessa Heitz, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt.

Gerade dieses Nebeneinander mache den Reiz aus, so Heitz: erlebbare Geschichte treffe auf moderne Strukturen, verbunden mit „einer besonderen Atmosphäre von Leichtigkeit“. Wer etwas Ruhe sucht, muss die Innenstadt nicht verlassen. Im ehemaligen Gartenschau-Gelände finden sich Orte wie die „Wassernase“, an der Elsenz und Hilsbach zusammenfließen, sowie die Historischen Gärten – idyllische Rückzugsorte mitten in der Stadt, wie Heitz betont.

Ihr persönlicher Höhepunkt in diesem Jahr liegt noch in der Zukunft: „Im Sommer 2026 freue ich mich auf die dritte Auflage des Festivalsommers.“ Dann wird der Weiherpark zur großen Open-Air-Bühne – „mit einem kühlen Getränk an der Weiherterrasse, Blick auf das Bühnenprogramm und die Altstadtkulisse im Hintergrund“.

Teresa Zwirner

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