Nicht mehr Tools, sondern bessere Prozesse: Was Beschäftigte von KI erwarten

Die Mehrheit der Beschäftigten nutzt KI bereits erfolgreich im Berufsalltag. Nun erwarten sie, dass die Technologie Routineaufgaben reduziert, Prozesse beschleunigt und die Zusammenarbeit über Teams und Systeme hinweg verbessert. Das zeigt die globale Studie „The Agentic Age“.

KI im Unternehmen
Künstliche Intelligenz ist im Arbeitsalltag vieler Beschäftigter angekommen. Gefragt sind nun weniger neue Anwendungen als vielmehr vernetzte, KI-gestützte Prozesse. Foto: Adobe Stock/Studio KN

Künstliche Intelligenz ist inzwischen im Arbeitsalltag vieler Unternehmen angekommen. Dennoch konzentrieren sich die meisten Betriebe weiterhin auf einzelne KI-Assistenten, anstatt vernetzte, KI-gestützte Arbeitsweisen zu etablieren. Zu diesem Ergebnis kommt die neue globale Studie „The Agentic Age“ von Valtech.

Für die Studie wurden 1003 Fachkräfte aus Europa, den USA und dem asiatisch-pazifischen Raum befragt, die KI beruflich nutzen. Die Ergebnisse zeigen, dass Künstliche Intelligenz bereits fest im Arbeitsalltag etabliert ist und zu messbaren Produktivitätssteigerungen führt. Als nächste Herausforderung gilt es, Arbeitsprozesse, Governance-Strukturen und Entscheidungsbefugnisse so auszurichten, dass KI unternehmensweit Mehrwert erzeugen kann. Dies berichtet Valtech in einer Mitteilung.

Künstliche Intelligenz hat eine neue Reifestufe erreicht

Zu den zentralen Ergebnissen der Studie gehören:

  • 86 Prozent der Befragten gaben an, dass Künstliche Intelligenz ihre Produktivität um mindestens 10 Prozent verbessert habe.
  • Solange die Verantwortung beim Menschen bleibt, fühlen sich 74 Prozent wohl damit, wenn KI klar definierte Aufgaben selbstständig übernimmt.
  • 75 Prozent haben noch keine integrierten oder durchgängig KI-gestützten Arbeitsprozesse etabliert.
  • 77 Prozent wünschen sich, dass KI verstärkt dafür eingesetzt wird, die Zusammenarbeit über Teams und Systeme hinweg zu verbessern.
  • Nur 4 Prozent sind der Ansicht, dass zusätzliche KI-Pilotprojekte den größten Nutzen bringen würden.

Die Ergebnisse deuten auf eine neue Reifestufe der KI-Nutzung in Unternehmen hin. Mitarbeitende verlangen nicht mehr allein den Zugang zu zusätzlichen KI-Tools. Vielmehr erwarten sie, dass KI wiederkehrende Aufgaben übernimmt, Prozesse beschleunigt, die Qualität steigert und Arbeitsabläufe über Teams, Tools und Systeme hinweg verknüpft.

„Die Belegschaft ist bereits einen Schritt weiter“

„Die Einführung von KI am Arbeitsplatz ist längst nicht mehr die größte Herausforderung. Die Belegschaft ist bereits einen Schritt weiter“, berichtet David Toma, Vice President Strategy & Consulting DACH bei Valtech. „Jetzt kommt es darauf an, ob Unternehmen nachziehen und klar definieren, wo KI unterstützen kann, wo sie eigenständig handeln darf und wo die Verantwortung weiterhin beim Menschen liegen muss.“

Die Studie zeigt zudem, dass Mitarbeitende bereit sind, KI stärker in Ausführungs- und Koordinationsaufgaben einzubinden. Gleichzeitig sprechen sie sich nicht für einen Verzicht auf menschliche Verantwortung aus. Insbesondere bei Personal- und Teamentscheidungen sowie bei strategischen, ethischen oder risikorelevanten Entscheidungen wird menschlicher Kontrolle weiterhin die größte Bedeutung beigemessen.

Daraus leitet sich ein klarer Handlungsbedarf für Führungskräfte ab. Erfolg werden in der nächsten Phase der KI-Transformation jene Unternehmen haben, die ihre Prozesse gezielt dort neu ausrichten, wo KI Effizienzpotenziale erschließt und Mitarbeitende von Routinetätigkeiten entlastet. So können sie sich stärker auf Innovation, Kreativität und strategische Wertschöpfung konzentrieren.

„Teams verlangen von ihren Führungskräften nicht mehr Experimente, sondern weniger Reibungsverluste“, fährt Toma fort. „Die Unternehmen, die im Agentic Age erfolgreich sein werden, sind diejenigen, die einzelne KI-Anwendungen zu vernetzten, gut gesteuerten Arbeitsprozessen weiterentwickeln. Erst dadurch entwickelt sich KI von einem individuellen Produktivitätsgewinn zu einem echten Wettbewerbsvorteil für das gesamte Unternehmen.“

Red.


Über die Studie

Die Studie „The Agentic Age“ basiert auf einer strukturierten Online-Befragung von 1.003 Fachkräften, die im Mai 2026 durchgeführt wurde. Alle Teilnehmenden nutzen KI im beruflichen Kontext.

Vertreten waren Fachkräfte aus Bereichen wie Operations, Software Engineering, AI Engineering, Architektur, Strategie, Marketing, digitale Transformation, Finanzen, Unternehmenssteuerung, Data Science, Analytics, Produktmanagement, UX, Design, Delivery, Programmmanagement, Release Management sowie Qualitätssicherung und Testing.

Die Stichprobe umfasste Teilnehmende aus Europa, den USA und dem asiatisch-pazifischen Raum. Die Befragung erfolgte anonym, die Erhebung und Verarbeitung der Daten gemäß den Vorgaben der DSGVO.


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