Künstliche Intelligenz wird für die deutsche Wirtschaft zum Schlüsselfaktor der Digitalisierung: Schon 41 Prozent der Unternehmen setzen KI produktiv ein, weitere planen den Einstieg. Viele Betriebe berichten von messbaren Wettbewerbsvorteilen und effizienteren Prozessen. Dies ergab eine Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom.

Künstliche Intelligenz entwickelt sich in der deutschen Wirtschaft zum zentralen Motor der Digitalisierung. Aktuell setzen 41 Prozent der Unternehmen mit mindestens 20 Beschäftigten KI ein, weitere 48 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz. Vor einem Jahr nutzten erst 17 Prozent KI produktiv, während 40 Prozent sich noch in der Diskussionsphase befanden.
Für 77 Prozent der Unternehmen, die derzeit KI einsetzen, hat sich die Wettbewerbsposition dadurch verbessert. 52 Prozent berichten von einem messbaren Beitrag der KI zum Unternehmenserfolg, und 66 Prozent wollen den Einsatz von KI weiter ausbauen. Grundlage dieser Angaben ist eine repräsentative Befragung von 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland im Auftrag des Digitalverbands Bitkom, wie dieser in einer Mitteilung berichtet.
Künstliche Intelligenz macht Unternehmen produktiver und effizienter
„Künstliche Intelligenz ist weltweit der entscheidende Treiber für mehr Produktivität und Effizienz. Die deutsche Wirtschaft macht beim KI-Einsatz Tempo“, so Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Bei KI geht es nicht nur darum, wer das beste Sprachmodell baut, es geht um den Einsatz überall dort, wo Deutschlands Wirtschaft stark ist, etwa in der Industrie, in der Pharmazie oder in der Medizintechnik.“
Beim Einsatz digitaler Technologien in Unternehmen hat KI die Führungsrolle übernommen. 86 Prozent gehen davon aus, dass KI eine große Bedeutung für die Wirtschaft hat, 41 Prozent nutzen inzwischen selbst KI, weitere 48 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz.
Unter den Unternehmen, die bereits KI einsetzen, fällt die Selbsteinschätzung eher zurückhaltend aus: 30 Prozent sehen sich eher als Vorreiter, 62 Prozent eher als Nachzügler, und niemand ist der Ansicht, den Anschluss bereits verpasst zu haben. Ein Drittel (33 Prozent) berichtet, dass der Einsatz von KI zu deutlich höheren Kosten geführt hat als zunächst erwartet.
Gleichzeitig haben 45 Prozent ihre internen Prozesse spürbar beschleunigt, 44 Prozent ihre Produkte oder Dienstleistungen verbessert und 29 Prozent dank KI sogar neue Produkte oder Services entwickelt. 19 Prozent geben an, im Zuge des KI-Einsatzes Stellen abgebaut zu haben.
Der Digitalisierungsstand deutscher Unternehmen
Die große Mehrheit der Unternehmen bewertet ihre bisherigen Digitalisierungsanstrengungen derzeit als positiv. 77 Prozent geben an, dass die Digitalisierung ihnen eher Vorteile gebracht habe, 16 Prozent sehen sogar große Vorteile. Gleichzeitig glauben nur 10 Prozent, dass die deutsche Wirtschaft bei der Digitalisierung weltweit zur Spitzengruppe gehört.
Dagegen stufen 16 Prozent sie als Nachzügler ein, 7 Prozent halten sie sogar für weit abgeschlagen. Für die Mehrheit von 63 Prozent liegt Deutschland im Mittelfeld. Für 78 Prozent der Unternehmen ist die aktuelle Krise der deutschen Wirtschaft zugleich eine Folge zu zögerlicher Digitalisierung.
Trotz der überwiegend positiven Bewertung der Digitalisierungseffekte hat derzeit etwa die Hälfte der Unternehmen in Deutschland (51 Prozent) Schwierigkeiten, die Digitalisierung zu bewältigen. 13 Prozent sehen durch die Digitalisierung sogar die Existenz ihres Unternehmens bedroht; vor einem Jahr lag dieser Anteil bei 7 Prozent, 2024 bei 4 Prozent.
Zwei Drittel (65 Prozent) beobachten, dass Wettbewerber aus der eigenen Branche, die frühzeitig auf Digitalisierung gesetzt haben, ihnen inzwischen voraus sind. Jedes fünfte Unternehmen (20 Prozent) sieht seine Marktposition zudem durch aufstrebende Startups gefährdet.
Red.
Zur Befragung
Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten telefonisch befragt. Die Befragung fand im Zeitraum von KW 2 bis KW 6 2026 statt. Die Umfrage ist repräsentativ.

