Eine Mehrheit der Erwachsenen in Deutschland hält es für wahrscheinlich, in den kommenden Jahren durch KI-generierte Deepfakes oder ähnliche Manipulationen getäuscht zu werden. Das zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Internetverbands eco.

Mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Deutschland (55 Prozent) hält es für sehr oder eher wahrscheinlich, innerhalb der kommenden fünf Jahre durch KI-generierte Deepfakes oder vergleichbare KI-Manipulationen getäuscht zu werden, beispielsweise im Zusammenhang mit Betrugsversuchen oder dem Diebstahl von Informationen. Demgegenüber gehen lediglich 28 Prozent davon aus, dass missbräuchliche oder schädigende KI-Inhalte über ihre eigene Person erstellt werden könnten.
Dies belegt eine bevölkerungsrepräsentative YouGov-Umfrage, die im Auftrag von eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. durchgeführt wurde. Befragt wurden insgesamt 2012 Menschen ab 18 Jahren in Deutschland, so der Verband in einer Mitteilung.
„Deepfakes wirken in zwei Richtungen“
Die Befragten halten es somit für nahezu doppelt so wahrscheinlich, selbst durch manipulierte Inhalte getäuscht zu werden, als selbst Gegenstand einer solchen Manipulation zu sein.
Bei Deepfakes handelt es sich um mithilfe von Künstlicher Intelligenz erstellte oder veränderte Bild-, Audio- und Videoinhalte, die authentisch erscheinen können. Sie können beispielsweise für Identitätsmissbrauch, Betrugsversuche, Rufschädigung, sexualisierte digitale Gewalt oder zur Verbreitung von Desinformation verwendet werden.
„Deepfakes wirken in zwei Richtungen: Menschen können durch manipulierte Inhalte über ihre Person geschädigt werden. Sie können aber auch zum Opfer werden, weil sie eine Fälschung für echt halten und auf dieser Grundlage handeln“, erklärt Alexandra Koch-Skiba, Leiterin der eco-Beschwerdestelle. „Dass 55 Prozent eine solche Täuschung für wahrscheinlich halten, zeigt, wie stark das Vertrauen in digitale Inhalte unter Druck steht. Diese Zahlen sind ein gesellschaftliches Warnsignal.“
Die Transparenzpflichten den europäischen AI-Acts
Seit dem 2. August 2026 sind die Transparenzpflichten gemäß Artikel 50 des europäischen AI-Acts anzuwenden. Demnach müssen Anbieter bestimmte KI-generierte oder manipulierte Inhalte maschinenlesbar kennzeichnen. Für Deepfakes gilt darüber hinaus die Pflicht, deren künstliche Erzeugung oder Veränderung offenzulegen.
„Kennzeichnungen sind ein wichtiger Baustein, aber kein Schutzschild gegen Betrug, Identitätsmissbrauch oder digitale Gewalt“, so Koch-Skiba. „Wir brauchen neben verlässlichen technischen Standards und verständlichen Hinweisen mehr Medienkompetenz und eine gute Beschwerdeinfrastruktur. Menschen müssen Manipulationsversuche erkennen und verdächtige Inhalte über einen zweiten Kommunikationsweg überprüfen können.“
Red.
Zur Umfrage
Die Ergebnisse der Umfrage basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov-Panels, die einer Teilnahme im Vorfeld zugestimmt hatten. Befragt wurden zwischen dem 31. Juli und dem 2. August 2026 insgesamt 2.012 Personen. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert, die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Sie sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.


