Künstliche Intelligenz gewinnt im Recruiting an Bedeutung: Bereits 12 Prozent der Unternehmen setzen KI im Bewerbungsprozess ein. Gleichzeitig schreitet die Digitalisierung von Bewerbungsverfahren deutlich voran, wie eine aktuelle Bitkom-Befragung zeigt.

Künstliche Intelligenz kommt im Recruiting zunehmend zum Einsatz: von der Erstellung von Stellenanzeigen über die automatische Vorauswahl von Bewerbungen bis hin zu KI-gestützten Bewerbungsgesprächen. Bereits 12 Prozent der Unternehmen nutzen entsprechende Anwendungen im Bewerbungsprozess.
Die übrigen 88 Prozent können sich einen zukünftigen Einsatz vorstellen. Das geht aus einer repräsentativen Befragung hervor, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter mehr als 600 Unternehmen mit mindestens drei Beschäftigten in Deutschland durchgeführt wurde, so der Verband in einer Mitteilung.
KI unterstützt zunehmend bei der Personalauswahl
„Technisch ist in Bewerbungsverfahren vieles möglich und noch mehr denkbar“, berichtet Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Gerade im hochsensiblen Personalwesen braucht es für den KI-Einsatz klare und verständliche Regeln, an die sich auch alle halten.“
Derzeit nutzen 9 Prozent der Unternehmen KI zur Erstellung von Stellenanzeigen. Weitere 59 Prozent können sich einen solchen Einsatz vorstellen. Zudem hält es knapp die Hälfte der Unternehmen (46 Prozent) für denkbar, Stellenanzeigen auf Grundlage einer KI-Analyse zielgruppengerecht auszuspielen. Aktuell setzen dies allerdings erst 3 Prozent um. Für die erste Sichtung eingehender Bewerbungen verwenden derzeit 6 Prozent der Unternehmen KI, während 27 Prozent einen künftigen Einsatz in Betracht ziehen.
Auch KI-gestützte Kompetenz- und Potenzialanalysen kommen bereits zum Einsatz: 5 Prozent der Unternehmen nutzen entsprechende Anwendungen, weitere 34 Prozent können sich dies vorstellen. Potenzial sehen Unternehmen zudem im direkten Austausch mit Bewerberinnen und Bewerbern. So werden Bewerbungsgespräche bereits bei 2 Prozent der Unternehmen von einer KI geführt, während 17 Prozent einen künftigen Einsatz in Betracht ziehen.
„Im Personalwesen besteht hohes Interesse am Einsatz von KI“, so Rohleder. „Was Unternehmen jetzt brauchen, ist vor allem Rechtssicherheit bei der Umsetzung des AI Acts.“
Digitale Bewerbungsprozesse sind längst etabliert
Beim Einsatz digitaler Technologien im Bewerbungsprozess sind Unternehmen deutlich weiter als beim Einsatz von KI. Sämtliche befragten Unternehmen ermöglichen die digitale Einreichung von Bewerbungsunterlagen. Darüber hinaus bieten 73 Prozent Bewerberinnen und Bewerbern die Möglichkeit, in einen Pool für weitere offene Stellen aufgenommen zu werden.
Bewerbungsgespräche per Videokonferenz sind in der Hälfte der Unternehmen (50 Prozent) möglich. Weitere 34 Prozent können sich dies vorstellen. Digitale Assessment-Center oder Online-Testverfahren werden von 37 Prozent der Unternehmen angeboten. Zudem besteht in 32 Prozent der Unternehmen die Möglichkeit, Arbeitsverträge digital zu unterzeichnen.
Red.
Zur Befragung
Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. 602 Unternehmen mit mehr als 3 Beschäftigten in Deutschland wurden zwischen KW18 und KW25 2026 telefonisch befragt.


